Krieg in Gaza: Die Kämpfe werden „noch viele Monate andauern“

Die Israelische Armee hat ihren Bodeneinsatz gegen die islamistische Hamas im mittleren und südlichen Gazastreifen ausgeweitet. Drei Flüchtlingslager wurden getroffen.
Die Israelische Armee hat ihren Bodeneinsatz gegen die islamistische Hamas im mittleren und südlichen Gazastreifen ausgeweitet. Drei Flüchtlingslager wurden getroffen. Copyright Ohad Zwigenberg/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von Diana Resnik
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Die israelische Armee hat ihren Bodeneinsatz in Gaza ausgeweitet und dabei drei Flüchtlingslager getroffen. Zerstörte Straßen erschweren die Lieferung von Hilfsgütern. Kann die neu ernannte Koordinatorin der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe helfen?

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Trotz internationalen Drucks hat die israelische Armee ihren Bodeneinsatz gegen die islamistische Hamas im mittleren und südlichen Gazastreifen ausgeweitet. 

Der Krieg werde noch ,,viele Monate" andauern

Ägyptens Vorschlag zur stufenweisen Beendigung des Krieges wird noch weiter diskutiert. Das Kriegskabinett des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sei jedoch bereit, die erste Stufe des Plans, die eine mindestens zweiwöchige Feuerpause vorsieht, zu diskutieren, so das "Wall Street Journal". 

Dennoch sagte Israels Generalstabschef Herzi Halevi, der Krieg werde noch ,,viele Monate" andauern. Es gebe ,,keine magischen Lösungen oder Abkürzungen bei der grundlegenden Zerschlagung einer terroristischen Organisation, sondern nur einen beharrlichen und entschlossenen Kampf."

Drei Flüchtlingslager getroffen, Telekommunikationsdienste ausgefallen

Währenddessen sind in zwei Flüchtlingslagern in Gaza 137 Menschen ums Leben gekommen, wie das UN-Menschenrechtsbüro unter Berufung auf Angaben der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" mitteilte. Insgesamt seien drei Flüchtlingslager getroffen worden. Wegen der Bombardements sind die Straßen zerstört. Die Lieferung von Hilfsgütern ist zusätzlich erschwert.

Auch die Telekommunikationsdienste fielen nach Angaben ansässiger palästinensischer Kommunikationsunternehmen erneut aus. Der Gazastreifen sei wieder von der Außenwelt abgeschnitten.

Israel gibt Leichen von 80 Palästinensern zurück

Indessen gab Israel die Leichen von 80 Palästinensern, die sie Medienberichten zufolge während der Kämpfe im nördlichen Gazastreifen mitgenommen haben soll, an palästinensische Beamte zurück. Nun sollen sie in Rafah beigesetzt werden. 

Marwan al-Hams, Leiter des Gesundheitsnotfallkomitees in Rafah sagte: ,,Wir können diesen Leichencontainer nicht in einem bewohnten Viertel öffnen. Wir koordinieren uns mit den zuständigen Behörden, um die Leichen auf den Friedhof zu bringen. Anschließend werden das palästinensische Gesundheitsministerium und das Justizministerium diese Fälle als Beweis für Kriegsverbrechen der israelischen Besatzungsarmee dokumentieren."

Neue Koordinatorin der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe in Gaza

Die niederländische Politikerin Sigrid Kaag wird neue Koordinatorin der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe in Gaza, so der UN-Generalsekretär António Guterres. Das UN-Gremium hatte eine Aufstockung der Hilfsgüter an Gaza gefordert. Kaag soll dafür sorgen, dass die dringend benötigten Hilfsgüter wie Lebensmittel, Wasser und Medikamente für die mehr als 2 Millionen Zivilisten schneller in Gaza ankommen. Sie war Vize-Ministerpräsidentin der Niederlande und die erste Frau an der Spitze des Finanzministeriums. Die 62-Jährige wird den neu geschaffenen Posten ab dem 8. Januar antreten.

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