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Traditionsreich und umstritten: Stierhatz in Spanien

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Von Julika Herzog  & Jaime Velázquez
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Stierhatz in Spanien
Stierhatz in Spanien   -   Copyright  OSCAR DEL POZO CANAS/AFP or licensors

Das Stierrennen in Becerril de la Sierra, einer kleinen Stadt bei Madrid.Die Stierhatz an diesem Tag verläuft gut, keiner der Läufer wurde schwer verletzt.

Viele Tote jährlich in Spanien bei der Stierhatz

Doch das ist nicht immer so: In Spanien sind in diesem Jahr bisher dreizehn Menschen bei Volksfesten von Stieren getötet worden.

Die Stierhatz, die klassischen Corridas de Toros, sind wie der Stierkampf umstritten, mittlerweile auch in Spanien. Doch viele verteidigen auch weiter diese historische Tradition, wie  Kampfstierzüchter Antonio Leal: "Das Risiko ist Teil der Fiesta, viele Menschen genießen das. Es geht um das Adrenalin, darum in Gefahr zu sein."

Tierrechte versus Tradition

Die spanische Regierung hat gerade versucht, die Stierhatz in der Stadt Tordesillas zu verhindern und begründete ihre Entscheidung mit der wachsenden Unterstützung für Tierrechte.

Aber während Stierkampfveranstaltungen um 40 % zurückgegangen sind, bleibt die Zahl der beliebten Volksfeste mit Stieren mit mehr als 15.000 Veranstaltungen pro Jahr unverändert hoch.

"Diese Volksfeste fordern Menschen- und Tierleben, und die Wahrheit ist, dass es fast keine Kontrollen dabei gibt", so Ana Bejar von der Tierpartei PACMA.

Bessere Sicherheitsmaßnahmen, kein Verbot

Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in ganz Spanien zeigen sich besorgt: wie sollen sie die Tradition aufrechterhalten und gleichzeitig die Menschen schützen?

"Wir sollten diese Volksfeste, die seit Jahrhunderten gefeiert werden, nicht abschaffen. Aber wir müssen die Sicherheitsmaßnahmen verbessern" sagt der Bürgermeister von Becerril de la Sierra Antonio Herrero.

In diesem Jahr fand der Stierlauf von Becerril de la Sierra erstmals an einen neuen Ort statt, in einer kürzeren und breiteren Gasse, um Unfälle zu vermeiden.

Mehr Sicherheitskontrollen sollten garantieren, dass nur lauffähige Teilnehmer ihren Mut beweisen.