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Polen stoppt Waffenlieferungen an die Ukraine: Modernisierung des eigenen Militärs im Fokus

Auf Waffen aus Polen wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Zukunft verzichten müssen.
Auf Waffen aus Polen wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Zukunft verzichten müssen. Copyright Michal Dyjuk/AP
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Von Euronews mit AP
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Der polnische Ministerpräsident hat angekündigt, keine Waffen mehr an die Ukraine zu liefern. Im Streit um die Getreideimporte aus der Ukraine bahnt sich derweil eine Lösung an.

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Polen hat angekündigt, keine eigenen Waffen mehr an die Ukraine zu liefern. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erklärte, dass sich das Land auf die Modernisierung der eigenen Streitkräfte konzentrieren müsse.

Die Entscheidung habe nichts mit dem Streit um Getreideimporte aus der Ukraine zu tun. Waffentransporte durch Polen würden durch den Lieferstopp nicht beeinflusst werden, so Morawiecki.

"Wir werden zukünftig keine Waffen mehr an die Ukraine liefern, da wir uns nun selbst mit den modernsten Waffen ausrüsten werden", erklärte der Ministerpräsident in einem Fernsehinterview.

In der Vergangenheit hatte Polen große Mengen älterer Militärausrüstung an die Ukraine geliefert und das eigene Arsenal mit Waffen aus Südkorea und anderen Ländern verbessert.

Im Streit um die Getreideimporte werde Polen seine eigenen wirtschaftlichen Interessen verteidigen, ohne die Sicherheit der Ukraine aufs Spiel zu setzen, betonte Morawiecki.

Selenskyj wirft Polen vor, Russland in die Karten zu spielen

In einer Rede bei der UN-Vollversammlung in New York hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Polen und den anderen ukrainischen Nachbarländern vorgeworfen, Russland mit dem Importverbot in die Karten zu spielen. In Warschau zeigte man sich empört.

"Diese Aussagen, dass Länder wie Polen Russland unterstützen würden, sind unvereinbar mit der Realität. Sie sind sehr verletzend für viele Menschen in Polen, weil Millionen von Polen der Ukraine und ukrainischen Flüchtlingen geholfen haben und immer noch helfen. Solche Aussagen sollten also nicht getroffen werden", sagte der stellvertretende polnische Außenminister Pawel Jablonski.

Polen hat rund eine Million ukrainische Flüchtlinge aufgenommen und lieferte früh Panzer und andere schwere Geschütze an die Ukraine.

Polen und die Ukraine wollen eine gemeinsame Lösung finden

Der Streit um die zollfreien Getreideimporte aus der Ukraine, die die Preise in Polen in den Keller trieben, hat die Beziehung der Nachbarländer stark belastet. Nun scheint man jedoch gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten: Das ukrainische Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass man in engem Austausch stehe, um in Zukunft beim Export zusammenzuarbeiten.

Am vergangenen Freitag hatte Polen noch Restriktionen auf ukrainische Getreideimporte angekündigt, nachdem die Europäische Kommission die temporären Importverbote nicht verlängert hatte. Mit der Slowakei, die ukrainische Getreideeinfuhren ebenfalls zwischenzeitlich verboten hatte, konnte die Ukraine bereits eine Einigung erzielen.

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