Blaue Farbe auf Ikone mit Stalin sorgt für wütende Proteste in Georgien

Streit um Ikone mit sowjetischem Diktator Josef Stalin in Georgien
Streit um Ikone mit sowjetischem Diktator Josef Stalin in Georgien Copyright Screenshot AP-Video
Von Euronews mit AP, RFE/RL
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

In der georgischen Hauptstadt Tiblissi oder Tiflis verursacht die Verunstaltung einer Ikone, auf der auch Diktaror Josef Stalin zu sehen ist, Streit und Protest.

WERBUNG

In Georgiens Hauptstadt hat es wütende Proteste gegeben, nachdem ein religiöses Kunstwerk, auf dem auch Josef Stalin zu sehen ist, mit blauer Farbe beschmiert worden war. 

Die Aktivistin Nata Peradze zog die Wut von Fans des sowjetischen Diktators auf sich, weil sie ein Video des Vorfalls in einer Kathedrale von Tbilissi (auch: Tiflis) veröffentlicht hatte.

Zunächst war offenbar unklar, ob Nata Peradze selbst die Ikone verunstaltet hatte, doch als sich Aktivisten der pro-russischen Gruppe Alt-Info vor ihrem Haus versammelten und sie lautstark der "Beleidigung der Ikone" beschuldigten, gab sie zu, dass sie die Farbe geworfen hatte.

Aktivistin: "Die Reaktionen haben alle meine Erwartungen übertroffen"

"Ich habe eine solche Reaktion wirklich nicht erwartet", sagte Peradze gegenüber Radio Free Europe / Radio Liberty (RFE/RL). "Ich habe mit einer gewissen Reaktion gerechnet, als ich diese Aktion.... durchgeführt habe. Die Reaktionen haben alle meine Erwartungen übertroffen."

Umstrittene Diktator Stalin kommt aus Georgien

Stalins Anhänger und Anhängerinnen feiern ihn - sowohl in Russland als auch in Georgien - als den Mann, der den Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg besiegt hat. Seine Gegner und Gegnerinnen sehen in Stalin einen blutrünstigen Machthaber, der Millionen von Menschen in die Arbeitslager des Gulag schickte und den Terrror - u.a. den Holodomor (die Hungersnot) - in den 30er Jahren befehligte, bei dem vor allem in der Ukraine bis zu 1,2 Millionen Menschen ums Leben kamen.

Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wird nachgesagt, er wolle Stalin rehabilitieren.

Auf der religiösen Ikone der orthodoxen Kirche in Tiblisi ist der aus Georgien stammende, auch in seiner Heimat umstrittene Diktator Josef Stalin neben der Heiligen Matrona von Moskau zu sehen.

Die Ikone soll die rechtsextreme Gruppe "Allianz der Patrioten" der Kathedrale gespendet haben. Inzwischen wurde das Kunstwerk gesäubert und die Kathedrale unter Polizeischutz gestellt.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

70. Todestag Stalins: Gedenkmarsch in Moskau

Putin will auf deutsche Panzer in der Ukraine "antworten"

Zum 80.Jahrestag der Schlacht von Stalingard: eine neue Büste