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Kino-Rückschau 2021: starke Frauen prägen die Leinwand

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Von Frédéric Ponsard  & Sabine Sans
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Kino-Rückschau 2021: starke Frauen prägen die Leinwand
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Das Filmjahr 2021 ist geprägt von einem Siegeszug der Filmemacherinnen, sei es bei den größten Filmfestivals der Welt wie Cannes oder Venedig, aber auch bei begehrten Trophäen wie den Oscars oder dem Prix Lumière. Ein Rückblick in Bildern auf ein Filmjahr der außergewöhnlichen Art.

Ein Jahr, das mit der Auszeichnung von Chloé Zhao begann, die nach dem Goldenen Löwen in Venedig 2020 im April gleich drei Oscars für "Nomadland" gewann: bester Film, beste Regie und beste Hauptdarstellerin für Frances McDormand.

Ein historischer Sieg für einen Film, der von einer Frau gedreht wurde, über eine Witwe, die mit ihrem Wohnmobil ohne festen Wohnsitz durch die USA tourt.

Die Independent-Regisseurin Chloé Zhao wurde von Marvel für ihr neuestes Werk "Eternals" engagiert, das im Herbst in die Kinos kam.

Wie die Oscars, die wegen Covid um zwei Monate verschoben wurden, fanden auch die Filmfestspiele von Cannes dieses Jahr im Juli statt, anstatt wie sonst im Mai. Unter dem Vorsitz von Spike Lee zeichnete die Jury den Film "Titane" der jungen französischen Regisseurin Julia Ducournau aus.

"Es ist schon verrückt, aber alle Regisseure und die Regisseurin (Jane Campion), die die Goldene Palme vorher bekommen haben, haben sich wahrscheinlich das Gleiche gedacht wie ich, nämlich dass man als als Regisseur oder Regisseurin seinen Film unmöglich als perfekt ansehen kann", meint Julia Ducournau. "Es ist sogar schön, dass diese Auszeichnung die Unvollkommenheiten ehrt, die das Herz und die Energie der Filme ausmachen."

Ein unvollkommener Film also, der die Kritiker als auch das Publikum gespalten hat. Ein Genrefilm im doppelten Sinne des Wortes: ein blutrünstiger Thriller, der auch mit sexuellen Identitäten spielt. "Titane" bringt auf jeden Fall frisches Blut und einen anderen weiblichen Blick aufs Kino.

Auch Venedig stellt die Frauen in den Mittelpunkt

Auch in Venedig stehen die Frauen im Mittelpunkt: Und auch dort erhielt eine Französin, Audrey Diwan, mit dem Goldenen Löwen die höchste Auszeichnung. Ihr Film "L'Evénement" erzählt die Geschichte einer Studentin, die im Frankreich der 60er-Jahre abtreibt.

"Für mich ist dieser Film ein bisschen so, wie ein Schrei, den man ausstößt, um zu sehen, wie weit er widerhallt. Und heute Abend habe ich das Gefühl, dass ich tatsächlich gehört werde", freut sich Audrey Diwan.

Ein ruhig erzähltes Abtreibungsdrama über eine Frau, die ihre Freiheit bewahren will. Ein universelles Thema für einen sehenswerten Film, der von der französisch-rumänischen Schauspielerin Anamaria Vartolomei wunderbar dargestellt wird.

Prix Lumière für Jane Campion

Im Herbst wurde in Lyon die große neuseeländische Filmemacherin Jane Campion mit dem Prix Lumière 2021 ausgezeichnet, dem sogenannten Art Nobelpreis des Films. Die Regisseurin lobt die Kunst:

"Das hat mein Leben ermöglicht: Mit Kino aufzuwachsen, das war mein Leben. Ich hatte das Gefühl, dass ich außergewöhnliche Erwachsene mit großer Vorstellungskraft entdeckte, die Antworten auf die großen Fragen haben wie "Warum sind wir hier? Wie kann man lieben? Wer bin ich? Was wird die Zukunft bringen?"

In ihrem neuesten Film „The Power of the Dog" mit Benedict Cumberbatch wirft sie einen weiblichen Blick auf einen brutalen und machohaften Cowboy, der ein dunkles Geheimnis verbirgt. Der Film wurde im November auf Netflix veröffentlicht.