Euronews-Umfrage zur Europawahl: Wähler wollen ein sozialeres Europa

Soziale und wirtschaftliche Fragen sind wichtige Themen für die Wähler:innen.
Soziale und wirtschaftliche Fragen sind wichtige Themen für die Wähler:innen. Copyright Euronews
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Laut einer exklusiven Ipsos-Euronews-Umfrage werden die Forderungen nach einem stärker sozial ausgerichteten Europa in der gesamten EU lauter, besonders in Südeuropa.

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Die Forderung nach einem stärker sozial ausgerichteten Europa wird in der gesamten EU lauter, besonders in Südeuropa. Das geht aus einer exklusiven, von Euronews in Auftrag gegebenen IPSOS-Umfrage hervor - der ersten Umfrage dieser Art, die in 18 europäischen Ländern durchgeführt wurde.

Daneben gehören die Bekämpfung hoher Preise und Wirtschafswachstum zu den wichtigsten Themen für die befragten Wählerinnen und Wähler.

Hohe Preise und Inflation sind die größten Sorgen

Laut der Ipsos-Euronews-Umfrage sind die Portugies:innen am stärksten vom Anstieg der Lebenshaltungskosten betroffen. Dort wurde diese Sorge am häufigsten genannt. 

Allerdings wünschen sich auch 68 % der Europäer:innen, dass die EU den Preisanstieg eindämmt. Nur für 7 % der Wähler:innen hat die Inflation keine Priorität. Die Menschen in Finnland sind am wenigsten besorgt über die Lebenshaltungskosten.

Weniger soziale Ungleichheiten und Wahrung sozialer Rechte

64 % der Menschen wollen, dass die EU ihre sozialen Rechte schützt und fordern eine Verringerung der sozialen Ungleichheiten. 

Die Portugies:innen sind wieder an der Spitze. Nur 8 % sind gegen eine Stärkung sozialer Rechte. Die Befragten in Polen fühlen sind am wenigsten von einem sozialen Abstieg betroffen. 

Auch konservative und rechts Wähler haben starke soziale Forderungen

Soziale Fragen sind allerdings nicht nur für links- und mitte-links orientierte Wähler:innen vorrangig. Auch Konservative, Zentrumsliberale und rechte Wähler:innen scheinen mehr soziale und wirtschaftliche EU-Gesetzgebungsmaßnahmen zu fordern als bei den letzten Wahlen. Eine deutliche Mehrheit der rechtskonservativen und der rechtsextremen Wähler:innen will Maßnahmen gegen die Inflation.

An 3. Stelle stehen Maßnahmen zum Wirtschaftswachstum

Die drittwichtigste Priorität der Befragten ist das Wirtschaftswachstum. 62 % fordern wirksame Maßnahmen zur Förderung des wirtschaftlichen Wachstums. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit kommt gleich hinter dem Kampf gegen die illegale Einwanderung.

Wenn es um Maßnahmen zur Reduzierung von Ungleichheiten und um sozialen Schutz geht, sind die Wähler;innen der Linken und der Mitte-Links-Parteien am anspruchsvollsten. Die Mehrheit der Wähler:innen konservativer, liberaler und rechter Parteien wiederum fordern mehr Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums.

Die Niederländer halten EU-Intervention zur Ankurbelung der Wirtschaft für weniger wichtig.

Soziale und wirtschaftliche Fragen sind wichtige Themen. Die Staats- und Regierungschefs der EU müssen in den nächsten fünf Jahren Lösungen finden, um den Forderungen der Wähler gerecht zu werden. Diese könnten mehr öffentliche Ausgaben erfordern.

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