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Neues Drama in Mariupol: Hunderte Vermisste in Kunstschul-Ruine befürchtet

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Von Euronews mit dpa, AP
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Satellitenaufnahme von Mariupol an diesem Sonntag
Satellitenaufnahme von Mariupol an diesem Sonntag   -   Copyright  Planet Labs PBC/AP

Das Leid der Zivilbevölkerung in den umkämpften ukrainischen Großstädten vergrößert sich täglich. Im seit drei Wochen belagerten Mariupol wurde eine Kunstschule, in der laut ukrainischen Behörden mehrere hundert Frauen, Kinder und Ältere Schutz suchten, dem Erdboden gleichgemacht. Eine unbekannte Zahl von Zivilisten soll unter den Trümmern verschüttet sein. Russland bestreitet weiterhin den Beschuss ziviler Ziele.

In der zwischen Odessa und der Halbinsel Krim liegenden Metropole Mykolajiw wurde die Suche nach Überlebenden der Bombardierung einer Kaserne fortgesetzt. Dort sollen bis zu 200 ukrainische Militärangehörige im Schlaf überrascht worden sein. Auch hier gibt es keine offiziellen Opferzahlen.

Soldat Alexander hat den Angriff überlebt: "Ich bin von der ersten Explosion aufgewacht, habe nach meinem Gewehr gegriffen und dann kam die gewaltigste Explosion. Das werde ich nie vergessen. Alles bebte."

Neuer Einsatz von Hyperschallraketen

Nach eigenen Angaben setzte die russische Armee in der Südukraine erneut neue ballistische Boden-Luft-Raketen vom Typ Kinschal ("Dolch") ein. Weil sie mit Hyperschallgeschwindigkeit unterwegs sind und ausweichen können, sind sie von der Luftabwehr kaum auszuschalten.

Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, erläuterte die Vorgehensweise:"Vom Kaspischen Meer aus starteten seegestützte Marschflugkörper vom Typ Kalibr und auf der Krim wurden Kinschal-Hyperschallraketen abgefeuert. Dadurch wurde ein großes Lager für Kraft- und Schmierstoffe nahe Konstantinowka in der Region Mykolajiw zerstört. Von dort aus wurden die wichtigsten Treibstofflieferungen für gepanzerte ukrainische Fahrzeuge in den Kampfgebieten im Süden der Ukraine durchgeführt."

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba veröffdentlichte Aufnahmen von Zivilistinnen und Zivilisten, die in der ebenfalls umkämpften südukrainischen Stadt Cherson gegen den Krieg auf die Straße gingen. Der Freiheitsgeist dieser Menschen sei ungebrochen, schrieb Kuleba.

Nur 7 statt 10 Fluchtkorridore

Aufnahmen von brennenden Häusern und flüchtender Zivilbevölkerung in der selbsternannten Volksrepublik Donezk im Donbas veröffentlichte das russische Staatsfernsehen RTR.

Die Regierung in Kiew berichtete, es seien insgesamt sieben Fluchtkorridore nahe der Städte Kiew, Charkiw und Mariupol eingerichtet worden.Am Samstag war noch die Einführung von zehn dieser Korridore angekündigt worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte über Twitter eine Art Wiederaufbauplan.

Insgesamt seien während der 25 Kriegstage bereits mehr als 14000 russische Soldaten gefallen, sagte Wolodymyr Selenskyj an diesem Sonntag.