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Japan bekämpft Waldbrände mit umweltfreundlichem Löschschaum aus Seife

Von Damon Embling
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Japan bekämpft Waldbrände mit umweltfreundlichem Löschschaum aus Seife
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**Tödliche Waldbrände verwüsten Länder auf der ganzen Welt und verschlingen weite Teile der Natur. In dieser Folge von Global Japan geht es um einen neuen umweltfreundlichen Feuerlöschschaum, der in Japan aus Seife hergestellt wird. Er könnte die Welt verändern. **

Weil dauerhaft ein heißeres und trockeneres Wetter vorhergesagt wird, werden wir in Zukunft wohl noch mehr Waldbrände erleben. In der japanischen Stadt Kitakyushu gab es allein im vergangenen Jahr zehn Feuer in bewaldeten Regionen. Und genau hier hat die Feuerwehr den Löschschaum erfunden. Ursprünglich wurde er entwickelt, um den Wasserbedarf beim Löschen von Gebäudebränden zu verringern - nach dem verheerenden Erdbeben von Kobe 1995.

"Während dieses Erdbebens brachen viele Brände aus. Damals wurden Hydranten und Löschwasserzisternen durch das Beben zerstört, wir konnten kein Wasser speichern“, sagt Sakamoto Masaaki vom Katastrophenschutz in Kitakyushu.

Ungiftige, abbaubare, wassersparende Lösung für ein zunehmendes Problem

Der Schaum wurde zusammen mit der lokalen Universität und einem Seifenhersteller optimiert. Hergestellt wird er durch das Mischen einer Lösung aus natürlich gewonnener Seife mit Wasser. Er ist chemikalienfrei, biologisch abbaubar und wirkt, indem er die Wassertröpfchen voneinander trennt. Der Mann vom Katastrophenschutz erklärt: "Wenn das Löschmittel gemischt wird, kann sich der Wassertropfen nicht bilden und wird klebrig. So kann es gut in die Öffnungen von Stoffen oder Holz einziehen."

Der Erfolg des in der örtlichen Seifenfabrik "Shabondama" hergestellten Schaums lenkt nun die Aufmerksamkeit der Forscher auf die Frage, wie er bei Waldbränden eingesetzt werden könnte. Untersuchungen der Universität Kitakyushu haben nämlich gezeigt, dass er bis zu 266 Mal weniger schädlich ist als andere synthetische Versionen, wie Direktor Dr. Kawahara Takayoshi erklärt. 

"Es gibt Daten, die zeigen, dass der Wasserverbrauch auf weniger als ein Siebzehntel reduziert werden kann. Und die Umweltverträglichkeit betreffend, ist er für Fische und andere Wasserlebewesen viel weniger giftig als synthetische Löschmittel. Außerdem wird er zu 100 Prozent von Mikroorganismen in der Umwelt abgebaut, es gibt keine Rückstände in der Umwelt.“

Die Japaner haben ihren Löschschaum auf verschiedenen internationalen, akademische Konferenzen zum Thema Waldbrände vorgestellt. Dort sei er auf großes Interesse gestoßen. 

Tests auf Insel Borneo in Indonesien liefen vielversprechend

Schließlich fand der Schaum seinen Weg auf die indonesische Insel Borneo. Dort gibt es dichte Wälder und Wasserstraßen. Torfbrände sind hier ein besonderes Problem. Indonesische Wissenschaftler haben den Schaum in einer Reihe von Experimenten getestet, auch unter realen Bedingungen mit einem Feuer. Zehn Monate später stellten sie fest, dass die Vegetation wieder gewachsen war.

"Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist es sehr schwierig, Brände nur mit Wasser zu löschen. Aber mit dieser Seife erzielen wir in kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse", sagt Kitso Kusin, Koordinator der Testreihe von der Palangka Raya Unisersität. 

Damon Embling, Euronews
Torf auf der Insel BorneoDamon Embling, Euronews

Wenn Torf in Brand gerät, kann die Glut lange Zeit unterirdisch weiterbrennen und schädliche Gase freisetzen. Der japanische Schaum auf Seifenbasis dringt in den Boden ein und löscht dort die Glut. Das war bei einem Waldbrand 2019 von unschätzbarem Wert, so Kitso Kusin: "Als wir das Feuer gelöscht hatten, war es am nächsten Tag wieder da. Zum Glück hatten wir damals noch einen Vorrat an Shabondama-Seife von einem früheren Feldversuch übrig. Den haben wir dann zum Löschen benutzt. Obwohl nicht mehr viel Seife übrig war, hatten wir das Gefühl, dass die Ergebnisse beim Löschen der restlichen Brände sehr effektiv waren.“

Zurück in Japan. Das umweltbewusste Kitakyushu will den Löschschaum auch in Chiang Mai in Thailand testen. Sie wollen die Zusammenarbeit zwischen Universität und Industrie stärken und zur CO2-Reduzierung beitragen, sagt Universitätsdirektor Arita Yuichi: "Wir hoffen, dass wir mit dem Einsatz des Löschschaums die CO2-Emissionen ein wenig eindämmen und einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten können."

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