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Ist Xenia Sobtschak Putins trojanisches Pferd in der Opposition?

Ist sie Putin trojanisches Pferd, oder eine echte Oppositionelle? Die Einreise Xenia Sobtschaks nach Litauen sorgt für kontroverse Diskussionen.
Ist sie Putin trojanisches Pferd, oder eine echte Oppositionelle? Die Einreise Xenia Sobtschaks nach Litauen sorgt für kontroverse Diskussionen. Copyright AP/AP
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Von Euronews, dpa, AP
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Die prominente russische Fernsehmoderatorin Xenia Sobtschak ist vor einigen Tagen nach Litauen eingereist - trotz der strikten Einreisebeschränkung für russische Touristen dort. Dass sie trotzdem mit ihrem israelischen Pass einreisen durfte, sorgt nun für kontroverse Diskussionen.

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Die russische TV-Moderatorin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin Xenia Sobtschak ist vor einigen Tagen nach Litauen eingereist - und zwar mit ihrem israelischen Reisepass. Damit verstieß sie nicht gegen die Einreise-Beschränkung für russische Touristen. Kritiker hingegen sagen, man dürfe Sobtschak nicht als eine echte russische Oppositionsfigur ansehen.

Der Menschenrechtsaktivist, Rechtsanwalt und Vorsitzender der "Russian European Movement“, sagt: "Ich denke, dass sie viele Jahre lang Putins trojanisches Pferd innerhalb der russischen Opposition war. Einerseits gab sie ihr einen frivolen Skandalcharakter, und andererseits brachte sie oft den Rest der Opposition dazu, eine Art Kompromiss mit der Regierung zu suchen".

Ermittlungen gegen Sobtschak in Russland

Die russischen Ermittlungsbehörden sagen, Xenia Sobtschaks Luxusvilla in Moskau wurde durchsucht - im Rahmen einer Ermittlung wegen Erpressung gegen Kirill Suchanow, Sobtschaks Vertrauter und gleichzeitig der Mediendirektor ihrer Holding "Ostorozhno, Media". Medienberichten zufolge werde auch gegen Sobtschak selbst ermittelt.

"Hirngespinste"

Sobtschak selbst wies am Dienstag die Anschuldigungen gegen Suchanow als "Hirngespinste und Unsinn" zurück. Sie bezeichnete seine Verhaftung als Teil der Bemühungen russischer Behörden, unabhängige Medien mundtot zu machen.

Laut Wladimir Osetschkin, Leiter der "Menschenrechtsseite" Gulagu.net, wurde Xenia Sobtschak und ihr Team von 'Ostorozhno, media' ausspioniert und verfolgt. Die russischen Behörden haben nach Schmutz über sie gegraben, um ihre Mitarbeiter sozusagen als Geiseln zu nehmen und Druck auf sie auszuüben, damit Xenia mit den Behörden kooperiert."

Tochter von Putins ehemaligem Mentor

Die 40-jährige Journalistin ist die Tochter von Anatoli Sobtschak. Er war in den 90er Jahren Bürgermeister von St. Petersburg und auch der politische Mentor von Russlands Präsident Wladimir Putin. Aus diesem Grund genoss sie in Russland mehr Freiheiten als andere Oppositionelle.

Doch viele Beobachter hat das nicht überzeugt. "Sobtschak ist ein integraler Bestandteil des Regimes, der zum Regime selbst beigetragen hat und im Grunde von Putin selbst geschützt wird“, sagt Russland-Experte Marius Laurinavicius. „In Russland ist es unmöglich, dass Sobtschak als Möchtegern-Oppositionelle agiert, während ihre Mutter zur gleichen Zeit Mitglied des Föderationsrates ist - also ein Werkzeug des Regimes. In Russland ist das schlicht und ergreifend nicht möglich", so Laurinavicius weiter.

"Parodie einer liberalen Kandidatin"

Um zu beweisen, dass sie nicht Putins Werkzeug ist, kandidierte Sobtschak 2018 als Herausforderin Putins bei den Präsidentschaftswahlen. Doch der bekannte Oppositionelle Alexej Nawalny warf ihr damals vor, die „Parodie einer liberalen Kandidatin“ zu sein. Sie habe mit ihrer Wahlkampagne lediglich Putin dabei geholfen, die Opposition in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen.

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