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Angeklagter im Prozess zum Mord an Maëlys (8): "Wollte sie nicht töten"

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Von Euronews  mit AFP
Der Angeklagte Nordahl Lelandais im Gerichtssaal in Grenoble
Der Angeklagte Nordahl Lelandais im Gerichtssaal in Grenoble   -   Copyright  BENOIT PEYRUCQ/AFP or licensors

In Grenoble beim Prozess um den Tod der damals acht Jahre alten Maëlys im August 2017 ist der Angeklagte Nordahl Lelandais befragt worden. Der 38-jährige Ex-Militär gab zu, dass er das Mädchen von einer Hochzeitsfeier in Pont-de-Beauvoisin in seinem Auto mitgenommen und sie später geschlagen habe. Aber Nordahl Lelandais bestreitet, dass er die Absicht hatte, das Kind zu töten.

"Was auch immer ich sage, man wird mir nicht glauben", klagte Lelandais und versicherte, er sage "heute die Wahrheit". Unter Tränen gab er zu, dass "die Schläge absichtlich waren, es war kein Unfall. Aber ich hatte nicht die Absicht, Maëlys zu töten".

Der ehemalige Hundeführer bei der Armee habe bei der Feier kurz mit Maëlys über Hunde gesprochen. Sie sei freiwillig mit ihm auf den Parkplatz gegangen und dann mit in sein Auto eingestiegen, als er nach Hause fahren wollte, um sich Kokain zu holen. Lelandais sagte, er wollte Maëlys seine Hunde zeigen.

Aber dann sei es nicht so gelaufen wie es hätte sein sollen, erklärte der Angeklagte, Maëlys habe angefangen zu schluchzen. Das habe ihm Angst gemacht - genau wie in der Nacht, als er den jungen Berufssoldaten Arthur Noyer im April 2017 umgebracht hatte. "Ich hatte bereits einen Menschen getötet, das war etwas, was ich ständig im Kopf hatte, und ich habe mich umgedreht und hatte ein völlig verrücktes Gefühl. Ich drehte mich um und schlug zu".

Beim Prozess geht es auch darum, Nordahl Lelandais das achtjährige Mädchen sexuell missbraucht hat.

Als ihre Leiche sechs Monate nach ihrem Tod gefunden wurde, war diese schon so verwest, dass die Gerichtsmediziner einen möglichen Missbrauch nicht mehr nachweisen konnten. Der Angeklagte bestreitet, Maëlys sexuell missbraucht zu haben. Er habe noch versucht, ihren Puls zu fühlen und den Körper dann in der Nähe von Bahngleisen abgelegt.

Danach habe sich Nordahl Lelandais zu Hause umgezogen und sei zu der Hochzeit zurückgefahren, "um eine Art Alibi" zu bekommen.

"Ich weiß nicht, was passiert ist. Aber ich war es, natürlich war ich es", sagte er und entschuldigte sich mehrmals bei Mäelys' Familie.

Lelandais hatte zuvor sexuelle Übergriffe auf seine beiden kleinen Cousinen zugegeben, nachdem Aufnahmen des Missbrauchs auf seinem Handy gefunden worden waren.

Der Angeklagte wurde im Mai 2021 in Chambéry zu 20 Jahren Haft verurteilt für den Mord an Arthur Noyer. Für den Mord an Maëlys muss er mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen. Das Urteil in Grenoble wurde für den kommenden Freitag erwartet.