Katar bietet mehr als die WM: spannende Ausflüge und Aktivitäten

Von Miranda Atty, Aadel Haleem 
Katar bietet mehr als die WM: spannende Ausflüge und Aktivitäten
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Qatar 365 präsentiert Geschichten aus Doha und der Region: Von sehenswerten Ausflugszielen bis hin zu einer brandneuen Stadt. Wir berichten über spannende Orte und Ereignisse rund um die Fußballweltmeisterschaft. 

It’s been called the world’s best-kept secret, but now the secret is out. The first World Cup ever to be hosted in the Middle East kicks off on Sunday, November 20th, and Qatar will be front and centre on the global stage.

Football fans travelling to the country to support their national teams will be able to spend their free time discovering that Qatar has much more to offer visitors from around the globe than a major international football tournament.

But one item uniting international all fans and tourists throughout the FIFA World Cup is the digital Hayya Card. ‘Hayya’ means ‘come along', the card acts as an entry permit to the country, and an entry pass to all the stadiums, as well as providing free travel on public transport.

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Jeder Fußball-Fan braucht die digitale Hayya Card in Katareuronews

Ahmed Al-Binali ist Mobilitätsdirektor beim Obersten Rat für Organisation und Nachhaltigkeit (SC)

"Die erste und wichtigste Sache ist der kostenlose Transport. Man kann U-Bahn, Busse und alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen. Der zweite Punkt ist die Fahrplanauskunft: Wir empfehlen allen, die Hayya Card Fahrplanauskunft zu nutzen, um ihre Fahrten zu planen und alle aktuellen Informationen über die Verkehrsmittel zu erhalten. Man kann damit auch ein Taxi vorreservieren und es buchen."

Kein Besuch in Doha ist vollständig ohne einen Streifzug über den Souq Waqif. Auf dem geschäftigen Markt kaufen Touristen und Einheimische alles - von Gewürzen bis hin zu Souvenirs.

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Bei einem Besuch in Doha sollte man über den Souq Waqif bummelneuronews

Bei einem Bummel durch die verwinkelten Gänge findet jeder etwas, was ihm gefällt. Und wenn man den Souq durchstöbert hat, der einen in die Vergangenheit versetzt, springt man in die Zukunft - ins weniger bekannte, aber ebenso beeindruckende Msheireb-Viertel - gleich auf der anderen Straßenseite. 

Die Architektur von Msheireb, das als eines der ersten nachhaltigen Stadterneuerungsprojekte der Welt gilt, verbindet Modernität und Kultur mit einer Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um dem alten Geschäftsviertel von Doha neues Leben einzuhauchen.

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Die Architektur von Msheireb verbindet Modernität und Kultur in einer Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunfteuronews

Das Kronjuwel der vielen Museen in Katar ist das Museum für Islamische Kunst (MIA), das vor kurzem nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffnet wurde.

Als das Museum 2008 an der Corniche von Doha seine Pforten öffnete, war das eine entscheidende Entwicklung des Landes zu einem Kulturreiseziel. 15 Jahre später zeigt das neu gestaltete Museum in 18 Galerien islamische Kunst, Geschichte und Kultur.

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Das Museum für Islamische Kunst wurde kürzlich nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffneteuronews

"Das Museum für Islamische Kunst ist an sich schon eine große Touristenattraktion: Eine unglaubliche Architektur, erbaut von dem mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Architekten I.M. Pei", erklärt MIA-direktorin Dr. Julia Gonnella. "Es ist eines der schönsten architektonischen Juwelen in der ganzen Region. Das ist der erste Punkt. Zum anderen ist die Sammlung islamischer Kunst im MIA, in diesem Museum, hervorragend, sie ist wirklich Weltklasse. Wenn Sie islamische Kunst entdecken wollen, ist das der richtige Ort dafür."

Gegenüber dem Museum für Islamische Kunst liegt das von Jean Nouvel entworfene Nationalmuseum von Katar. Bevor man Öl und Gas entdeckte, lebte man in Katar vor allem vom Perlentauchen.

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Das von Jean Nouvel entworfene Nationalmuseum von Katareuronews

Auf 40.000 Quadratmetern taucht man in die Geschichte Katars ein, erlebt die Entwicklung des Landes von seinen bescheidenen Anfängen zu einem wohlhabenden kulturellen Zentrum. Das Design des französischen Architekten wurde von den häufig vorkommenden Kristallformationen inspiriert, die als Wüstenrose bekannt sind. Das immersive Erlebnis nimmt die Besucher mit auf eine visuelle Reise durch die Geschichte des Landes, angefangen von der prähistorischen Ära bis hin zur Gegenwart.

Tania Al Majid ist die stellvertretende Direktorin für kuratorische Angelegenheiten am Nationalmuseum von Katar: "Vor der Entdeckung des Erdöls 1939 waren die Menschen in Katar je nach Saison auf Wanderschaft. In den Sommermonaten hielten sie sich an der Küste auf, um Perlen zu fischen, und in den Wintermonaten zogen sie ins Landesinnere in die Wüste, um ihre Tiere zu versorgen und auch um Wasser zu finden."

Im Kulturdorf Katara treffen sich Künstler, Wissenschaftler und Fußballfans.

Foto: Cultural Village Katara
Das Kulturdorf Katara, wo sich Künstler, Wissenschaftler und Fußballfans treffenFoto: Cultural Village Katara

Ähnlich wie beim Souq Waqif gelangt man bei einem Bummel durch diese verwinkelten Gassen zu kreativen Zentren des Landes. Ob es die Katara Studios sind, die den Soundtrack zur diesjährigen FIFA-Weltmeisterschaft produziert haben, das Opernhaus oder dieses Amphitheater am Wasser, in dem zahlreiche Konzerte und Festivals stattfinden.

Malika M. Al Shraim ist Abteilungsleiterin für neue Medien beim Kulturdorf: "Das ist sehr wichtig für uns. Das ist das Hauptziel und die Vision, warum es Katara gibt. Ein kulturelles Zentrum zu schaffen, andere Kulturen zu importieren und unsere Kultur und unser Erbe durch die Festivals, die wir in Katara planen, durchführen oder veranstalten, nach außen zu tragen."

Katars Stadt der Zukunft ist Lusail: "Lusail ist eine neue Stadt. Wo wir jetzt stehen, gab es vor 10 Jahren nur Steine und Sand, sonst nichts", sagt Quatar Tourism-Geschäftsführer Berthold Trenkel. "Heute steht hier das brandneue_Place_Vendôme, ein luxuriöses Einkaufszentrum der Spitzenklasse und wahrscheinlich einer der interessantesten Orte zum Einkaufen. Und dann gibt es noch den Lusail-Boulevard. Man wird noch viel von Lusail hören, nach der Weltmeisterschaft wird Lusail ein Begriff sein."

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Place Vendôme, ein luxuriöses Einkaufszentrum der Spitzenklasseeuronews

Lusail ist eine Stadt, die mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft geschaffen wurde. Von der Planung über die Gestaltung bis hin zur Ausführung, mit einer U-Bahn und einer Straßenbahn, die die Fußballfans transportieren, und natürlich dem Lusail-Stadion, in dem das Endspiel stattfinden wird.

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Im Lusail-Stadion wird das WM-Finale ausgetrageneuronews

Eine Stadt, an der fast 20 Jahre gearbeitet wird (2012-2030). Der Smart City-Ansatz umfasst die Verwendung neuester Spitzentechnologie gepaart mit Nachhaltigkeit und Konnektivität, es ist das ehrgeizigste neue Projekt in Katar. 

Esmat Zaidan, Professorin für öffentliche Verwaltung an der Hamad Bin Khalifa University, ist auf Stadtplanung spezialisiert. Sie erklärt, dass es eine neue Stadt mit einer langen Geschichte ist:

"Der Name Lusail ist von einer seltenen in der Region heimischen Blume ("al wassail") abgeleitet, man sagt, dass sie für die Authentizität des Ortes steht. Der Gründer des modernen Katar, Scheich Jassim bin Mohammed al Thani, wurde in Lusail geboren, er lebte in Lusail und baute auch das Schloss Lusail, das damals das Zentrum der Regierung war. Ein Jahrhundert später hat die Regierung von Katar Pläne entwickelt, um Lusail in eine hypermoderne Stadt zu verwandeln."

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Lusail: Stadt der Zukunfteuronews

Lusail soll nicht nur traditionelle Formen und Architektur widerspiegeln, sondern auch fußgängerfreundlich gestaltet sein. 

"Meine Rikscha kann man mieten, man zahlt sechzig Riyals [60 Qatari Riyals sind 16,5 Euro]", erzählt Rikscha-Fahrer Muhameed Lawa. "Ich fahre Sie von hier aus herum, zum Yachthafen, zum Nachtmarkt bis zum Place Vendome Einkaufszentrum und wieder zurück."

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Die Transportmöglichkeiten in der Stadt reichen von der U-Bahn und dem Auto bis hin zu E-RikschasEuronews

Seit 2005 ist der Immobilienentwickler Qatari Diar für das Projekt verantwortlich.

"Wir sorgen dafür, dass diese Stadt eine intelligente Stadt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, gab es viele Initiativen", sagt Khalid Alhammadi, Asset Management Manager Qatari Diar. "Eine davon ist die Light Rail Transit (LRT), die Lusail-Straßenbahn. Dadurch wird der Autoverkehr minimiert, die Menschen werden animiert, sich zu bewegen und die Straßenbahn zu nutzen."

Die Straßenbahn, die U-Bahn und die städtischen Parkhäuser werden von einer Zentrale aus gesteuert.

Waleed Alsaadi, Direktor der Abteilung für Infrastruktur, Einrichtungen und Landschaftsbau des Lusail Command and Control Centre:

"Das ‚Lusail Command and Control Centre‘, LCCC, gilt als das smarte Zentrum, das die gesamte Stadt steuert. Es ist mit fortschrittlicher Technologie ausgestattet, um die Infrastruktur der Stadt zu steuern, zu überwachen und zu verwalten."

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Der Boulevard von Lusail ist nach dem Vorbild der Champs Elysées gestalteteuronews

Ein Eckpfeiler ist Nachhaltigkeit: Das LCCC steuert nicht nur das Telekommunikations- und Sicherheitsnetz, sondern auch die Infrastruktur wie Abfall-, Gas- und Kühlsysteme. 

"Lusail wurde gebaut, um den Nachhaltigkeitsanspruch und die Ziele des Landes zu erfüllen. Katar hat zudem ein neues Stadtmodell für die ganze Welt entwickelt", so Esmat Zaidan.

Lusail erstreckt sich über eine Fläche von 38 Quadratkilometern. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören ein Luxus-Einkaufszentrum und das Lusail-Stadion.

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Lusail hat ein reges Nachtlebeneuronews

Am Abend bietet Lusail viele Unterhaltungsangebote: Von einer Drohnenshow über Live-Musik bis hin zu den Fanzonen während der Fußballweltmeisterschaft, damit die Stadt ihrem Ruf als WM-Stadt gerecht wird.

Die Fußball-WM bietet die Möglichkeit, mehr als nur die Spiele zu sehen. Sei es die beste Kunst, Kultur oder die besten Orte, die Katar zu bieten hat.