Gewalt in Nahost: 15-Jähriger bei Jericho erschossen

Der 15-jährige Mohammad Balhan wird bei Jericho zu Grabe getragen
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Von Euronews mit dpa, AP
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Durch palästinensischen Beschuss waren am Freitag zwei israelisch-britische Schwestern in ihrem Pkw getötet worden. Ihre ebenfalls angeschossene Mutter überlebte das Osterfest nicht.

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Tausende von israelischen Siedlerinnen und Siedler marschierten am Montag im Westjordanland in Richtung Eviatar, einer vor zwei Jahren geräumten jüdischen Siedlung. 

Diese Massendemonstration ist ein Zeichen für den Kurs der am weitesten rechts stehenden Regierung in der Geschichte Israels, die den Bau von Siedlungen in den besetzten Gebieten beschleunigen will. 

Mehrere rechtsextreme Minister und Abgeordnete, die eine Legalisierung und Wiederbesiedelung von Eviatar fordern,  haben an dem Marsch teilgenommen, der bei der palästinensischen Bevölkerung für Empörung sorgte. Benachbarte Palästinenserinnen und Palästinenser betrachten das Land als ihr Eigentum. Tausende von israelischen Polizei- und Militärangehörigen haben die israelischen Demonstrantinnen und Demonstranten geschützt. Gemäß der überwiegenden internationalen Sichtweise sind alle israelischen Siedlungen im Westjordanland illegal, während Israels Regierung zwische genehmigten und nicht genehmigten Siedlungen unterscheidet.

15-Jähriger bei Razzia getötet

An diesem Montag hatten israelische Truppen bei einer Razzia in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Jericho einen palästinensischen Teenager getötet. Eine israelische Frau, die am Freitag im Westjordanland bei einem palästinensischen Angriff auf einen Pkw verletzt wurde, bei dem ihre beiden Töchter ums Leben kamen, ist ebenfalls gestorben. Die Töchter besaßen auch einen britischen Pass.

Auch am Tempelberg in Jerusalem, wo es zuletzt zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Israelis und Palästinensern gekommen ist, ist die Anspannung spürbar. Israel hat die Altstadt von Jerusalem aufgerüstet, vor allem mit dem Einsatz von rund 2.000 Soldaten auf nur einem Quadratkilometer, um jede Straße und jede Ecke zu bewachen. An diesem Montag haben die Sicherheitskräfte die Al-Aksa-Moschee nicht erneut gestürmt und so wahrscheinlich dazu beigetragen, weitere Zusammenstöße zu verhindern.

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