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"Omtzigt ist ein Phänomen": Die niederländische NCP erzielt kurz vor der Wahl Spitzenwerte

Pieter Omtzigt erfreut sich in der niederländischen Bevölkerung großer Beliebtheit.
Pieter Omtzigt erfreut sich in der niederländischen Bevölkerung großer Beliebtheit. Copyright Euronews
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Von Euronews mit DPA
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Die neu gegründete Partei NCP erzielt kurz vor den anstehenden Wahlen in den Niederlanden Spitzenwerte. Grund dafür ist vor allem ihr Gründer Pieter Omtzigt.

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Eine Partei ist die große Überraschung bei den anstehenden Wahlen in den Niederlanden. Die neu gegründete NCP, kurz für Neuer Sozialer Vertrag, erzielt hervorragende Umfrageergebnisse.

Pieter Omtzigt hat die Partei im Sommer gegründet. Seit 20 Jahren ist er Abgeordneter – nun darf er sich berechtigterweise Hoffnungen auf das Amt des Ministerpräsidenten machen.

"Omtzigt ist ein Phänomen"

"Ich bin selbst überrascht, wie schnell sich das alles entwickelt", sagt Omtzigt. "Ich meine, Sie haben es mit einer Partei zu tun, die vor drei Wochen noch fünf Mitglieder hatte", fügt er hinzu.

Seine Partei will die Verwaltung erneuern und die Lebenshaltungskosten senken. Der Hauptfaktor für den Erfolg ist jedoch Omtzigt selbst.

"Omtzigt ist ein Phänomen", sagt Sheila Sitalsing, politische Kommentatorin der Zeitung "De Volkskrant". "Er ist langweilig, farblos, eine Art Anti-Held", so Sitalsing weiter. Mit seinen Plänen zur Erneuerung der Verwaltung trifft er jedoch den Nerv der unzufriedenen Wähler:innen.

Beliebtheit erlangte Omtzigt im Zuge einer Affäre um Kinderbeihilfen. Schätzungsweise 25.000 Eltern mussten wegen vermeintlichen Betruges Zehntausende Euros bezahlen, nur weil sie kleine Formfehler begangen hatten. 2021 trat die die dritte Regierung Ruttes deswegen zurück. Seit Jahren setzt sich Omtzigt hartnäckig für die Opfer der Affäre ein.

"Omtzigt wird Menschen enttäuschen müssen"

Den Umfragen zufolge wird der Sieger der anstehenden Wahl mit anderen Parteien koalieren müssen – das bedeutet Kompromiss. Mariken van der Velden, Assistenzprofessorin für politische Kommunikation an der Vrije Universiteit Amsterdam, sieht darin einen Stolperstein für Omtzigt:

„Das erfordert die Zusammenarbeit mit anderen Parteien, und er wird das riesige Schiff, das die Regierung darstellt, dazu bringen müssen, den Kurs ein wenig zu ändern. Er verspricht jedoch, das Schiff um 180 Grad zu wenden, und das ist für jede Regierung unmöglich. Er wird also, in gewisser Weise, Menschen enttäuschen müssen, die darauf hoffen, dass sich jetzt alles verändern wird.“

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

In den Niederlanden tritt dieses Jahr eine Höchstzahl von 26 Parteien an. Es zeichnet sich ein enges Rennen ab, an dessen Spitze sich die VVD mit der rechtsliberalen Justizministerin Dilan Yesilgöz und die NCP mit dem beliebten Omtzigt ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

In aktuellen Umfragen liegt die NCP mit 16,7 Prozent knapp hinter der etablierten VVD, die 17,5 bis 18 Prozent erzielt.

In jedem Fall dürfte die NCP in den kommenden vier Jahren eine gewichtige Rolle in der niederländischen Politik spielen. Sowohl das linke als auch das rechte Lager werden wohl Omtzigt und seine Partei brauchen, um eine Koalition zu bilden.

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