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Weitere Länder melden rätselhafte Hepatitis-Fälle bei Kindern

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Von Euronews  mit AFP
Untersuchung eines Kindes
Untersuchung eines Kindes   -   Copyright  Ariana Cubillos/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

Die rätselhaften Hepatitis-Fälle bei Kindern, die zuerst in Großbritannien aufgetaucht waren, breiten sich offenbar in Europa aus. Weitere Länder haben Fälle gemeldet. Die Herkunft des Hepatitis-Ausbruchs ist unbekannt.

Die Leberentzündungen mit unbekanntem Auslöser seien mittlerweile auch bei Kindern in Dänemark, Irland, den Niederlanden und Spanien festgestellt worden, wie die EU-Gesundheitsbehörde ECDC mitteilte. Außerdem gebe es neun Verdachtsfälle bei Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren im US-Bundesstaat Alabama.

Anfang April hatte die britische Behörde für Gesundheitssicherheit die ersten Fälle von akuter Hepatitis bei Kindern gemeldet, die sich durch Gelbsucht, Durchfall und Bauchschmerzen bemerkbar macht.

In Großbritannien brauchten 6 Kinder eine neue Leber

Die Untersuchungen der aktuellen Fälle würden in allen Ländern fortgesetzt, schreibt das ECDC, aber man "halte eine infektiöse Ursache aufgrund der klinischen und epidemiologischen Merkmale der Fälle für am wahrscheinlichsten".

Die bekannten Erreger von Hepatitis A, B, C, D und E wurden bei den Betroffenen nicht nachgewiesen. Die britischen Gesundheitsbehörden prüfen Zusammenhänge mit anderen Erregern wie dem Coronavirus und anderen Infektionen.  

Todesfälle gb es laut der EU-Gesundheitsbehörde ECDC bisher nicht, aber bei einigen britischen Fällen war eine Lebertransplantation erforderlich. Sechs Kindern musste laut WHO und ECDC eine neue Leber transplantiert werden.

WHO rechnet mit weiteren Fällen

Am Freitag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass sie in den nächsten Tagen mit weiteren Meldungen rechne und bereits von "weniger als fünf" Fällen in Irland und drei in Spanien berichtet habe.

In Frankreich wurden nach der Einleitung einer "aktiven Fallsuche" zwei Fälle von akuter Hepatitis bei Kindern unter 10 Jahren von der Universitätsklinik Lyon gemeldet. Auch hier sind die Ursachen unklar, und "werden derzeit untersucht".

Fälle von akuter Hepatitis unbekannter Herkunft bei Kindern seien nicht selten und das Auftreten der beiden Fälle in Lyon sei nicht unerwartet und deute nicht auf ein Übermaß an Fällen in Frankreich hin, heißt es von dort.

Großbritannien hatte der WHO am 5. April zunächst 10 Fälle von schwerer Hepatitis in Schottland gemeldet und drei Tage später insgesamt 74 Fälle, so die UNO-Organisation. Unter den britischen Fällen "zeigten viele Fälle Anzeichen von Gelbsucht".

"Einige der Fälle berichteten von gastrointestinalen Symptomen, einschließlich Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen in den Wochen zuvor", so das ECDC.