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"Die Welt hat genug gelitten": Nadal zum Fall Djokovic vs. Australien

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Von Alexandra Leistner
Rafael Nadal spricht sich für die Covid-19-Impfung aus, die Welt habe genug gelitten, um jetzt Regeln nicht einzuhalten.
Rafael Nadal spricht sich für die Covid-19-Impfung aus, die Welt habe genug gelitten, um jetzt Regeln nicht einzuhalten.   -   Copyright  AP EDIT

"Ich habe irgendwie ein bisschen Mitleid mit ihm", sagte Tennis-Profi Rafael Nadal über seinen Kollegen Novak Djokovic. "Aber gleichzeitig kannte er die Regeln seit einer ganzen Weile".

Djokovic befindet sich in Australien, darf aber nicht einreisen, weil seine Papiere offenbar nicht vollständig sind. Offiziell hatt Djokovic nicht gesagt, dass er ungeimpft ist, eine andere Erklärung für den Streit, in den jetzt auch seine Anwälte involviert sind, gibt es aber kaum.

"Wenn er das gewollt hätte, könnte er hier in Australien spielen", sagte Nadal zu dem Fall befragt. "Ich habe nicht alle Informationen. Aber eines ist klar: Wer geimpft ist, darf hier spielen", so Nadal. "Die Welt hat genug gelitten, um jetzt Regeln zu missachten."

Für die Aufregung in Australien hat Nadal Verständnis. Viele Menschen hätten wegen Lockdowns lange Zeit nicht einreisen können und ihre Familien und Freunde nicht sehen können. 

Nadal sagte, er selbst sei zweifach geimpft und habe Covid-19 durchgemacht. Die Pandemie könne laut Experten nur durch Impfungen aufgehalten werden, und diesen Menschen vertraue er, so Nadal.

Warum darf Djokovic nicht nach Australien einreisen?

Vor seiner Einreise nach Australien hatte Novak Djokovic noch stolz in den sozialen Netzwerken angekündigt, dass er mit einer "Sondergenehmigung" nach Australien reisen dürfe. 

Die Regierung des Bundesstaates Victoria, in dem die Australian Open ab dem 17. Januar ausgetragen werden sollen, hat für alle Spieler:innen, Mitarbeiter:innen und Fans bei dem Turnier eine vollständige Impfung vorgeschrieben.

Ausnahmen könnten in seltenen Fällen und aus triftigen medizinischen Gründen gemacht werden, stellvertretende Premierminister des Bundesstaates Victoria, James Merlino.

Das sei allerdings "kein Schlupfloch für privilegierte Tennisspieler".

Tennis Australia teilte mit, dass Djokovics Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung "nach einem strengen Überprüfungsprozess, an dem zwei unabhängige medizinische Expertengremien beteiligt waren, bewilligt wurde". 

Weder Tennis Australia noch Djokovic gaben den Grund für die beantragte Ausnahmegenehmigung bekannt.

Am Mittwoch nach seiner Landung wurde der 34-Jährige dann von Grenzbeamten aufgehalten wegen nicht erfüllter Vorgaben für sein Visa und dann am Flughafen acht Stunden festgehalten. Anschließend wurde er in ein Abschiedehotel gebracht. Gegen die angeordnete Ausweisung wehrte sich Djokovic dann am Donnerstag juristisch. Das Gericht schob die Ausweisung vorerst auf Montag auf.

Australiens Premier schrieb auf Twitter, dass die Regeln auch für Djokovic gelten. "Das Visum von Herrn Djokovic wurde annulliert. Regeln sind Regeln, besonders wenn es um unsere Grenzen geht. Niemand steht über diesen Regeln. Unsere strenge Grenzpolitik hat entscheidend dazu beigetragen, dass Australien eine der niedrigsten COVID-Todesraten der Welt hat, und wir werden weiterhin wachsam sein."