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Wegen Corona: 2.000 Hamster müssen sterben, es hagelt Protest

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Von Euronews  mit AP
Tiergeschäft in Hongkong, in dem mehrere Hamster mit dem Coronavirus infiziert waren
Tiergeschäft in Hongkong, in dem mehrere Hamster mit dem Coronavirus infiziert waren   -   Copyright  Kin Cheung/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Etwa 2.000 Hamster und andere kleine Haustiere sollten getötet werden, nachdem sich in der Tierhandlung "Little Boss" in Hongkong mindestens elf Tiere mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Offenbar hatte eine mit der Delta-Variante infizierte Beschäftigte die Krankheit auf die Hamster übertragen.

Angestellte der Gesundheitsbehörden in Schutzanzügen tauchten in zahlreichen Tierhandlungen auf und trugen rote Säcke aus den Geschäften. Mindestens 150 Menschen, die in Tierhandlungen arbeiten, wurden in Quarantäne geschickt und ganze Wohnviertel wurden abgeriegelt. Zudem sollten Hongkonger, die nach dem 22. Dezember Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen gekauft haben, diese an Sammelstellen abgeben.

Doch Tierschützerinnen und Tierschützer stellten sich gegen die Aktion. Die Behörden warnten vor Protestaktionen. In Chatgruppen im Internet gab es Angebote von vielen Userinnen und Usern, die betroffenen Hamster zu adoptieren.

Kin Cheung/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved
Geschlossene Tierhandlung in HongkongKin Cheung/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Zwar ist die Übertragung von Menschen auf Tiere und von Tieren auf Menschen möglich, doch die Weltgesundheitsorganisation schätzt diese Risiko als eher gering ein. In der ersten Welle der Corona-Pandemie waren in Dänemark mehrere Millionen Nerze gekeult worden, nachdem in den Farmen infizierte Tiere entdekct worden waren.

An diesem Samstag hat die Regierungschefin der chinesischen Sonderverwaltungszone die Keulung der Hamster verteidigt. Hongkong verfolgt - wie China - eine Zero-Covid-Strategie. Die 7-Tage-Inzidenz lag am 22.1.22 bei 0,8. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 213 Menschen in Hongkong an Covid-19 gestorben.

Carrie Lam sagte: "Ich verstehe, dass Haustierbesitzer unglücklich sind... doch das größte öffentliche Interesse besteht darin, die Pandemie zu kontrollieren. Wir sind besorgt, dass die exponentielle Zunahme der Fälle, die wir in anderen Teilen der Welt gesehen haben, nun auch in Kwai Chung erfolgt." 

Kwai Chung ist ein dicht besiedeltes Wohngebiet nördlich der Halbinsel Kowloon. 

Hunde, Katzen, Nerze, Löwen, Tiger und Nagetiere können sich mit SARS-CoV2 infizieren. Während vorheriger Virus-Wellen hatte es weltweit in mehreren Zoos Ansteckungen von Tieren gegeben.