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242 Migranten vor Lampedusa von der italienischen Küstenwache gerettet

Migranten auf Schiff vor Lampedusa
Migranten auf Schiff vor Lampedusa Copyright David Lohmueller/David Lohmueller
Copyright David Lohmueller/David Lohmueller
Von Euronews mit dpa
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5 Schiffe hat die italienische Küstenwache allein am Sonntag an Land gebracht.

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Seit Mitternacht sind am Sonntag fünf Schiffe von der italienischen Küstenwache im Meer um Lampedusa entdeckt und an Land gebracht worden. Insgesamt kamen 242 Migranten so nach Italien.

Sie kommen überwiegend aus Ländern südlich der Sahara, aus Bangladesch, Ägypten und Syrien.

Die Schiffe waren in Tunesien und Libyen gestartet. Die Migranten wurden in ein Erstaufnahmezentrum des Roten Kreuzes auf Lampedusa und von dort in andere Teile Italiens gebracht.

Seit Jahresbeginn sind 55.570 Menschen in Italien gelandet, darunter über 7.000 aus der Elfenbeinküste und Ägypten, über 6.000 aus Guinea und über 5.000 aus Pakistan und Bangladesch.

Unglück in Griechenland

In dieser Woche starben mehrere Hundert Menschen vor der Küste Griechenlands, als ihr Schiff in den frühen Morgenstunden des Mittwochs in Schwierigkeiten geriet und sank. Die Küstenwache setzte sich gegen Vorwürfe zur Wehr, bei ihrem Einsatz am Mittwoch den Tod der bis zu 700 Menschen an Bord des Schiffes in Kauf genommen zu haben. Angeblich bot ein Patrouillenboot Hilfe an - was von den Menschen an Bord des Kutters aber abgelehnt worden sei. Zudem müssen die 78 geborgenen Todesopfer identifiziert und die 104 Überlebenden registriert werden. An der Unglücksstelle wurde weiter gesucht - ohne Erfolg. Hoffnung, jetzt noch Überlebende zu finden, gibt es keine mehr.

Am Sonntag veröffentlichte die griechische Zeitung "Kathimerini" das Protokoll eines Berichts, den der Kommandeur des Patrouillenboots 920 seinen Vorgesetzten gegeben habe. Demzufolge bot der Kapitän dem völlig überfüllten Fischkutter etwa zwei Stunden vor dem Unglück Hilfe an - was von dort aber abgelehnt worden sei.

"Wir näherten uns dem Schiff, um seinen Zustand und den der Passagiere zu überprüfen und erneut Hilfe anzubieten", zitierte die Zeitung den Kapitäns, dessen Name nicht veröffentlicht wurde. Dann hätten die Beamten am Bug des Schiffs ein Seil befestigt. Von Bord seien jedoch Rufe wie "No Help" und "Go Italy" zu hören gewesen - man brauche keine Hilfe, Ziel sei Italien. "Trotz wiederholter Appelle, ob sie Hilfe brauchten, ignorierten sie uns und machten gegen 23.57 Uhr das Seil los."

Das Patrouillenboot habe das Boot dann im Abstand von 200 Metern begleitet, gab der Kapitän an. Um 1.40 Uhr habe der Kutter erneut angehalten. Dann habe sich das Boot langsam geneigt. Unter den Passagieren habe es Aufruhr gegeben, auch Schreie seien zu hören gewesen. Innerhalb einer Minute sei das Boot dann jedoch gekentert. Das Mittelmeer ist an dieser Stelle etwa 5000 Meter tief.

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