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Wegen Krawallen: Macron sagt Staatsbesuch in Deutschland ab

Präsident Macron nach einer Sitzung des Krisenstabs am 30. Juni 2023
Präsident Macron nach einer Sitzung des Krisenstabs am 30. Juni 2023 Copyright Yves Herman/AP
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Von euronews mit dpa
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Wegen der anhaltenden Krawalle hat Präsident Macron seinen Staatsbesuch in Deutschland abgesagt. Er sollte am Sonntag beginnen und wäre der erste Staatsbesuch seit 23 Jahren gewesen.

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Wegen der anhaltenden Krawalle in Frankreich kommt Staatspräsident Emmanuel Macron nicht wie geplant an diesem Sonntag zum Staatsbesuch nach Deutschland. Macron habe darum gebeten, den Besuch zu verschieben, teilte am Samstag das Bundespräsidialamt mit.

Der Besuch soll baldmöglichst nachgeholt werden», hieß es in der schriftlichen Mitteilung. Macron telefonierte demnach am Samstagnachmittag mit Steinmeier und unterrichtete ihn über die Situation in Frankreich. Er habe um die Verschiebung gebeten. Auch der Elysée-Palast bestätigte dies.

Steinmeier habe die Absage bedauert, er habe aber vollstes Verständnis angesichts der Situation im Nachbarland, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Bundespräsident verfolge die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit. Er hoffe, "dass die Gewalt auf den Straßen baldmöglich beendet und der soziale Friede wieder hergestellt werden kann", erklärte Steinmeier.

Auf dem Programm des französischen Präsidenten hatten neben Berlin Ludwigsburg und Dresden gestanden. Dort wollte Macron vor der Frauenkirche eine Grundsatzrede zu den deutsch-französischen Beziehungen halten. Es wäre der erste STaatsbesuch eines französischen Präsidenten seit 23 Jahren gewesen.

Auch in der Nacht zum Samstag hate es wieder schwere Krawalle in großen Teilen des Landes gegeben. Es war bereits die vierte Nacht in Folge. Selbst massive Polizeipräsenz und Verbote konnten die Ausschreitungen nicht verhindern. Es gab Plünderungen, Mülltonnen wurden in Brand gesteckt und es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei. 

Zu besonders heftigen Zusammenstößen kam es offenbar in den Großstädten Marseille und Lyon. Nach Angaben des Innenministeriums wurden landesweit 1.311 Menschen festgenommen. Über 2.500 Brände wurden registriert.

 Auslöser war der Tod eines 17-Jährigen am vergangenen Dienstag bei einer Polizeikontrolle Als der junge Mann plötzlich anfuhr, fiel ein tödlicher Schuss aus der Dienstwaffe eines Polizisten. Der Vorfall sorgte landesweit für Bestürzung.

Frankreich wird seitdem von heftigen Unruhen erschüttert. Der mutmaßliche Schütze kam in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde ein förmliches Ermittlungsverfahren wegen Totschlags eingeleitet. Der getötete junge Mann soll heute beerdigt werden.

Mbappé warnt vor Gewalt

Der französische Fußballstar Kylian Mbappé zeigte sich betroffen vom Tod des 17-Jährigen und warnte vor Gewalt. "Seit diesem tragischen Ereignis sind wir Zeuge des Ausdrucks der Wut der Bevölkerung, deren Inhalt wir verstehen, deren Form wir jedoch nicht gutheißen können", heißt es in dem Statement, das er am Freitagabend wohl zusammen mit anderen Nationalspielern veröffentlichte. Viele Spieler kämen selbst aus den Arbeitervierteln und könnten den Schmerz und die Traurigkeit nachvollziehen. Aber Gewalt löse keine Probleme. "Die Zeit der Gewalt muss enden, um der Zeit der Trauer, des Dialogs und des Wiederaufbaus Platz zu machen", erklärte Mbappé.

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