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Ukraine-Hilfe: Deutschland zahlt bald 11,5 Milliarden, USA ziehen sich zurück

Soldaten am Dienstag, dem 10. Februar 2026, auf dem Weg zu einem Einsatz an der Front in der Region Saporischschja.
Soldaten am Dienstag, dem 10. Februar 2026, auf dem Weg zu einem Einsatz an der Front in der Region Saporischschja. Copyright  AP Photo
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Von Verena Schad
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die USA haben sich aus den Ukraine-Hilfen fast vollständig verabschiedet, dafür ist Europa eingesprungen und hat seine Unterstützung massiv ausgeweitet. Das meiste Geld kommt aus Nordeuropa.

Obwohl die USA ihre Unterstützung für die Ukraine im vergangenen Jahr nahezu eingestellt haben, ist das Gesamtvolumen der Hilfen 2025 relativ stabil geblieben - dank eines Kraftakts der europäischen Länder, allen voran Deutschlands. Das resümiert der "Ukraine Support" des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel), der regelmäßig die internationale militärische, finanzielle & humanitäre Unterstützung für das kriegsgebeutelte Land analysiert.

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Während die Vereinigten Staaten ihre Leistungen nahezu vollständig reduzierten, nämlich um bis zu 99 Prozent, erhöhten europäische Staaten ihre Beiträge spürbar und glichen den Rückgang weitgehend aus. Die europäischen Militärhilfen stiegen um 67 Prozent über den Durchschnitt der Jahre 2022–2024, die nicht-militärischen Hilfen um 59 Prozent.

Die militärischen Hilfen kommen nur noch von einigen wenigen Ländern, hauptsächlich aus Nordeuropa, die Finanzhilfen werden inzwischen vor allem von EU-Institutionen getragen.

Europa springt ein

Den Daten zufolge stellten europäische Länder im Jahr 2025 rund 29 Milliarden Euro an Militärhilfe bereit. In den Jahren 2022 bis 2024 hatte dieser Wert im Durchschnitt bei etwa 17 bis 18 Milliarden Euro jährlich gelegen. Das entspricht einer Steigerung um rund zwei Drittel.

Auch die finanzielle und humanitäre Unterstützung wuchs deutlich – um rund 59 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre. Über Institutionen der Europäischen Union wurden 2025 etwa 35,1 Milliarden Euro bereitgestellt. Das entsprach 89 Prozent der europäischen Finanz- und Humanitätshilfen, die sich insgesamt auf rund 39 Milliarden Euro beliefen.

Deutschland als größter europäischer Einzelgeber

Innerhalb Europas war Deutschland 2025 der größte einzelne Geberstaat im Bereich der Militärhilfe. Die Bundesregierung stellte nach den Angaben der Studie rund 9 Milliarden Euro bereit. Das entspricht einer Steigerung von etwa 130 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt bewegte sich der deutsche Beitrag im Bereich von etwa 0,15 bis 0,25 Prozent der Wirtschaftsleistung. Zusätzlich beteiligte sich Deutschland mit rund 600 Millionen Euro an der sogenannten NATO-PURL-Initiative, über die Geberländer Waffen aus US-Beständen für die Ukraine finanzieren (Gesamtvolumen 2025: rund 3,7 Milliarden Euro).

Aus einem weiteren deutschen Militärhilfepaket vom Mai 2025 in Höhe von fünf Milliarden Euro flossen zudem 400 Millionen Euro direkt in die ukrainische Rüstungsindustrie, unter anderem für die Produktion von Drohnen und weitreichenden Waffensystemen.

Deutschlands Ukraine-Hilfen steigen 2026 auf 11,5 Mrd. Euro

Die Bundesregierung will die Militärhilfe für die Ukraine im kommenden Jahr deutlich ausweiten. Nach einer Vorlage des Bundesfinanzministeriums für die abschließenden Haushaltsberatungen im Bundestag soll der entsprechende Etat 2026 auf rund 11,55 Milliarden Euro steigen – drei Milliarden mehr als bislang im Regierungsentwurf vorgesehen.

Die zusätzlichen Mittel sind nach Angaben aus Regierungskreisen unter anderem für Artillerie, Drohnen und gepanzerte Fahrzeuge eingeplant. Zudem soll die Wiederbeschaffung von zwei Patriot-Flugabwehrsystemen finanziert werden.

„Der Anstieg der europäischen Militärhilfe im Jahr 2025 offenbart wachsende Ungleichheiten: Einige wenige Länder leisten immer mehr“, so der Leiter des Ukraine Support Trackers vom IfW Kiel, Christoph Trebesch, in einer Mittteilung.

Ein Drittel aus Nordeuropa - nur 3 % aus Südeuropa

Neben Deutschland gehörten 2025 auch andere Staaten zu den bedeutenden Unterstützern. Großbritannien steuerte 5,4 Milliarden Euro bei, Schweden: 3,7 Milliarden, Norwegen: 3,6 Milliarden und Dänemark: 2,6 Milliarden Euro. Damit wird deutlich, dass die Unterstützung auf mehreren Schultern ruht und von einer Reihe europäischer Länder getragen wird.

Die Studie weist außerdem auf Unterschiede innerhalb Europas hin. Länder Nordeuropas stellten 2025 rund ein Drittel der europäischen Militärhilfe, obwohl sie nur etwa acht Prozent der Wirtschaftsleistung der 31 erfassten Geberländer repräsentieren. Staaten Südeuropas hingegen trugen rund drei Prozent zur Militärhilfe bei, obwohl ihr Anteil am gemeinsamen BIP bei etwa 19 Prozent liegt.

Insgesamt zeigt die Analyse, dass europäische Staaten ihre Unterstützung 2025 deutlich ausgeweitet haben und damit wesentlich zur Stabilität der internationalen Ukraine-Hilfe beitragen. Die Finanzierung verteilt sich auf mehrere Länder, wobei einige Staaten – gemessen an Wirtschaftskraft oder absoluten Summen – besonders hohe Beiträge leisten, wie Dänemark und Schweden.

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