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Irland: Gemobbte Fußball-Schiedsrichter streiken

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Von Ken Murray, su
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Irland: Gemobbte Fußball-Schiedsrichter streiken
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In Irland haben sich Fußball-Schiedsrichter selbst vom Platz gestellt – sie fühlen sich von Eltern gemobbt, die mit ihren Entscheidungen auf dem Fußballfeld nicht einverstanden waren.

Glen Geraghty zum Beispiel pfeift normalerweise jedes Wochenende in seiner Freizeit Spiele in der Dublin Schoolboys League.

Jetzt macht er Schlagzeilen, nachdem er von rabiaten Eltern angegriffen wurde.

Glen Geraghty, Schiedsrichter:

„Mobbing jedes Wochenende, immer diese Beschimpfungen – hauptsächlich von Eltern, aber auch von Trainern, auch die Spieler mischen sich ein. Wenn ich ein Spiel pfeife, muss ich immer damit rechnen. Auch die meisten anderen Schiedsrichter werden beleidigt. Es ist im Moment sehr schwierig.

In letzter Zeit wurde ich ein paar Mal sogar von Spielern angegriffen. Wir Schiedsrichter sind einfach in der Schusslinie.“

TAUSEND MATCHES ABGESAGT

Die Angriffe der Eltern sind in letzter Zeit so eskaliert, dass fast 1.000 Teenager-Partien abgesagt werden mussten – die Schiedsrichter streikten. Spätestens da ergriffen hochkarätige Fußballer Partei für die Unparteiischen, etwa auf Twitter.

Niall Quinn, ehemaliger irischer Nationalspieler:

„Kein Schiedsrichter, kein Spiel, unterstützt die offiziellen Spielmacher.“

Für Schiedsrichter-Analyst Dr. Errol Sweeney keine Einzelfälle. Er pfiff früher Spiele in der südafrikanischen Premier League. Mal wurde er im kugelsicheren Fahrzeug zum Spiel gebracht. Mal fand er Pistolenkugeln im Hotelzimmer.

Er meint, dass einige Eltern an der Seitenlinie mündig werden sollten.

Dr. Errol Sweeney, Schiedsrichter-Analyst:

„Nun, Eltern müssen erwachsen werden – einige sind das anscheinend nicht – und die Kinder das Spiel genießen lassen. Wenn die verlieren, verlieren sie. Das Problem ist: Manche Eltern kommen zum Match und wollen Trainer sein, Manager und Mentoren und alles andere.

Aber sie haben einen Trainer, lasst sie ihren Job machen und haltet euch zurück.”

Die Dublin Schoolboys League und der irische Fußballverband wollen Mobbing durch widerspenstige Eltern nicht länger tolerieren – eine direkte Warnung an die Vereine, ihre Anhänger im Auge zu behalten.

Ken Murray, Euronews:

"Normalerweise ist es die Aufgabe von Eltern, ihre Kinder zu disziplinieren, aber die Ereignisse hier in Dublin in den letzten Wochen haben gezeigt, dass die Zeit für einige Eltern gekommen ist, sich selbst zu disziplinieren. Geschieht dies in den kommenden Wochen und Monaten nicht, kann dies dazu führen, dass die betroffenen Mannschaften möglicherweise nie wieder spielen werden.“

Ken Murray, su