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Können NATO-Soldaten die Lage im Kosovo beruhigen?

Der Premierminister des Kosovo, Kurti, macht sich große Sorgen um die Sicherheit seines Landes.
Der Premierminister des Kosovo, Kurti, macht sich große Sorgen um die Sicherheit seines Landes. Copyright Visar Kryeziu/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
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Von euronews mit dpa
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Die Regierung des Kosovo wirft dem Nachbarn Serbien Kriegspläne vor. Jetzt greifen die US-Regierung und die NATO ein.

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Die Regierung des Kosovo ist erleichtert, dass die NATO mehr Soldaten zur Unterstützung in ihr Land schicken will. Das Land fühlt sich vom Nachbar Serbien bedroht. Albin Kurti, der Premierminister des Kosovo, sagte: "Wir brauchen die NATO, weil wir eine sehr lange Grenze mit Serbien haben und auf der anderen Seite Truppen aufmarschieren."

Kurti bat die USA um Hilfe und warf der serbischen Regierung in Belgrad "Kriegspläne" vor. Er habe deshalb mit dem Berater für nationale Sicherheit in den USA, Jake Sullivan, telefoniert.

Die Spannungen zwischen beiden Ländern waren zuletzt durch den Überfall eines serbischen Kommandotrupps am vergangene Wochenende angeheizt worden. Die kosovarische Polizei durchsuchte mehrere Ortschaften, um Unterstützer des Angriffs zu finden und festzunehmen.

Ein blutiger Überfall aufs Nachbarland

Dabei sind die Hintergründe des Überfalls noch völlig ungeklärt. Ein 30-köpfiger, schwer bewaffneter serbischer Kommandotrupp hatte sich in der Ortschaft Banjska bei Mitrovica im Nordkosovo Kämpfe mit der kosovarischen Polizei geliefert. Dabei waren drei serbische Angreifer sowie ein kosovarischer Polizist getötet worden.

Zu dem Überfall bekannt hat sich der kosovo-serbische Spitzenpolitiker und Geschäftsmann Milan Radoicic. Er sagte, die Aktion auf eigene Faust ausgeführt und keine offiziellen Stellen in Serbien darüber informiert zu haben. Die Regierung in  Pristina hält das für unmöglich. Wo sich Radoicic befindet, ist unbekannt.

Auch die serbische Regierung eine stärkere Rolle der NATO. Präsident Aleksandar Vucic bestritt allerdings nach einem Telefonat mit US-Außenminister Antony Blinken, dass sein Land für die jüngste Eskalation verantwortlich sei.

Die USA schalten sich ein

Blinken verlangte in dem Telefonat, dass die Verantwortlichen, die sich derzeit in Serbien aufhielten, zur Rechenschaft gezogen werden. Blinken begrüßte, dass die NATO die Entsendung zusätzlicher Streitkräfte in das kleine Balkanland genehmigt habe.

In dem Telefonat mit Blinken bezeichnete Vucic die Vorwürfe aus Washington dagegen als "Unwahrheiten". Mit Blinken sei er sich einig, dass eine Deeskalation und eine "deutlich größere Rolle der KFOR erforderlich" seien, hieß es unter Hinweis auf die Nato-Schutztruppe für das Kosovo. Blinken rief Serbien auch auf, seine Verpflichtungen aus dem Normalisierungsabkommen umzusetzen. 

Das Kosovo hatte sich 1999 mit NATO-Hilfe von Serbien abgespalten und 2008 für unabhängig erklärt. Serbien erkennt dies aber nicht an und fordert seine einstige Provinz zurück.

Was machen NATO und KFOR bisher im Kosovo?

Die KFOR ist seit 1999 für die Gewährleistung der Sicherheit in dem Land zuständig. Derzeit gehören ihr nach jüngsten Angaben etwa 4500 Soldaten aus insgesamt 27 Nato-Ländern und Partnerstaaten an. Deutschland nahm zuletzt mit rund 80 Soldaten am KFOR-Einsatz teil.

Bereits im Mai hatte das Bündnis eine Aufstockung seiner Präsenz im Kosovo um 700 Mann beschlossen. Damit hatte es auf schwere Ausschreitungen serbischer Mobs gegen KFOR-Soldaten im Nord-Kosovo reagiert. Damals hatten 30 italienische und ungarische Soldaten sowie mehr als 50 Serben Verletzungen erlitten.

Wieviele Soldaten die NATO jetzt schicken will, ist noch unbekannt. Dazu gab es keine offizielle Stellungnahme aus Brüssel. Von der Truppenstärke dürfte ein deutliches Signal an die Konfliktparteien ausgehen, wie ernst es das Bündnis meint. Davon und von der Bereitschaft aller Beteiligten, die Hilfe anzunehmen, dürfte die nähere Zukunft der Region abhängen. Ob sich der Konflikt ausweitet oder nicht, ist mit der Entsendung neuer Soldatne also noch nicht entschieden.

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