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"Dutzende Tote" unter Demonstranten bei Protesten in Kasachstan

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Von Euronews mit dpa  mit AFP/DPA
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Rauch dringt aus dem Bürgermeisteramt in Almaty
Rauch dringt aus dem Bürgermeisteramt in Almaty   -   Copyright  Yan Blagov/Associated Press

Bei Ausschreitungen in der kasachischen Großstadt Almaty hat es offenbar Dutzende Tote gegeben. Nach Berichten des kasachischen Fernsehsenders Khabar 24 hatten zuvor Menschen versucht, mehrere Polizeigebäude zu stürmen. Dabei seien Dutzende Angreifer "eliminiert" worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Das kasachische Gesundheitsministerium nahm zu möglichen Todesopfern keine Stellung. Es berichtete von rund 1000 Verletzten in Folge der Unruhen. 400 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden. Davon müssten 62 auf Intensivstationen behandelt werden.

Fallschirmspringer aus Russland

Der kasachische Präsident Kassym-Jomart Tokajew rief das von Russland geführte Militärbündnis Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) zu Hilfe, das umgehend die Entsendung sogenannter Friedenstruppen ankündigte.

Berichten russischer Nachrichtenagenturen zufolge sind bereits Fallschirmspringer aus Russland nach Kasachstan verlegt worden. Vor Ort in Almaty ist der deutsche Journalist Oliver Soos, der in unregelmäßigen Abständen über Twitter berichtet. 

In Teilen des Landes soll der Zugang zum Internet nicht mehr möglich sein. Es gibt auch Berichte, in denen von einer landesweiten Abschaltung die Rede ist.

Präsident macht "Terroristische Banden" verantwortlich

Tokajew äußerte sich in einer Fernsehansprache über die Herkunft der Demonstrierenden und Randalierer: "Diese terroristischen Banden sind internationale Banden, sie haben eine umfassende Ausbildung im Ausland erhalten, und ihr Angriff auf Kasachstan sollte als ein Akt der Aggression betrachtet werden."

In Kasachstan hatte sich Lage unter anderem nach den Erstürmungen der Präsidentenresidenz und des Bürgermeisteramtes in Almaty zugespitzt. Einwohnerinnen und Einwohner wurden laut medienberichten aufgefordert, an sicheren Orten zu bleiben und Straßen zu meiden.

Auslöser der größten regierungskritischen Protestwelle seit Jahren war Verärgerung über deutlich gestiegene Treibstoffpreise in dem öl-und gasreichen Land. Als Reaktion auf die teils gewaltsamen Proteste entließ Tokajew die Regierung.