Erste Ramadan Beleuchtung Deutschlands in Frankfurt sorgt für Diskussionen

Ramadan-Beleuchtung in Frankfurt
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Von Christoph Debets
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Als erste Stadt in Deutschland begeht Frankfurt den Ramadan mit einer feierlichen Straßenbeleuchtung in der Fressgass'. In Frankfurt leben zwischen 100.000 und 150.000 Muslime, das sind etwa 15 Prozent der Bevölkerung. Kritiker sprechen von Islamisierung, Muslime begrüßen die Illumination.

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Als erste Stadt in Deutschland beleuchtet Frankfurt anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan die Freßgass' zwischen Hauptwache und Opernplatz, eine beliebte Einkaufsstraße. Ab Sonntagabend erhellen Mondsicheln, Sterne und Laternen sowie der Schriftzug "Happy Ramadan" die Fußgängerzone in der Großen Bockenheimer Straße, die Freßgass' mit ihren Delikatessenläden und Cafes.

Vorbild für die Beleuchtung ist London. Dort wurde im vergangenen Jahr der Piccadilly Circus mit Ramadan-Lichtern beleuchtete. Es war das erste Mal, dass eine europäische Stadt das Ramadan-Fasten und die damit verbundene besinnliche Zeit für Muslime auf diese Weise feierte.

Die Entscheidung der Stadt Frankfurt hat in den sozialen Medien Empörung ausgelöst. Viele Nutzer interpretierten sie als Zeichen der "Islamisierung" und riefen zum Boykott der Geschäfte auf der Freßgass' auf.

Fast 15 Prozent der Frankfurter Bevölkerung sind Moslems. Im Gegensatz zur vorweihnachtlichen Beleuchtung, die von der Geschäftswelt bezahlt wird, kommen die 75.000 Euro für die Ramadan-Beleuchtung aus dem städtischen Haushalt.

Das ist der offizielle Grund, warum die CDU in der Stadtverordnetenversammlung gegen die Illumination gestimmt hat. Für die Regierungskoalition aus SPD, Grünen, FDP und Volt wertete Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) die Beleuchtung als Zeichen eines "friedliches Miteinanders".

Muslime begrüßten die Entscheidung.

Der Ramadan beginnt, je nach Sichtbarkeit des Neumonds, am kommenden Montag oder Dienstag und dauert bis zum 9. April.

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