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Warum brennen die Wälder und was können wir dagegen tun?

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Von euronews
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Feuerwehrmann im Kampf gegen einen Waldbrand
Feuerwehrmann im Kampf gegen einen Waldbrand   -   Copyright  Nic Coury/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Die Gefahrenlage durch Waldbrände in Europa hat sich verändert: Mittlerweile brechen die Feuer früher im Jahr aus, ihre Häufigkeit hat zugenommen, sie richten mehr Schaden an und es sind größere Anstrengungen nötig, um sie löschen. Johann Goldammer, der Leiter der Feuerbeobachtungsstelle GFMC, die unter dem Dach der Vereinten Nationen arbeitet, sagt:

Welche Rolle spielt die Landflucht?

„Vor einem halben Jahrhundert und früher hatten Waldbrände nicht so viel Feuerungsmaterial. Warum verändern sich die Landschaften? Wegen der Landflucht. Die junge Generation verlässt die ländlichen Gebiete und zieht in die Stadt. Die Dörfer sind überaltert, ältere Menschen können das Land nicht mehr so intensiv bewirtschaften wie zuvor."

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Goldammer mit Wald- und Landschaftsbränden. An der Universität Freiburg im Breisgau hatte er einen Lehrstuhl für Feuerökologie inne.

„Wir müssen unsere Wälder umgestalten, damit sie besser an Klimabelastung und Feuer angepasst sind. Es gibt Baumarten, die in manchen Erdteilen gut an die Extremlagen angepasst sind. Diese Arten, die während Evolutionszeiträumen mit Klimabelastung gewachsen sind, sollten wir in den Blick nehmen“, sagt er.

Bis Mitte Juli zerstörten Feuer in Europa eine Fläche von fast 450 000 Hektar. Von 2006 bis 2021 waren es im selben Vergleichszeitraum durchschnittlich rund 110 000 Hektar. Mit der zunehmenden Gefahr von langanhaltender Hitze und Trockenheit sind Gegenmittel für Waldbrände dringend gefragt.