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"Amoktat" von Berlin: Was wir über die Tragödie am Tag danach wissen

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Von euronews
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Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey besuchte den Tatort
Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey besuchte den Tatort   -   Copyright  Markus Schreiber/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

In Berlin ist ein Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge gefahren, wenig später durchbrach der Kleinwagen eine Schaufensterscheibe. Dort endete die Fahrt.

Die Polizei dementierte Berichte, wonach im Auto ein Bekennerschreiben gefunden wurde. 

Der Autofahrer - ein Deutsch-Armenier, der das Auto seiner Schwester fuhr - lenkte den Wagen in eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die auf Klassenfahrt in Berlin war. 

Wie die Berliner Polizei weiter mitteilte, leiten die Mordkommission und auch das Landeskriminalamt die Ermittelungen. Der Fahrer befindet sich in Gewahrsam.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey sagte, dass mit Hilfe eines Dolmetschers herausgefunden werden soll, was hinter den "teilweise wirren" Aussagen des verdächtigen steht.

Die Ermittler haben zudem möglich Zeug:innen dazu aufgefordert Hinweise, Fotos und Videos von der Tat zu übergeben.

51 Jahre alte Lehrerin kommt ums Leben

Eine Frau kam ums Leben, bei ihr handelt es sich um eine 51 Jahre alte Lehrerin aus Hessen. Sie war mit einer 10. Klasse aus Bad Arolsen auf dem Schulausflug in Berlin. Alle offenbar 14 Verletzten sind Jugendliche und Lehrkräfte aus der Gruppe.

 besuchte den Tatort. „Wir sind erschüttert darüber, dass es zu einem Vorfall gekommen ist, der in uns allen schlimme Erinnerungen weckt, auch an den Anschlag vom Breitscheidplatz", so Giffey.

Der Autofahrer wurde ins Krankenhaus gebracht. Berlins Innensenatorin Iris Spranger sprach am Abend von der "Amokfahrt eines psychisch Beeinträchtigten".

"Die Reise einer hessischen Schulklasse nach Berlin endet im Alptraum. Wir denken an die Angehörigen der Toten und an die Verletzten, darunter viele Kinder", twitterte Bundeskanzler Olaf Scholz.

Im Rahmen eines Gottesdienstes in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde der Opfer der Todesfahrt gedacht.

Thilo Cablitz, Pressesprecher der Berliner Polizei, sagte am Nachmittag: "Nach jetzigem Rekonstruktionsstand ist der Fahrzeugführer im Bereich des Tauentziens in Höhe der Rankestraße auf dem Gehweg gewesen mit dem Fahrzeug, dort in eine Personengruppe eingefahren, ist dann wieder auf die Fahrbahn geraten und dann letzten Endes eine Querstraße weiter in einem Schaufenster zum Stehen gekommen."

Der Fahrer des Wagens, ein 29-jähriger Deutsch-Armenier mit Wohnsitz in Berlin, wurde von anwesenden Personen festgehalten und der Polizei übergeben. Nach Angaben der Polizei war zunächst nicht ersichtlich, ob es sich um eine Vorsatztat, einen Verkehrsunfall oder einen medizinischen Notfall handelte.

Unweit vom Breitscheidplatz

Der Unfallort in der Berliner Innenstadt befindet sich unweit des Breitscheidplatzes, auf dem im Dezember 2016 13 Menschen tödlich verletzt wurden, als ein Mann willentlich mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt raste.