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Streit um vermeintliche Corona-Fakenews: Joni Mitchell verkündet ebenfalls Spotify-Boykott

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Von euronews
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Streit um vermeintliche Corona-Fakenews: Joni Mitchell verkündet ebenfalls Spotify-Boykott
Copyright  John Shearer/John Shearer/Invision/AP

Die kanadische Sängerin Joni Mitchell hat angekündigt, ihre Musik nicht mehr für den Streamingdienst Spotify freizugeben. Die 78 Jahre alte Künstlerin folgt damit dem Beispiel von Neil Young. Beide protestieren gegen den Podcast des US-Entertainers Joe Rogan auf der Platform. Sie werfen Rogan vor, Falschinformationen über die Corona-Impfung zu verbreiten.

Vorausgegangen war ein Ultimatum an den Streamingdienst durch Young. Der Künstler hatte das US-Unternehmen aufgefordert, sich zwischen ihm und Rogan zu entscheiden. Spotify weigerte sich Rogan herunterzunnehmen und so zog Young die Konsequenz: Für alle Musikstücke, für die er die Recht besitzt, verweigert er künftig die Freigabe auf Spotify. Nicht betroffen sind demnach einzelne Stücke von ihm, für die Musik- oder Filmverlage die Rechte halten. Deshalb sind weiterhin einzelne Lieder von ihm auf Spotify zu finden. Der entsprechende Brief mit dem Ultimatum von Young ist inzwischen von seiner Webseite verschwunden.

Umstrittener Podcast mit Millionendeal

Der Podcast von Joe Rogan gehört zu den meistgehörten der Welt. Nach eigenen Angaben hatte er 2019 über 190 Millionen Downloads. Spotify sicherte sich im vergangenen Jahr die Exklusivrechte und bezahlte dafür angeblich 100 Millionen US-Dollar. Der Podcast beschäftigt sich nicht nur mit Corona und der Impfung, sondern behandelt eine große Bandbreite von Themen. Oft sind Gäste aus der Musik- oder Unterhaltungsbranche zu Gast und plaudern über private Dinge. 

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gab es immer wieder Vorwürfe von Medizinern, Rogan würde Dinge zu stark vereinfachen oder sogar Statistiken falsch darstellen. In seinen Gesprächen ist der US-Entertainer keinesfalls neutral. Allerdings ist Rogan auch kein erklärter Impfgegner und leugnet nicht die Existenz des Coronavirus. Auf der anderen Seite rät er beispielsweise von der breiten Impfung von Jugendlichen ab, vor allem mit Hinweis auf das Risiko einer Herzmuskelentzündung.

Zuletzt hatten sich mehr als 270 Wissenschaftler und Ärzte in einer Petition an Spotify gewandt: Sie warfen Joe Rogan vor, habe wiederholt Falschinformationen zu der Corona-Pandemie verbreitet zu haben. Dadurch werde Misstrauen in die Wissenschaft gefördert. Rogan hatte die Vorwürfe stets zurückgewisen. Er selbst sieht sich als eine Art Kämpfer gegen die "Cancel Culture" in Amerika.