3. Vorfall innerhalb einer Woche: Kanada lässt "zylindrisches Objekt" über Yukon abschießen

Trümmerteil des mutmaßlichen chinesischen Spionageballons werden vom FBI untersucht.
Trümmerteil des mutmaßlichen chinesischen Spionageballons werden vom FBI untersucht. Copyright FBI via AP, File
Von Euronews mit DPA/AP
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Das rätselhafte Objekt flog in einer Höhe von mehr als 12 Kilometern. Es ist bereits das dritte Flugobjekt, das innerhalb einer Woche über Nordamerika abgeschossen wurde.

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Wieder hat ein unbekanntes Flugobjekt den nordamerikanischen Luftraum verletzt - diesmal über Kanada. 

Auf Anordnung des kanadischen Premierministers Justin Trudeau und in Absprache mit US-Präsident Biden und dem Nordamerikanische Luftverteidigungskommando Norad habe ein US-Kampfjet das Objekt in großer Höhe über Yukon abgeschossen, wie Trudeau auf Twitter mitteilte. Kanadische und amerikanische Kampfjets seien an dem Einsatz beteiligt gewesen.

Die kanadische Verteidigungsministerin Anita Anand teilte mit, das Flugobjekt sei unrechtmäßig in den kanadischen Luftraum eingedrungen und habe eine begründete Bedrohung für die Sicherheit der zivilen Luftfahrt dargestellt. Es sei etwa 100 Meilen von der kanadisch-amerikanischen Grenze entfernt über kanadischem Territorium in Zentral-Yukon abgeschossen worden sei.

Kleines Objekt mit "zylindrischer Form"

Anand sprach von einem kleinen Objekt mit "zylindrischer Form". Damit scheint es Ähnlichkeiten mit einem anderen Flugobjekt zu geben, das am Freitag über Alaska unweit der Ölfelder von Prudhoe Bay abgeschossen. Die US-Regierung hatte das Vorgehen damit begründet, dass der zivile Flugverkehr gefährdet gewesen sei.

Der Abschuss über Kanada ist bereits der dritte über Nordamerika innerhalb einer Woche. Vor einer Woche wurde ein chinesischer Spionage-Ballon von der US-Luftwaffe vom Himmel geholt.

Schwierige Bergung der Trümmer

Die Bergung der beiden zuletzt abgeschossenen Objekte war am Wochenende in vollem Gange. Besonders die Bergung des vor Alaska abgeschossenen Flugkörpers gestaltete sich als schwierig. 

Sie werde durch die "arktischen Wetterbedingungen" erschwert, teilte der Kommandostab Northern Command (Northcom) mit. Dazu zählten eisiger Wind, Schnee und eingeschränktes Tageslicht. Die Bergung der Trümmerteile finde auf dem Meereis statt. 

Northcom betonte, noch keine weiteren Informationen zu dem Objekt zu haben: "Zurzeit liegen uns keine weiteren Details über das Objekt vor, einschließlich seiner Fähigkeiten, seines Zwecks oder seines Ursprungs."

Verbindung zu chinesischem Ballon?

Der Vorfall erinnerte an den mutmaßlich für Spionagezwecke eingesetzten chinesischen Ballon, der vor einer Woche von der US-Luftwaffe vor der Küste des Bundesstaats South Carolina vom Himmel geholt worden war. 

Dieser war Militärangaben zufolge in einer Höhe von etwa 18 Kilometern geflogen. Das US-Militär hatte den chinesischen Ballon mehrere Tage über amerikanisches Festland schweben lassen und dann über dem Atlantik abgeschossen. 

Die USA werfen Chinas Regierung vor, sie habe damit Militäreinrichtungen ausspionieren wollen. Peking sprach dagegen von einem zivilen Forschungsballon, der vom Kurs abgekommen sei - und bezeichnete den Abschuss als "Überreaktion". Der Vorfall sorgte für zusätzliche Spannungen im ohnehin belasteten Verhältnis beider Länder.

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