Ukraine-Krieg: Russland setzt Estlands Regierungschefin Kallas auf die Fahndungsliste

Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas steht auf Russlands Fahndungsliste
Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas steht auf Russlands Fahndungsliste Copyright Christophe Ena/AP
Von Euronews mit AP
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Der Kreml wirft der estnischen Ministerpräsidentin Kaja Kallas vor allem vor, sie habe durch die Zerstörung sowjetischer Denkmäler des Zweiten Weltkriegs Verbrechen an Russlands Geschichte begangen. Auch andere Politiker des Baltikums stehen auf der russischen Fahndungsliste.

WERBUNG

Russland hat die Ministerpräsidentin von Estland Kaja Kallas auf die Fahndungsliste gesetzt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow beschuldigt die entschiedene Unterstützerin der Ukraine, sie habe - wie andere Führungspersönlichkeiten im Baltikum - feindselige Aktionen gegenüber der Erinnerung, der Geschichte und gegenüber Russland unternommen.

Die 46-jährige Liberale Kallas - die seit 2021 Regierungschefin von Estland ist - gehört zu den schärfsten Kritikerinnen von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine.

"Schande an der historischen Erinnerung"

Im Wortlaut erklärte der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow: "Denn das sind die Leute, die für Entscheidungen verantwortlich sind, die eigentlich eine Schande an der historischen Erinnerung sind. Und das sind die Leute, die sowohl dem historischen Gedächtnis als auch unserem Land gegenüber feindselig agieren."

Zerstörung von sowjetischen Denkmälern

Kallas wird bezichtigt, durch die Zerstörung sowjetischer Denkmäler, Verbrechen gegen die Befreier vom Faschismus im Zweiten Weltkrieg begangen zu haben.

Im Sommer 2022 - wenige Monate nach dem Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine - war in der estnischen Stadt Narva ein Kriegsdenkmal abgebaut worden.

Viele Kriegsgegner:innen auf der Fahndungsliste

Auf der russischen Fahndungsliste stehen auch zahlreiche Russinnen und Russen, die sich gegen den Krieg in der Ukraine positioniert haben und ins Ausland geflohen sind - wie der Schriftsteller und Journalist Dmitri Gluchowski (auch Glukhowsky).

Der Autor von "Metro 2033" kann derzeit nicht in seine Heimatland zurückkehren.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Russischer Kriegsgegner Kagarlitzki zu fünf Jahren Haft verurteilt

Estland: Demonstration vor Parlament gegen Homo-Ehe

108 Dollar Entschädigung: Hunderte protestieren nach Flut in Orsk