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Besessen von der Wahrheit: Johnny Depp weist Vorwürfe der häuslichen Gewalt zurück

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Von Katharina Sturm
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Johnny Depp vor Gericht
Johnny Depp vor Gericht   -   Copyright  أ ب

Johnny Depp und Amber Heard trafen beide am Dienstag in Fairfax, Virginia, vor Gericht ein.

Der Prozess um die Verleumdungsklage von Johnny Depp (58) gegen seine Ex-Frau, die 35-jährige Amber Heard, wurde mit der Aussage des Schauspielers fortgesetzt.

Der "Fluch der Karibik"-Darsteller hat Heard vorgeworfen, ihn in einem Meinungsartikel, den sie 2018 für die Washington Post geschrieben hat, indirekt verleumdet zu haben. 

Heard bezeichnet sich in dem Artikel als "öffentliche Figur, die häuslichen Missbrauch verkörpert". Sie erwähnte Depp in dem Artikel nie namentlich, aber der Schauspieler und seine Anwälte sagen, dass es eine klare Anspielung auf Anschuldigungen sei, die Heard 2016 erhob, als sich das Paar scheiden ließ und sie eine einstweilige Verfügung gegen ihn beantragte.

Jim Watson/AP
Amber Heard bei VerleumdungsprozessJim Watson/AP

Johnny Depp wies alle Anschuldigungen von Amber Heard zurück und sagte, dass die Vorwürfe seiner Ex-Frau abscheulich und nicht im Geringsten wahr wären. Nichts der gleichen sei jemals passiert, sagt der Schauspieler vor Gericht. Er habe in seinem Leben weder Heard jemals geschlagen, noch irgendeine andere Frau.

Ich bin besessen von der Wahrheit. Heute habe ich zum ersten Mal Gelegenheit, über diesen Vorfall zu sprechen.
Johnny Depp

Depp bestreitet, Heard missbraucht zu haben, aber ihre Anwälte sagen, dass Beweise dafür vorliegen würden. Johnny Depps Zurückweisungen der Anschuldigungen fehle es an Glaubwürdigkeit, so die Anwälte Heards, weil er häufig getrunken und Drogen genommen habe, bis zu dem Punkt von Blackouts, sodass er sich nicht mehr erinnere, was er tat.

Bislang haben Johnny Depps Freunde, Familie und Angestellte ausgesagt, dass Heard in der Beziehung der Aggressor war und ihn mehrfach körperlich angegriffen habe. Auch Heards ehemalige persönliche Assistentin sagte aus, Heard habe ihr in einem Wutanfall ins Gesicht gespuckt.

Jim Watson/AP
Johnny Depp bei VerleumdungsprozessJim Watson/AP

In Anspielung auf den Niedergang seiner Karriere seit Heard Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhob, sagte Johnny Depp: "Es waren sechs Jahre voller schwieriger Zeiten. Es ist sehr seltsam, wenn man an einem Tag sozusagen Cinderella ist und dann in 0,6 Sekunden Quasimodo."

Heards Anwälte, die ihre eigene Gegenklage gegen Depp eingereicht haben, sagen, dass nichts in dem Meinungsartikel von Amber Heard ihn verleumde. Sie erklärten, dass die Missbrauchsvorwürfe wahr seien und dass der Schaden für Depps Ruf - der ihn aus dem lukrativen "Fluch der Karibik"-Filmfranchise vertrieben haben soll - von seinem eigenen schlechten Verhalten herrühre.

Depp fügte hinzu, er mache sich Sorgen um seine Kinder und die Menschen, die an ihn geglaubt haben.

"Ich bin besessen von der Wahrheit", sagte Depp. "Heute habe ich zum ersten Mal die Gelegenheit, über diesen Fall zu sprechen".

Depp beschrieb in dem Prozess auch seine Kindheit, in der er von seiner Mutter wiederholt körperlich misshandelt wurde. Offenbar wurde Johnny Depp mit Aschenbechern, Absatzschuhen oder Telefonen geschlagen.

Depps Aussage wird sich voraussichtlich bis Mittwoch hinziehen. 

Heard soll zu einem späteren Zeitpunkt des Prozesses aussagen.