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Waffenstillstand im Jemen nach wenigen Stunden gebrochen

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Von Euronews  mit dpa
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Im Jemen hat die Waffenruhe nur kurz gehalten.
Im Jemen hat die Waffenruhe nur kurz gehalten.   -   Copyright  Hani Mohammed/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Durch die Waffenstillstandsvereinbarung im Jemen ist zum ersten Mal seit langem dringend benötigter Treibstoff über den Hafen Hodeida geliefert worden. Das Waffenstillstandsabkommen, das am Samstagabend in Kraft trat, ermöglicht auch die Wiederaufnahme von Passagierflügen vom Flughafen der Hauptstadt Sanaa. Sowohl Hodeida als auch Sanaa werden von den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen gehalten.

Hezam al-Asad, Mitglied des Obersten Rats der Huthi-Rebellen: "Wir begrüßen diese Initiative des UN-Gesandten für einen Waffenstillstand. Wenn die anderen sich auch daran halten, halten wir uns auch daran. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition lässt jetzt wieder Treibstoff ins Land und öffnet den Flughafen. Daran sieht man, wer das humanitäre Leid hier verursacht hat, über das die Vereinten Nationen klagen."

Doch schon wenige Stunden nach Inkrafttreten des Waffenstillstands warfen sich beide Seite den Bruch der Vereinbarung vor. Eigentlich sollte er zwei Monate halten.

Die Huthi-Rebellen hätten Ziele in der umkämpften Provinz Marib angegriffen, teilte die jemenitische Armee mit. Die Huthi-nahe Nachrichtenagentur Saba berichtete unter Berufung auf Militärkreise, das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis habe mehrfach Stellungen der Huthi angegriffen.

Die Einigung auf eine zunächst zwei Monate lange Waffenruhe hatte Hoffnung auf eine vorübergehende Pause der Gewalt im dem Bürgerkriegsland geweckt.

Nach UN-Angaben hatten die Beteiligten unter anderem vereinbart, alle Militäroffensiven in der Luft, am Boden und auf See auszusetzen.

Der Konflikt im Jemen begann mit der Übernahme von Sanaa durch die Huthi im Jahr 2014. Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis seit 2015 an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Rebellen. Riad sieht in ihnen einen verlängerten Arm seines Erzfeinds Iran und will dessen Einfluss im südlichen Nachbarland zurückdrängen.

Wegen des verheerenden Bürgerkriegs und dessen Folgen sind inzwischen 80 Prozent der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen - mehr als 20 Millionen Menschen. Dem Analyseprojekt ACLED zufolge wurden seit Kriegsbeginn mehr als 150.000 Menschen getötet, darunter mehr als 14.000 Zivilisten.