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Recherchen zu Kadyrow - russische Journalistin zusammengeschlagen

Jelena Milaschina bei einer Preisverleihung
Jelena Milaschina bei einer Preisverleihung Copyright Manuel Balce Ceneta/AP
Copyright Manuel Balce Ceneta/AP
Von Euronews mit AP, dpa
Zuerst veröffentlicht am
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Die preisgekrönte russische Investigativjournalistin Jelena Milaschina war in Tschetschenien, um die Verurteilung einer Kritikerin des tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow zu verfolgen.

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Die preisgekrönte russische Investigativjournalistin Jelena Milaschina ist am Dienstag in der russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. Maskierte und bewaffnete Männer hätten ihr Auto, in dem auch der Rechtsanwalt Alexander Nemow saß, auf dem Weg in die Hauptstadt Grosny gestoppt, teilte die Menschenrechtsorganisation Memorial mit.

Milaschina war in Tschetschenien, um die Verurteilung einer Kritikerin des tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow zu verfolgen.

Seit 2000 wurden sechs Reporter:innen und Mitarbeiter:innen der russischen Zeitung "Nowaja Gaseta", für die auch Milaschina arbeitet, getötet.

Milaschina und Nemow wollten in Tschetschenien zur Urteilsverkündung für Sarema Musajewa. Die 53-jährige Ehefrau eines ehemaligen Richters war vergangenes Jahr aus der russischen Stadt Nischni Nowgorod nach Grosny verschleppt worden. Die Journalistin Milaschina berichtete im oppositionellen Medium "Nowaja Gaseta" ausführlich über Musajewas Fall. Nemow ist der offizielle Verteidiger der Angeklagten.

Die russische Menschenrechtsbeauftragte Tatjana Moskalkowa sagte russischen Agenturen zufolge, der Vorfall müsse gründlich untersucht und die Schuldigen müssten bestraft werden. Milaschina und Nemow wurden nach russischen Angaben noch am Dienstag in ein Krankenhaus außerhalb Tschetscheniens gebracht.

Milaschina war bereits 2020 von Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow mit dem Tod bedroht worden, nachdem sie kritisch über den brutalen Umgang mit der Bevölkerung in der Corona-Pandemie berichtet hatte. Die Journalistin recherchiert seit Jahren in Tschetschenien.

Kadyrow führt die islamisch geprägte Republik im Nordkaukasus mit harter Hand. Bürgerrechtler beklagen immer wieder Menschenrechtsverstöße, darunter Folter und Verfolgung. In den 1990er Jahren führte das damals nach Unabhängigkeit strebende Tschetschenien zwei Kriege gegen Russland. Moskau schaffte es mit massiven Angriffen, die Kontrolle über die Region zurückzuerlangen.

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