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Angespannte Ruhe in Kasachstan: Tausende fliehen ins Ausland

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Von Euronews mit dpa, AP
Demonstrierende in der kasachischen Metropole Almaty am 6. Januar
Demonstrierende in der kasachischen Metropole Almaty am 6. Januar   -   Copyright  Vladimir Tretyakov/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

An der kasachisch-kirgisischen Grenze herrschte in der Nacht weitgehend Ruhe, nachdem sich zuvor eine ubekannte Zahl von Kasachinnen und Kasachen in das Nachbarland abgesetzt hatte. Hintergrund sind die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Kasachstan. 

Kirgistan befreite Kasachinnen und Kasachen sowie andere Menschen aus dem Ausland von der PCR-Testpflicht beim Grenzübergang. Mehrere Tausend Menschen sollen bereits nach Kirgistan geflohen sein.

Nach Angaben des kasachischen Innenministeriums wurden bei den beispiellosen Gewaltausbrüchen in mehreren Städten des Landes zwei Dutzend Demonstrierende und 18 Sicherheitskräfte getötet. Über 1000 Menschen seien verletzt worden. 

Wegen der "Organisation und Teilnahme an Massenunruhen" gab es rund 2300 Festnahmen. Gegen die Festgenommenen wird laut kasachischen Medien auf der Grundlage der "Ausübung von Terrorakten" ermittelt.

Opposition: "Aus des Regimes"

In den Augen mehrerer Oppositionspolitikerinnen und -politiker markiert der beispiellose Gewaltausbruch den Anfang vom Ende der Regierung.

Der 58-jährige Mukhtar Ablyazov ist früherer Energieminister des Landes und arbeitet jetzt als Geschäftsführer einer Bank: "Ich denke, das bedeutet das Aus des Regimes. Es ist nur eine Frage der Zeit."

"Sowjetunion wieder aufbauen"

Russische Truppen sind bereits in Kasachstan eingetroffen. Offiziell handelt es sich um eine Friedensmission. Mukhtar Ablyazov vermutet dahinter eine Initiative von Ex-Präsident Nursultan Nasarbajew: "Er hat Putin um Hilfe gebeten. Putin will die Sowjetunion wieder aufbauen und nutzt die Lage aus. Für uns bedeutet das eine Besatzung."

Nasarbajews Nachfolger Kassym-Jomart Tokajew wurde 2019 ins Amt gewählt. Bei einer Abstimmung, die mehrere internationale Organisationen wie die OSZE als manipuliert eingestuft hatten. Die Vorwürfe lauteten auf Wahlbetrug, Unterdrückung der Opposition und Beschränkung der Freiheitsrechte der Menschen in Kasachstan.