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So viele wie noch nie: 39.676 Neuinfektionen - Drosten mit drastischer Corona-Prognose

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Von Euronews  mit dpa, NDR
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Intensivstation der Uniklinik in Leipzig
Intensivstation der Uniklinik in Leipzig   -   Copyright  Waltraud Grubitzsch/(c) dpa-Zentralbild

Das Robert Koch-Institut meldet mit 39.676 Ansteckungen in 24 Stunden so viele wie noch nie zuvor an einem Tag in Deutschland. Die 7-Tage-Inzidenz steigt stark - auf 232,1. Und es sind gleichzeitig laut RKI 236 weitere Menschen an Covid-19 verstorben.

Am Krankenhaus, an dem Coronavirus-Experte Christian Drosten forscht, an der Charité in Berlin werden planbare Operationen jetzt wieder aufgeschoben, damit die Intensivstation nicht noch mehr überlastet wird.

In Rottal am Inn beträgt die 7-Tage-Inzidenz an diesem Mittwoch 1104,3, in Traunstein 948. In anderen Landkreisen in Bayern, in Sachsen und Thüringen gibt es 7-Tage-Inzidenzen von deutlich über 800. Auch in München sind die Intensivstationen am Limit.

Im NDR-Podcast nennt Drosten die aktuelle Corona-Lage in Deutschland "eine echte Notfall-Situation", und er sagt: "Wir sind schlimmer dran als vor einem Jahr". Das liegt laut Drosten daran, dass sich Geimpfte sehr frei in der Gesellschaft bewegen und dass sie auf Ungeimpfte treffen. "Wir haben 15 Millionen Leute, die sich hätten impfen lassen können, die aber nicht geimpft sind." Viele dieser 15 Millionen Ungeimpften haben - wie der Virologe erklârt - ein Risikoprofil und laufen Gefahr, schwer zu erkranken und auf die Intensivstation zu müssen.

Auch Intensivmediziner hatten in den vergangen Tagen und Wochen immer wieder gewarnt.

"Wir müssen jetzt sofort etwas machen", sagt Drosten und denkt dabei auch an Kontakteinschränkungen, weil 2G nicht ausreiche. Denn oberstes Ziel müsse es sein, Infektionen zu vermeiden. "Da brauchen wir eine gewisse Art von Übertragungsreduktion, von Kontaktmaßnahmen."

Es drohen bis zu 100.000 weitere Todesfälle

Mit Verweis auf England, wo die Impfquote ähnlich ist, sieht Drosten auf Deutschland bis zu 100.000 weitereTodesfälle durch Covid-19 zukommen. "Das ist eine konservative Schätzung."

Was ist langfristig zu tun? "Die Antwort ist mehr als einfach: Wir müssen die Impflücken schließen, alle bei den Alten und die meisten bei den Jüngeren"

Christian Drosten meint, dass Auffrischungsimpfungen für alle notwendig seien - als eine Art Rettungsanker sei das Boostern mittelfristig notwendig. "Der Impfstoff war nicht gezielt für die Delta-Variante gemacht, sondern für ein Virus, das heute gar nicht mehr zirkuliert."

In Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron Booster-Impfungen für alle über 50-Jährigen angekündigt. Wer über 65 ist, gilt ab Mitte Dezember nicht mehr als geimpft, wenn er oder sie keine Auffrischungsimpfung bekommen hat.