Der US-Präsident verschärft den Druck auf Venezuela und ruft Airlines auf, den gesamten Luftraum des Landes zu meiden. Analysten sehen eine Entwicklung, die weit über Drogenbekämpfung hinaus geht.
Der US-Präsident nutzte seinen Social-Media-Account Truth für eine direkte Botschaft, in der er Venezuela angriff und die Empfehlung der FAA verschärfte: "An alle Fluggesellschaften, Piloten, Drogenschmuggler und Menschenhändler: Bitte betrachten Sie den LUFTRAUM ÜBER UND UM VENEZUELA IN SEINEM GANZEN UMFANG als GESCHLOSSEN."
Die Ankündigung enthält jedoch keine operativen Details und lässt offen, ob es sich um eine formelle Durchführungsverordnung oder lediglich um eine politische Warnung handelt. Weder das Verteidigungsministerium noch die venezolanische Regierung haben sich bisher zu der Erklärung geäußert.
Die Warnung folgt wenige Tage, nachdem Trump den Streitkräften angekündigt hatte, sie würden "sehr bald" Bodenoperationen gegen mutmaßliche venezolanische Drogenhändler aufnehmen. Die US-Regierung wirft Maduro vor, in den Drogenhandel verwickelt zu sein, was der venezolanische Staatschef kategorisch zurückweist.
Militärische Eskalation in der Karibik
Die USA verstärken seit Monaten ihre militärische Präsenz in der Region. Seit September haben die US-Streitkräfte mindestens 21 Angriffe auf mutmaßliche Drogenhandelsschiffe in der Karibik und im Pazifik durchgeführt, bei denen 83 Menschen ums Leben kamen. Trump genehmigte außerdem verdeckte CIA-Operationen in Venezuela.
Letzte Woche warnte die Federal Aviation Administration (FAA) große Fluggesellschaften vor einer "potenziell gefährlichen Situation" beim Überfliegen Venezuelas und verwies auf die "sich verschlechternde Sicherheitslage und die verstärkten militärischen Aktivitäten" in dem südamerikanischen Land.
Venezuela reagierte darauf mit dem Entzug der Betriebsrechte von sechs internationalen Fluggesellschaften, die ihre Flüge nach der US-Warnung ausgesetzt hatten. Maduro, der seit 2013 an der Macht ist, erklärte, Trump versuche, ihn zu stürzen, und dass sich sowohl die venezolanischen Bürger als auch das Militär jedem solchen Versuch widersetzen würden.
Analysten zufolge geht der Einsatz des US-Militärs in der Region weit über das hinaus, was für Drogenbekämpfungsmaßnahmen erforderlich wäre. Bislang hat sich Washington öffentlich auf die Bekämpfung des Drogenhandels konzentriert, auch wenn die eingesetzte Feuerkraft darauf hindeutet, dass man sich auf andere Szenarien vorbereitet.