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Booster-Kampagnen werden Omikron nicht stoppen - im Gegenteil, warnt WHO

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Von Euronews
Weihnachtsstimmung in Lissabon: Trotz hoher Impfraten müssen Spanien und Portugal zum Jahresende neue Maßnahmen ankündigen.
Weihnachtsstimmung in Lissabon: Trotz hoher Impfraten müssen Spanien und Portugal zum Jahresende neue Maßnahmen ankündigen.   -   Copyright  Armando Franca/AP

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, dass Auffrischungsimpfungen die Pandemie verlängern, anstatt sie zu beenden. Die Kampagnen seien kein Freibrief für die Feiertage.

"Pauschale Booster-Kampagnen werden die Pandemie wahrscheinlich eher verlängern als beenden, da sie die Versorgung in Länder umleiten, die bereits eine hohe Durchimpfungsrate haben, was dem Virus mehr Gelegenheit gibt, sich zu verbreiten und zu mutieren", sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der WHO, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch.

"Kein Land kann sich aus der Pandemie boostern", fügte er hinzu.

Derzeit werden etwa 20 % der weltweit täglich verabreichten Impfstoffdosen als Auffrischungsimpfungen verabreicht. Gleichzeitig kann die Hälfte der WHO-Mitgliedstaaten nur 40 % ihrer Bevölkerung impfen und fast drei von vier medizinischen Fachkräften in Afrika sind nach wie vor nicht geimpft.

Booster + andere Maßnahmen = Schutz

"Die Auffrischungsimpfungen dürfen nicht als Freifahrtschein für die geplanten Feierlichkeiten angesehen werden, ohne dass andere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden", fügte Dr. Tedros hinzu.

Die Vorräte sollten ausreichen, um die gesamte Weltbevölkerung bis zum ersten Quartal 2022 zu impfen. Um jede Person mit dem weltweiten Impfstoffvorrat zu boostern, wird es aber erst Ende des Jahres ausreichen, so der WHO-Generaldirektor.

Länder sollten sich gegenseitig bei dem Ziel unterstützen, 40 % der Bevölkerung zu impfen.

Viele westliche Länder setzen auf Auffrischungsimpfungen für Erwachsene, um der neuen, leichter übertragbaren Omicron-Variante entgegenzutreten.

Nach Angaben der WHO wurde die neue Variante mittlerweile in mindestens 106 Ländern gemeldet. Sie treibt insbesondere in Europa, Afrika und Nord- und Südamerika die Fallzahlen in die Höhe.

Während die Zahl der Infektionen im Dezember weltweit stabil geblieben ist, stieg die Zahl der Todesfälle in der vergangenen Woche weltweit um 9%, so die WHO in ihrem jüngsten epidemiologischen Bericht.

Das Jahr 2022 muss das Ende der COVID-19-Pandemie sein.
Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus
WHO-Generaldirektor

Die Region Europa, zu der auch Teile Zentralasiens gehören, meldete weiterhin die höchste Zahl wöchentlicher Fälle, gefolgt von Nord- und Südamerika.

In der vergangenen Woche meldete die afrikanische Region, in der die Omikron-Variante zuerst entdeckt wurde, den höchsten Anstieg bei COVID-19-Fällen.

"Zu Beginn des neuen Jahres müssen wir alle die schmerzhaften Lektionen lernen, die uns dieses Jahr gelehrt hat. Das Jahr 2022 muss das Ende der COVID-19-Pandemie sein, aber es muss auch der Beginn einer neuen Ära der Solidarität sein. Wir müssen das Jahr 2021 mit Trauer hinter uns lassen und dem Jahr 2022 mit Hoffnung entgegensehen", sagte Dr. Tedros.

Sehen Sie sich die Pressekonferenz in voller Länge im obigen Videoplayer an (im Orginalton in Englisch).