Nach extremen Regenfällen: Weiterhin höchste Alarmstufe im Norden Italiens

Überschwemmungen in Italien
Überschwemmungen in Italien   -  Copyright  Luca Bruno/AP Photo
Von Euronews  mit dpa

Die Situation im Norden Italiens ist nach den schweren Regenfällen weiter äußerst angespannt. Tausende Menschen wurden bislang gerettet. Unterdessen fällte auch die Formel 1 eine Entscheidung.

Wegen der extremen Überschwemmungen gilt in der italienischen Region Emilia-Romagna weiterhin die höchste Alarmstufe rot. In der Gegend an der Adriaküste kamen offiziellen Angaben zufolge mindestens neun Menschen ums Leben. Es gibt zudem Berichte über Vermisste.

In der Region fiel innerhalb von 36 Stunden so viel Niederschlag, wie es normalerweise in einem halben Jahr gibt. Laut Behördenangaben traten mindestens 14 Flüsse über die Ufer. Gemeinden wurden überschwemmt, der Straßen- und Schienenverkehr kam teils zum Erliegen.

In Cesena können die Bewohner:innen das Geschehene kaum fassen. "Die Hubschrauber kreisten die ganze Nacht, um Menschen zu retten", sagt ein Mann. Ein anderer erzählt, dass er "hier seit 1979 lebt", er habe schon viele Überschwemmungen erlebt, "aber so etwas habe ich noch nie gesehen".

Ortschaften stehen unter Wasser

Die Behörden registrierten insgesamt 280 Erdrutsche und 400 blockierte Straßen. Die Feuerwehr rückte in den vergangenen 48 Stunden zu rund 2000 Einsätzen aus, bei denen mehr als 900 Einsatzkräfte mit 300 Fahrzeugen vor Ort waren, wie es am Donnerstagmorgen hieß.

Tausende Menschen wurden infolge der Regenfälle bereits gerettet. Regionalpräsident Stefano Bonaccini sprach von "unglaublichen Zahlen und sehr vielen Evakuierten". Der Zivilschutz berichtete am Mittwoch von etwa 50.000 Menschen ohne Strom und 100.000 Leuten ohne Mobilfunknetz.

Auf Bildern und Videos aus der Region ist zu sehen, wie weiterhin ganze Ortschaften unter Wasser stehen und Straßenzüge voller Schlamm sind. Auch die weiten Felder im Raum zwischen Forlì und Rimini sind stark betroffen.

Formel 1: Grand Prix in Imola fällt aus

Derweil wurde das für Sonntag geplante Formel-1-Rennen in Imola abgesagt. Die Rennserie teilte mit, dass es nicht sicher sei, unter den Umständen den Grand Prix zu veranstalten. Die kurzfristige Absage des Grand Prix in seiner Geburtsstadt Imola und der Verzicht auf Millionen-Einnahmen für die Rennserie waren für Geschäftsführer Stefano Domenicali alternativlos. "Sich vorzustellen, die vielen Fans in einem verwüsteten Umfeld willkommen zu heißen, war eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes", sagte Domenicali.

Dass der Grand Prix in Imola noch in diesem Jahr nachgeholt wird, ist sehr unwahrscheinlich. Der Terminplan ist mit 17 weiteren Rennen dicht gefüllt, schon in der kommenden Woche geht es in Monaco weiter. Einer verkürzten Sommerpause dürften die Teams kaum zustimmen.

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