Vor Weltwirtschaftsforum in Davos: Forderung nach internationaler Klimasteuer

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Von Euronews  mit dpa
Proteste in Davos
Proteste in Davos   -   Copyright  Markus Schreiber/AP Photo

Vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos, haben rund 300 Menschen im Zentrum der Schweizer Stadt demonstriert. Die Protestierenden forderten unter anderem die Einführung einer internationalen Klima-Steuer, die auf die Ultrareichen abzielen solle.

Der Vorwurf: Die Politiker:innen beim Weltwirtschaftsforum würden keine Lösungen zu Problemen, wie etwa der Klimakatastrophe, finden.

Derweil hat Greenpeace ein Verbot von klimaschädlichen Flügen mit Privatjets gefordert. Die EU-Kommission solle bei der aktuellen Überarbeitung der Luftverkehrsverordnung den Weg für eine solche Vorschrift ebnen, teilte die Umweltorganisation am Freitag mit.

Während des Weltwirtschaftsforums in den Schweizer Bergen in der kommenden Woche werde die Zahl klimaschädlicher Kurzstreckenflüge mit Privatjets wieder stark steigen.

"Die Reichen und Mächtigen strömten nach Davos, um über Klima und Ungleichheit zu diskutieren. Dabei benutzen sie das weltweit umweltschädlichste Verkehrsmittel: den Privatjet", kritisierte Klara Maria Schenk von Greenpeace. Ein Großteil der Flüge sei zudem sehr kurz gewesen, mehr als die Hälfte unter 750 Kilometer.

Einer Studie der Beratungsfirma CE Delft im Auftrag von Greenpeace International zufolge sind in der Zeit der Jahrestagung 2022 von den sieben Flughäfen in der Nähe von Davos 1040 Privatjets gelandet oder gestartet. In normalen Wochen seien es dagegen durchschnittlich 540 Flüge. Etwa jeder zweite könne daher dem Treffen zugerechnet werden.

In Davos werden mehr als 50 Staats- und Regierungschefs und rund 600 Vorstandsvorsitzende erwartet, um über aktuelle globale Fragen zu sprechen.

Der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Børge Brende, sagte vergangene Woche auf einer Pressekonferenz in Genf, dass "sehr viel auf dem Spiel“ stehe. "Kein Zweifel – das 53. Jahrestreffen in Davos ist geopolitisch und geoökonomisch gesehen, eines der komplexesten seit Jahrzehnten."

Das Weltwirtschaftsforum findet vom 16. bis 20. Januar statt. Das Motto lautet "Zusammenarbeit in einer fragmentierten Welt".