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Putin wegen Ukraine sehr unzufrieden: Geheimdienstchefs unter Hausarrest?

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Von Euronews  mit Twitter, CEPA, AP
Wladimir Putin bei einer FSB-Tagung - ARCHIV vom 24. Februar 2021
Wladimir Putin bei einer FSB-Tagung - ARCHIV vom 24. Februar 2021   -   Copyright  Alexei Druzhinin/Copyright 2021 Sputnik

"Putin scheint mit dem FSB wegen der Ukraine wirklich unzufrieden zu sein (...) Sergei Beseda, Leiter des Dienstes, und sein Stellvertreter Bolukh, Leiter des DOI, wurden unter Hausarrest gestellt, wie ich aus internen Quellen erfahren habe." Das schreibt Andrei Soldatow - ein bekannter russischer Investigativ-Journalist, der als Experte für Russlands Geheimdienste gilt, auf Twitter.

Eine offizelle Bestätigung aus Moskau gab es auch lange Stunden nach diesem Tweet nicht.

DOI steht für "Department of Operative Information“ und ist eine Abteilung des Geheimdienstes FSB, die vor allem mit Russlands Nachbarländern betraut ist. Sergei Beseda leitete das DOI, bevor er zum FSB-Chef befördert wurde. Der Mann, der als eine Art "Gendarm" von Wladimir Putin galt, steht schon seit 2014 auf den Sanktionslisten der EU und der USA, weil Beseda separatistische Aktivitäten auf der Krim und in der Ostukraine unterstützt haben soll.

In Andrei Soldatows zusammen mit Irina Borogan verfassten Artikel für die US-Denkfabrik CEPA heißt es, die Geheimdienstchefs hätten dem russischen Präsidenten vor dem Einmarsch in die Ukraine "aus Angst vor dessen Reaktionen offenbar gesagt, was er hören wollte". 

So soll die Ukraine in Berichten des FSB als militärisch schwach, von Neonazis durchsetzt und leicht  einzunehmen, beschrieben worden sein.

Doch "zwei Wochen nach Beginn des ins Stocken geratenen Krieges in der Ukraine hat Wladimir Putin plötzlich einen Angriff in eine überraschende Richtung gestartet - auf seinen geliebten Geheimdienst FSB", schreiben Soldatow und Borogan.

Der Kreml lege Beseda und seinem Stellvertreter neben den Fehlinformationen über die Ukraine den Missbrauch von Geldern, die für Operationen zur Verfügung gestellt worden waren, zur Last.

Dabei gilt der FSB - die Nachfolgeorganisation des KGB, für den Wladimir Putin selbst tätig war - nicht nur laut dem Experten Soldatow als "Lieblingsdienst" des russischen Präsidenten. Der Staatschef hatte den Geheimdienst laut Andrei Soldatow schon seit den 1990er Jahren damit betraut, in Ländern der ehemaligen Sowjetunion Wahlen zu beeinflussen.