Bettwanzen und König Charles: Opfer russischer Desinformationskampagnen

König Charles III am 11. März 2024 bei seiner Botschaft an das Commonwealth.
König Charles III am 11. März 2024 bei seiner Botschaft an das Commonwealth. Copyright Royal Household /AP
Von Johanna Urbancik
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Auf den sozialen Netzwerken gibt es momentan etliche Verschwörungstheorien über die britische Königsfamilie. Anscheinend sind diese, wie die Bettwanzen-Panik letztes Jahr, Teil russischer Desinformationskampagnen.

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Auf den sozialen Netzwerken häufen sich die Verschwörungstheorien über die britische Königsfamilie. Wo ist Kate Middleton? Ist König Charles verstorben? Was verheimlicht das britische Königshaus? 

Die Nachricht verbreitete sich am Montagnachmittag in den russischen Medien: König Charles III. ist tot. Das stimmt natürlich nicht. Die Nachricht wurde von zahlreichen russischen Medien gemeldet, auch von Readovka, einem Kreml-nahem Telegram-Kanal mit über 2,35 Millionen Abonnenten.

Jedoch gab es keine Ankündigung der BBC oder irgendeine öffentliche Erklärung des Buckingham Palace. Readovka hatte lediglich ein Dokument, das es neben einem Foto des Königs veröffentlichte. "Die folgende Ankündigung wird von königlichen Kommunikationen gemacht", hieß es. "Der König ist gestern Nachmittag unerwartet verstorben." Es war datiert auf den 18. März 2024. Die Herkunft des Dokuments ist unbekannt. 

Mehrere russische Medien, unter anderem auch Gazeta, haben die Todesmeldung geteilt. Jedoch hat Gazeta in einem Beitrag auf X geschrieben, dass "die offiziellen britischen Medien nichts darüber geschrieben haben. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Falschmeldung." Später schrieb die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass: "König Charles III. setzt seine offiziellen Aufgaben fort und nimmt an privaten Veranstaltungen teil."

Russische Desinformationskampagne: Nicht nur König Charles III ist Opfer

Nach der Pariser Fashion Week im Herbst 2023 häuften sich Videos im Netz, die von einer Bettwanzenplage in Paris handelten. Der stellvertretende Bürgermeister von Paris forderte die Regierung im Herbst auf, die Wanzen vor den Olympischen Spielen in Paris im Sommer 2024 auszurotten. Sogar einige Schulen und Klassen wurden vorübergehend geschlossen und es wurde eine gründliche Inspektion von U-Bahn- und Eisenbahnwagen durchgeführt. Die Behörden gaben jedoch an, dass es keine Anzeichen für einen ungewöhnlichen Ausbruch gab.

Laut Jean-Noel Barrot, einem französischen Minister, wurde die Bettwanzenplage künstlich durch soziale Medienkonten verstärkt, die mit russischen "Desinformations"-Aktivitäten verbunden sind. "Die Bettwanzenplage wurde zum großen Teil von Konten verstärkt, die mit dem Kreml verbunden sind, und sie haben sogar einen falschen Zusammenhang zwischen der Ankunft ukrainischer Flüchtlinge und der Verbreitung von Bettwanzen hergestellt", sagte Barrot gegenüber dem französischen Sender, TF1.

Verschwörungstheorien um das Königshaus häufen sich

Der britische König ist zudem nicht das einzige Mitglied der Königsfamilie, das Opfer von Verschwörungstheorien geworden ist. Kate Middleton, die Fürstin von Wales, ist seit Ende letzten Jahres nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen und hat ihre königlichen Pflichten wegen einer OP bis nach den Osterferien niedergelegt. 

Vor allem auf TikTok und X häufen sich die Verschwörungstheorien. Das Königshaus hat versucht, diese mit einem Foto von Kate am britischen Muttertag zu stoppen. Dieses Foto wurde allerdings aufgrund mutmaßlicher Bearbeitung von den Nachrichtenagenturen zurückgezogen. Die Verschwörungstheorie wurde zu einem popkulturellen Phänomen, über das in Late Night Shows, Podcasts und in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

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