Putin macht "radikale Islamisten" für Terroranschlag verantwortlich

Die vier mutmaßlichen Haupttäter wiesen zum Teil schwere Verletzungen auf, als sie dem Richter vorgeführt wurden.
Die vier mutmaßlichen Haupttäter wiesen zum Teil schwere Verletzungen auf, als sie dem Richter vorgeführt wurden. Copyright Alexander Zemlianichenko/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.
Von Heilika Leinus
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Der Anschlag auf die Konzerthalle bei Moskau sei von "radikalen Islamisten" verübt worden, das erklärte der russische Präsident Wladimir Putin. Eine mögliche Verbindung in die Ukraine wollte er dennoch nicht ausschließen.

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Nach dem Terroranschlag auf eine Konzerthalle bei Moskau am vergangenen Freitag sind nun die mutmaßlichen Täter, vier Tadschiken, einem Gericht vorgeführt worden. Die Männer hatten zum Teil schwere Verletzungen. Menschenrechtler verurteilten die mutmaßliche Folter durch russische Sicherheitskräfte.

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, das Attentat sei von "radikalen Islamisten" verübt worden. Er deutete aber zugleich an, dass die Ukraine darin verstrickt sein könnte.

Peter Stano, Sprecher der Europäischen Kommission, betonte: "Wir fordern die russische Regierung auf, diesen Terroranschlag in Moskau nicht als Vorwand oder Motivation für die Verstärkung der illegalen Aggression gegen die Ukraine zu nutzen. Sie darf ebenfalls nicht als Vorwand für die Verschärfung interner Repressionen gegen Regimekritiker in Russland genutzt werden."

Auch dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zufolge deutet alles darauf hin, dass nicht die Ukraine, sondern der Islamische Staat den Angriff verübt hat. Inzwischen wurde in Frankreich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Auch in Deutschland hat die Bundesregierung die Terrorgefahr als "akut" eingestuft.

Zahl der Opfer gestiegen

Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben der 139 Opfer des Anschlags bei Moskau mit einer Schweigeminute gedacht. Die russischen Behörden teilten am Montagabend mit, dass 75 Tote identifiziert worden seien. Insgesamt seien 180 Menschen verletzt worden, die meisten von ihnen sind noch im Krankenhaus.

Zwei Schüler retteten 100 Menschen

Am Abend des Terroranschlags arbeiteten zwei 14-Jährige in der Garderobe der Konzerthalle. Die Schüler haben Berichten zufolge rund 100 Menschen geholfen, den Weg nach draußen zu finden. Für ihr heldenhaftes Verhalten bekamen die beiden eine Auszeichnung.

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