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Russland hat schon 200.000 Rekruten mobilisiert - doch verliert an der Front in der Ukraine

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Von Euronews  mit AFP, AP
Russische Rekruten beim Training
Russische Rekruten beim Training   -   Copyright  AP/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.   -  

Langsam verschiebt sich die Front in der Ukraine weiter gen Osten. So ist die seit Wochen umkämpfte Kleinstadt Siversk jetzt offenbar unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte.

Auch an anderen Orten in der von Russland annektierten Region Donezk wie hier in Swijatohirsk melden die Truppen der Ukraine Geländegewinne. Sie waren von der zurückeroberten Stadt Lyman aus vorgedrungen.

Tote russische Soldaten entlang der Straßen lassen auf eine panikartige Flucht schließen.

Die wenigen Bewohnerinnen und Bewohner, die noch hier sind, versuchen - mehr schlecht als recht - zu einem normalen Leben zurückzufinden. 

Doch die 85-jährige Valentyna - die versucht, sich warm zu halten, indem sie Papier und Holz verbrennt - berichtet: "Ich stand im Flur, etwa fünf Meter vor mir, gab es eine Explosion, ich wurde zurückgeschleudert. Gott bewahre - jetzt kann ich fast nichts mehr hören."

Auch wenn Russland keine der vier annektierten Regionen der Ukraine komplett kontrolliert, votierte bei der Ratifizierung der Übernahme in der Duma in Moskau niemand dagegen.

Russland hat schon etwa 200.000 durch die Teilmobilisierung einberufene Rekruten zumindest ins Training geschickt.

Der Soziologe des Levada-Zentrums Denis Wolkow erklärt zur veränderten Stimmung der Menschen in Russland: "Jetzt, da sich die Situation geändert hat, haben viele das Gefühl, dass es sie und ihre Familien treffen könnte oder bereits getroffen hat. Das verursacht Angst und ein Gefühl der Unsicherheit. Die Leute sagen, dass es nicht klar ist, wie man jetzt sein Leben planen soll, wenn man nicht weiß, was als nächstes passiert."

Die ersten Rekruten der Teilmobilisierung sind schon an die Front geschickt worden. Ob das am Kriegsgeschehen etwas ändert, bleibt abzuwarten.