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Mehrwertsteuer in der Gastronomie: DEHOGA befürchtet Schließungen

Gemütlichkeit in der Gaststätte – bald ein Luxus?
Gemütlichkeit in der Gaststätte – bald ein Luxus? Copyright Euronews
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Von Liv Stroud mit dpa
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Noch ist die Corona-Flaute nicht durchgestanden, da erwartet Gaststätten und Restaurants eine weitere Herausforderung: Die Mehrwertsteuer liegt ab Januar wieder bei 19 statt sieben Prozent. Der Verband DEHOGA rechnet mit Schließungen und Insolvenzen.

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Zum Jahreswechsel laufen in Deutschland die Energiepreisbremsen und die reduzierte Mehrwertsteuer auf Energie und in der Gastronomie aus. Für viele Restaurants und Gaststätten verheißt das nichts Gutes. Denn ein Großteil hat die Corona-Flaute noch nicht überwunden.

Das sei eine Katastrophe für die Branche, für ganz viele Unternehmen, sagt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA. Einer internen Umfrage zufolge werden 12.000 Unternehmen das nicht überleben. "Sie werden aufgeben oder in die Insolvenz gehen," so Hartges' Befürchtung.

"Wer kann sich das noch leisten?"

Im europaweiten Vergleich der Mehrwertsteuer in der Gastronomie liegt Deutschland momentan im Mittelfeld. Nach der Rückkehr von 7 auf 19 Prozent gehört es zur Spitzengruppe.

Die Gastronominnen und Gastronomen müssen genau abwägen, welche Kosten sie an die Kunden weitergeben. Eine von Ihnen ist die Berlinerin Sylvia Falkner. Sie sagt: "Die Mehrwertsteuer wird eingearbeitet, der Mindestlohn, die Mieterhöhung. Weil anders funktioniert es nicht mehr. Und dann ist eben auch die Frage: Wer kann sich das noch leisten?"

"Nur zuhause kochen ist keine Option."

Dem Statistischen Bundesamtes zufolge lag auch mit dem niedrigeren Steuersatz der preisbereinigte Umsatz der Betriebe im September 12,6 Prozent unter dem Niveau vom 2019. Die Gastro-Betriebe hoffen, dass zumindest die Stammkunden erhalten bleiben.

Ein solcher Stammkunde ist Tilo Baumert. Vor einem frisch servierten Teller sitzend sagt er: "Nur zuhause kochen ist keine Option. In die Gaststätte gehen, unter Leuten sein, das ist schon angenehmer. Und deswegen denke ich, werde ich das weiter tun.”

Imbissbuden und Lieferdienste sind nicht betroffen

Zu befürchten ist, dass die Rückkehr zur 19 Prozent-Mehrwertsteuer vor allem für bereits finanziell angeschlagene Betriebe die Lage verschärft. Euronews-Korrespondentin war in Berlin unterwegs. Ihre Einschätzung: "Die deutschen Restaurantbetreiber sind wütend auf die Regierung, weil sie ihr Wahlkampfversprechen gebrochen hat, die Steuer bei sieben Prozent zu halten. Der Anstieg betrifft jedoch nur Restaurants, die ihr Essen auf Porzellantellern servieren, und nicht solche, die Essen liefern oder zum Abholen anbieten. Die Frage bleibt, ob die Menschen im neuen Jahr weiterhin auswärts essen gehen oder es als Luxus betrachten, den sie sich nicht mehr leisten können."

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