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3. oder 4. Impfung: Wie viele Booster gegen Covid-19 braucht es noch?

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Von Euronews  mit AP, ZDF, Haaretz
Impfstoff-Dosen sind vorbereitet
Impfstoff-Dosen sind vorbereitet   -   Copyright  Jeremias Gonzalez/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

"Ich werde mich gleich für die 4. Impfung anmelden, damit ich nicht wieder so einen Stress habe", das sagt die gerade geboosterte Kollegin kurz nach Weihnachten. Die 60-Jährige hat den französischen Präsidenten so verstanden, dass sich alle 2022 ein viertes Mal impfen lassen müssen.

Doch auch in Frankreich wird über eine vierte Dosis zwar gesprochen, Booster-Impfungen sind inzwischen drei Monate nach der letzten Immunisierung möglich, aber eingeplant sind Termine für die vierte Impfung derzeit noch nicht. Die Kollegin hat Emmanuel Macron falsch verstanden.

Vielerorts in Europa herrscht Verwirrung darüber, wie viele Impfungen gegen Covid-19 nötig sind oder sein werden.

Drosten: "Jeder Erwachsene sollte sich ein Update verschaffen"

Im Gespräch mit dem ZDF sagte der Virologe Dr. Christian Drosten, dass Deutschland ein "Spezialproblem mit den Ungeimpften" habe. Es sei das Land in Westeuropa, in dem es die höchste Quote der Menschen gebe, die keinen Kontakt mit dem Virus habe. Kontakt mit dem Virus hatten auch Menschen, die gegen Covid-19 geimpft sind.

Christian Drosten erklärte, dass es sein könnte, dass alle im Frühjahr oder im Sommer noch ein Update in Form einer auf die Omikron-Variante angepassten Impfung brauchen.

Im Winter werde sich dann zeigen, ob die endemische Situation erreicht werde. Diese bedeutet, dass das Virus nicht mehr so krank macht. Drosten sagte: "Wenn das Virus bis dahin sich nicht sehr stark weiter verändert, werden wir wahrscheinlich einen relativ normalen Winter haben, vielleicht wie in einem normalen, schweren Influenza-Winter."

Die größte Sorge bereiten Drosten die Ungeimpften in Deutschland - vor allem die Älteren.

Als erstes und bisher einziges Land der Welt hat Israel mit den vierten Impfungen begonnen

Am 30. Dezember haben die Gesundheitsbehörden die zweite Booster-Impfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer offiziell genehmigt. Und einen Tag später hat das Verimpfen der vierten Dosis begonnen - bisher aber nur in Alten- und Pflegeheimen - wie HAARETZ berichtet.

In Chile sind erste Impfungen mit der vierten Dosis für Februar geplant.

Ein Expertengremium des israelischen Gesundheitsministeriums hatte in der vergangenen Woche empfohlen, die zweite Auffrischungsimpfung für alle Menschen über 60 Jahren zuzulassen, doch der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Nachman Ash, wollte abwarten, bis mehr Daten verfügbar sind.

Die vierte Dosis wird jetzt an einer Gruppe von Beschäftigten im Gesundheitswesen getestet. Die ersten Ergebnissen sollten in zwei Wochen vorliegen.

An diesem Freitag verzeichnete Israel einen weiteren Anstieg der täglichen Neuinfektionen: 4.916 neue positive Tests gegenüber 4.067 am Donnerstag und mehr als eine Verdoppelung seit Beginn der Woche. Die Zahl der schwer erkrankten Patientinnen und Patienten blieb jedoch konstant: 93 am Freitag im Vergleich zu 94 Patienten am Donnerstag. Auch in Israel wurde mit einem weiteren Anstieg der Infektionen durch die Omikron-Variante gerechnet.

4. Dosis im Kampf gegen Omikron notwendig?

Der Berater der US-Regierung Dr. Antony Fauci erklärte laut New York Post, es sei "denkbar", dass eine vierte Dosis eines Covid-19-Impfstoffs zum Schutz gegen die Omikron-Variante empfohlen werde. Aber auch er sagte, es sei mehr Forschung darüber erforderlich, wie gut die derzeitigen Auffrischungsimpfungen vor schweren Erkrankungen schützen. "Wir werden einen Schritt nach dem anderen machen, die Daten der dritten Auffrischungsimpfung sammeln und dann Entscheidungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten treffen.", sagte der Experte.

Fauci warnte die Menschen auch davor, an Silvester mit größeren Menschenmengen zu feiern. Kleinere Treffen mit Familienkreis mit Geimpften und Geboosterten hält er für vertretbar: "Auch wenn das Risiko nie ganz ausgeschlossen werden kann, ist es doch so gering, dass Sie unserer Meinung nach weiterhin an Ihren Plänen festhalten können, sich zu Hause mit der Familie und engen Freunden unter Geimpften und Geboosterten zu treffen."

Einige Experten gehen davon aus, dass die Booster-Impfung die Immunisierung erst komplett mache. Andere glauben, dass es keinen Sinn mehr ergebe, von "vollständiger Impfung" zu sprechen, wenn die Vakzine auf die verschiedenen Varianten angepasst werden müssten.

Derzeit gelten in verschiedenen EU-Ländern verschiedene Regeln, wie lange ein Impfpass gültig ist - und ob für die Gültigkeit eine Booster-Impfung notwendig ist.