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Rehe, Wölfe, Bären: So kommt die Pandemie immer wieder zu uns zurück

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Von Verena Schad  & AP
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Forscher im Grand Portage Reservat im US-Staat Minnesota testen Wildtiere wie Rehe, Elche, Bären und Wölfe auf Covid-19.
Forscher im Grand Portage Reservat im US-Staat Minnesota testen Wildtiere wie Rehe, Elche, Bären und Wölfe auf Covid-19.   -   Copyright  -Screenshot- AP

Ein kleiner Hirsch ist Wissenschaftlern im Grand Portage Reservat im US-Staat Minnesota in die Falle gegangen. Er atmet schwer und blutet ein wenig am Maul. Aber keine Sorge, es sieht schlimmer aus, als es ist, der Hirsch hat keinen Schaden genommen.

Die Forscher testen hier unter der Aufsicht von Wildtierexperten das ganze Jahr über Wildtiere wie Rehe, Elche, Bären und Wölfe auf Covid-19. In der Pandemieforschung hat man die Entwicklung von Covidinfektionen bei Wildtieren im Blick - mutierte Viren können von Tieren auf den Menschen übergehen.

-Screenshot- AP
Wissenschaftler Seth Moore nimmt bei einem Tier Blut ab und einen Covid-Abstrich vor.-Screenshot- AP

Die Arbeit im Grand Portage Reservat, einem Indianerreservat in den abgelegenen Wäldern des Norden, ist hart. Wissenschaftler Seth Moore und ein Team müssen bei eisigen Temperaturen wandern, Hubschrauber einsetzen, durch tiefen Schnee stapfen und sich potenziell gefährlichen Wildtieren nähern.

"Oft verwenden wir Kleefallen, bei denen wir die Falle mit einem Köder ausstatten, eine Tür fällt herunter, und wir fassen das Reh, legen ein Halsband und eine Ohrmarke an und nehmen einen Covid-Abstrich und Blut ab", erklärt Seth Moore. Vom Hubschrauber aus setzen sie so genannte Netzpistolen ein, um Rehe zu fangen.

Schwindende Wildnis kann Risiko für Zoonosekrankheiten erhöhen

Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie eng die Gesundheit von Tieren und Menschen miteinander verbunden sind. Obwohl der Ursprung des Virus nicht bewiesen ist, geht man davon aus, dass es von Fledermäusen auf den Menschen übergesprungen ist. Aufgrund der schwindenden Wildnis kommen wir häufiger in Kontakt mit Tieren und können uns mit Zoonosekrankheiten anstecken.

Die Abstriche der Tiere werden im Labor an der Universität von Minnesota analysiert. Professor Matthew Aliota sagt: "Wir dringen in den Lebensraum von Tieren ein wie nie zuvor in der Geschichte. Der Mensch schafft also Szenarien, in denen solche Ereignisse häufiger und in viel größerem Umfang auftreten werden."

Der Mensch komme immer häufiger in Kontakt mit neuen Wildtierarten, mit denen er in der Vergangenheit nicht regelmäßig zu tun hatte, so Aliota.

Was die Wissenschaftler am meisten beunruhigt, ist, dass mutierte Viren entstehen könnten, die uns erneut infizieren. So käme die Pandemie in veränderter Form immer wieder zu uns zurück.

Eine kanadische Studie zeigte kürzlich, dass eine Person in Ontario wahrscheinlich einen hoch mutierten Stamm von einem Hirsch aufgenommen hat.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) fordern die Länder bereits auf, Tiere stärker auf Covidinfektionen zu überwachen.

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