Krieg in der Ukraine: Russen brauchen "operative Pause" an der Front bei Awdijiwka

Eine Rakete wird von Grad-Raketenwerfern der russischen Armee auf einen nicht genannten Ort in der Ukraine abgefeuert.
Eine Rakete wird von Grad-Raketenwerfern der russischen Armee auf einen nicht genannten Ort in der Ukraine abgefeuert. Copyright Russian Defence Ministry Press Service via AP
Von Oleksandra Vakulina mit ISW
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Jüngste Meldungen aus einem wichtigen Konfliktgebiet in der Ukraine deuten auf anhaltende Schwierigkeiten für Russlands angeschlagene Streitkräfte hin.

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Das Tempo der russischen Großoffensive in der Nähe von Awdijiwka im Osten der Ukraine hat sich nach der Einnahme der ukrainischen Stadt „erheblich verlangsamt“, wie das Institute for the Study of War (ISW) mitteilte. 

Der Sprecher der ukrainischen Tavriisk-Gruppe der Streitkräfte sagte, dass die Zahl der russischen Angriffe in Richtung Awdijiwka am vergangenen Tag deutlich zurückgegangen sei und dass sich die russischen Streitkräfte derzeit neu gruppier

Fehlende Kampfkraft der russischen Armee

Das britische Verteidigungsministerium hält es unterdessen für wahrscheinlich, dass die russischen Streitkräfte nicht über die nötige Kampfkraft verfügen, um die Einnahme von Awdijiwka sofort auszunutzen, und dass sie eine Ruhe- und Umrüstungsphase benötigen.

Das ISW schließt sich dieser Analyse an und fügt hinzu, dass die russischen Streitkräfte wahrscheinlich eine Operationspause einlegen müssen, bevor sie ihre Großoffensive in Richtung Avdiivka wieder aufnehmen können.

Alternativ wären sie gezwungen, zusätzliche Streitkräfte aus anderen Teilen der Front in das Gebiet zu verlegen, um ihre Offensive in der Nähe von Awdijiwka fortzusetzen. Zwar verfügen die russischen Streitkräfte in anderen Frontabschnitten über Reserven für eine solche Verstärkung, ISW zufolge gibt es aber keine Anzeichen dafür, dass die russische Kommandozentrale diese Reserven derzeit in Richtung Awdijiwka verlegen würde.

In der Zwischenzeit haben sich die ukrainischen Streitkräfte auf eine neue Verteidigungslinie zurückgezogen, die im Vorfeld vorbereitet auf „mehreren Ebenen“ befestigt worden sei, so die ukrainischen Beamten.

Obwohl spekuliert worden ist, dass die ukrainischen Streitkräfte unzureichend auf die Verteidigung der Stellungen westlich von Avdiivka vorbereitet seien, bestätigt das ISW diese Gerüchte nicht. Die Experten stützen sich auf Satellitenbilder, die zum Schutz der ukrainischen Truppen zurzeit weder gezeigt noch näher beschrieben werden. 

Awdijiwka ist eine Kleinstadt in der Oblast Donezk in der Ukraine. Um diese frühere Industriestadt wird bereits seit 2022 gekämpft. Jetzt liegt sie in Schutt und Asche. Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin war die Eroberung der Stadt besonders wichtig, weil Awdijiwka als ukrainisches Bollwerk galt.

Journalist • Heilika Leinus

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