Die Stimmung bei der Münchner Sicherheitskonferenz blieb auch am zweiten Tag angespannt - viele Programme, klare Agenden. Neben dem offiziellen sicherheitspolitischen Gipfel im Bayerischen Hof ist München in diesen Tagen auch eine Bühne für zahlreiche Demonstrationen.
Der zweite Tag der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) 2026 ist zu Ende gegangen. Thema des Tages: die transatlantische Partnerschaft.
Aufatmen im Saal nach Rubios Rede
US-Außenminister Marco Rubio betonte in seiner Ansprache am Mittag, dass die Vereinigten Staaten und Europa untrennbar miteinander verbunden seien. Beide Seiten seien Teil einer gemeinsamen Zivilisation und durch enge historische wie kulturelle Beziehungen verknüpft. Zugleich machte Rubio deutlich, dass Präsident Donald Trump auf Gegenseitigkeit setze. Sollten die Erwartungen nicht erfüllt werden, seien die USA bereit, ihren künftigen Kurs notfalls eigenständig zu verfolgen.
Rubio räumte ein, man habe sich in der Vergangenheit "getäuscht". Der Westen habe den freien, unregulierten Handel übermäßig gefördert und sich einem "Klimakult" verschrieben, ohne die praktischen Konsequenzen ausreichend zu bedenken.
Gleichzeitig hätten die USA und Europa ihre Türen für eine "Welle der Massenmigration" geöffnet. Insgesamt hätten beide Seiten "gemeinsam Fehler gemacht", betonte Rubio, was deutlich mache, dass aus diesen Erfahrungen Lehren gezogen werden müssten, um die transatlantische Partnerschaft künftig zu stärken.
Während Rubios Rede war Merz nicht im Saal anwesend. Am Freitag hatte Merz in seiner Rede vor einer zunehmenden Abschottung der Weltmärkte gewarnt. Handelshemmnisse und Strafzölle seien kein geeignetes Mittel, um wirtschaftliche oder geopolitische Konflikte zu lösen.
Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil zeigte sich nach Rubios Rede zwar von dessen verbindlicher und diplomatischer Tonlage beeindruckt, betonte aber, dass dies kein Grund sei, sich zufrieden zurückzulehnen. Es gebe weiterhin viele offene Differenzen im transatlantischen Verhältnis, die angegangen werden müssten.
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, ließ erkennen, dass Rubios Auftritt im Saal spürbar für Erleichterung sorgte – insbesondere im Kontrast zur wesentlich schärferen Wortwahl des US-Vizepräsidenten im Jahr zuvor.
Vor der Rede Rubios hatte Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, betont, dass der "EU-Gemeinschaftsverteidigung klares Leben eingehaucht werden" müsse.
Von der Leyenforderte am Samstag zudem NATO-Chef Mark Rutte direkt heraus, der zuvor angedeutet hatte, Europa könne weiterhin "träumen", wenn es darum gehe, seine eigene Sicherheit unabhängiger zu gewährleisten. Sie erklärte, dass die Sicherheitslage auf dem Kontinent weitaus differenzierter sei, und rief die europäischen Führungskräfte dazu auf, die gegenseitigen Verteidigungsverpflichtungen innerhalb der EU voranzutreiben.
"Ich glaube, es ist an der Zeit, die gegenseitige Verteidigungsklausel Europas in die Tat umzusetzen", so von der Leyen. "Gegenseitige Verteidigung ist für die EU keine Option, sondern eine Verpflichtung."
Frederiksen: "... dann ist die NATO vorbei"
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wurde indes von Journalisten gefragt, wie wahrscheinlich es sei, dass sie Grönland gegenüber den USA verteidigen müsse. Sie machte deutlich: "Wenn ein NATO-Land ein anderes NATO-Land angreift, ist die NATO vorbei – Game over."
Bei einem späteren Panel sprach sie Russlands Ambitionen in der Arktis an. (Nicht nur die USA, auch Russland hat klare strategische Ambitionen in der Region.)
Es sei "unsere Pflicht, diesen grönländischen europäischen Moment in eine europäische Strategie zu verwandeln", schloss Frederiksen.
Am Abend: Pistorius kritisiert US-Außenpolitik
Beim abendlichen Panel im Hotel Bayerischer Hof übte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) scharfe Kritik am außenpolitischen Kurs der Trump-Regierung.
"Die territoriale Integrität und Souveränität eines Nato-Mitgliedstaates in Frage stellen. Europäische Verbündete von Verhandlungen ausschließen, die für die Sicherheit auf dem Kontinent von entscheidender Bedeutung sind. All dies schadet unserem Bündnis und stärkt unsere Gegner", sagte Pistorius am Samstag mit Blick auf die von Washington geäußerten Ansprüche auf Grönland und die Verhandlungstaktik zur Beendigung des Ukraine-Krieges.
Die USA könnten "nicht alleine in der heutigen Welt aufstrebender Großmächte" handeln. Mit mehr als 30 anderen Staaten in der Nato verbündet zu sein, mache auch die USA "stärker". Gleichzeitig müsse das Bündnis für Europa "Sinn ergeben".
Sonntag: Abstimmungen, Stellungnahmen und letzte Gespräche
Die Konferenz geht am 15. Februar, zu Ende. Zum Abschluss sind erneut hochrangig besetzte Podiumsdiskussionen, Panels und Gespräche zu internationalen Sicherheitsfragen geplant.
Zudem nutzen zahlreiche Delegierte den letzten Konferenztag traditionell für bilaterale Treffen, öffentliche Stellungnahmen und strategische Gespräche, um ihre politischen Positionen abzustimmen.
In unserem Blog unten können Sie alle Einzelheiten zum zweiten Tag des internationalen Treffens nachlesen. Einen Link zum ersten Tag der Sicherheitskonferenz finden Sie hier.
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Das war Tag 2 der Münchner Sicherheitskonferenz
Unsere Live-Berichterstattung von der Münchner Sicherheitskonferenz ist zu Ende!
Was waren die Kernbotschaften?
- Aus Europa kam die Botschaft, dass die europäischen Führungskräfte den USA zugehört haben und bereits daran arbeiten, mehr Verantwortung für die Verteidigung des eigenen Kontinents zu übernehmen.
- Von Wolodymyr Selenskyj kam die Aufforderung, dass Europa an den Friedensgesprächen beteiligt sein sollte und die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen müsse.
- Von den USA hieß es, dass die westliche Zivilisation angegriffen werde und beide Seiten des Atlantiks zusammenarbeiten müssten, um sie zu schützen.
Frederiksen: "Russlands imperiale Ambitionen"
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen schloss das Q&A ab, indem sie Russlands Ambitionen in der Arktis mit dem Krieg Russlands in der Ukraine verglich.
"Es geht um Russlands imperiale Träume – und dasselbe gilt für die Arktis. Es geht nicht um die Arktis, sondern um Russlands imperiale Träume. Der hybride Krieg gegen Europa, der täglich geführt wird, muss gleichzeitig mit dem Krieg in der Ukraine und in der Arktis angegangen werden."
(Russland will sich in der Arktis Ressourcen, Handelswege, militärische Kontrolle und geopolitischen Einfluss sichern.)
"Dabei lassen sich zwei sehr wichtige Lehren ziehen", so Frederiksen weiter. "Als Europäer:innen kann man seine Strategie nicht darauf aufbauen, was andere tun. Gab es also so etwas wie einen europäischen Moment im Januar? Ja, den gab es. Und nun ist es unsere Pflicht, diesen grönländischen europäischen Moment in eine europäische Strategie zu verwandeln", schloss sie.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen spricht am Samstag, den 14. Februar 2026, während einer Podiumsdiskussion auf der Münchner Sicherheitskonferenz . - AP Photo
Grönlands Regierungschef: "Wir sind widerstandsfähig"
Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hat sich zu den Ansprüchen von Donald Trump auf die Insel geäußert – in einem zugleich humorvollen wie ernsten Ton.
"Ich glaube nicht, dass es noch ein Elefant im Raum ist. Er ist ziemlich transparent und das seit 14 Monaten", sagte Nielsen mit Blick auf Trumps Forderungen. Der US-Präsident hatte wiederholt erklärt, die USA bräuchten Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, und angeboten, die Insel zu kaufen.
Mit Blick auf die eigene Bevölkerung betonte Nielsen unter Gelächter im Saal: "Wenn ich an mein Volk denke – wir sind sehr stolz. Wir leben in einer rauen Umgebung. Wir sind widerstandsfähig. Wir leben in einem Land, in dem über viele, viele Jahre niemand leben konnte. Es gibt einen Grund, warum wir diejenigen sind, die geblieben sind."
Zugleich wurde er deutlich: "Es geht hier nicht nur um Grönland. Stellen Sie sich vor, ein Nato-Land würde einen Verbündeten übernehmen, an sich nehmen oder bedrohen. Wo stünde die Welt dann? … Das ist empörend."
Auf die laufenden trilateralen Gespräche zwischen Grönland, Dänemark und den USA angesprochen, sagte Nielsen, der erste richtige Schritt sei ein Dialog. "Aber wir dürfen die Schultern nicht sinken lassen. Der Wunsch, Grönland zu kontrollieren oder zu besitzen, ist da. Doch ich denke, wir gehen die Sache richtig an."

Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen auf der Münchner Sicherheitskonferenz in München, Deutschland, am Samstag, 14. Februar 2026. - AP Photo
Anand: Kanada hat Grönland "schon vor Jahren unterstützt"
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat Russland Teile seiner Infrastruktur weiter nach Norden verlagert. Darauf hat Kanadas Außenministerin Anita Anand hingewiesen und zugleich mehr Zusammenarbeit in der Arktis gefordert – sowohl bei militärischen Fähigkeiten als auch in der Diplomatie.
Anand betonte, dass rund 40 Prozent der kanadischen Landmasse an die Arktis angrenzten. Kanada habe daher nicht erst jetzt mit Investitionen begonnen, sondern in den vergangenen Jahren gezielt Infrastrukturprojekte vorangetrieben, die Beschaffung von Überhorizont-Radarsystemen und Eisbrechern eingeleitet sowie die Modernisierung des NORAD (North American Aerospace Defense Command) gestartet, um die Luftraumüberwachung zu stärken.
"Wir müssen alle das veränderte globale Bedrohungsumfeld anerkennen und verstehen, wie wichtig es ist, uns gegenseitig zu unterstützen und sowohl bei unseren Fähigkeiten in der Arktis als auch in unserer arktischen Diplomatie enger zusammenzuarbeiten", sagte sie.

Kanadas Außenministerin Anita Anand auf der Münchner Sicherheitskonferenz in München, Deutschland, am Samstag, 14. Februar 2026. AP Photo
Grönland-Perspektive: Nielsen bereit, "größere Verantwortung" für die Sicherheit der Insel zu übernehmen
Wir kommen nun noch zu einem Panel mit dem Titel "Spotlight on Arctic Security". Daran nehmen unter anderem die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen sowie Kanadas Außenministerin Anita Anand teil.
Nielsen betonte, die Insel habe über viele Jahre hinweg Frieden und vergleichsweise geringe Spannungen erlebt. Zugleich räumte er ein, dass es heute weltweit kaum noch Regionen gebe, die von niedrigen Spannungen geprägt seien.
Grönland sei daher bereit, mehr Verantwortung für Überwachung und Sicherheit in der eigenen Region zu übernehmen und dabei eng mit Dänemark zusammenzuarbeiten.
Nielsen unterstrich: "Es ist mir ein großes Anliegen hervorzuheben, dass wir Grönländer uns der Nato-Allianz klar verpflichtet fühlen."
Großdemonstration Theresienwiese löst sich langsam auf
Die Polizei München hatte den Demonstranten auf der Theresienwiese schon während der Demo Hinweise zur Abreise gegeben, die Versammlung löst sich nun auf. Die U-Bahnen sind hoffnungslos überfüllt, es gibt Verspätungen und Ausfälle einzelner Halte aufgrund der hohen Fahrgastzahlen.
Hinzu kommen die Einschränkungen im U‑Bahn‑Verkehr in der Innenstadt: Ein zentraler Abschnitt zwischen Maxmonument, Marienplatz und Karlsplatz (Stachus) wurde wegen der Sicherheitskonferenz gesperrt.
Hinweis für die Versammlungsteilnehmer zur Abreise von der Theresienwiese:
— Polizei München (@PolizeiMuenchen) February 14, 2026
Rund um die Theresienwiese liegen verschiedene
U- und S-Bahnhöfe in Laufnähe.
Für einen entspannten Heimweg, bitte alle Stationen nutzen.
An den Gleisen nicht drängeln, passt aufeinander auf.#MSC2026 pic.twitter.com/8L8ygGeDKr
Sikorski zur Reaktion Polens im Falle einer russischen Invasion
Polens Außenminister Sikorski beendete soeben das Panel im Bayerischen Hof mit einer klaren Antwort auf die Frage, wie Polen reagieren würde, sollte Russland polnisches Gebiet angreifen.
"Wenn sie die Grenze überschreiten und anfangen, NATO-Bürger, polnische Bürger zu töten, würden wir erwarten, dass der Nordatlantikrat zusammentritt und den Notfallplan aktiviert. Und danach ist der Plan sehr einfach: Wir gewinnen, sie verlieren."
Selenskyj: Ukraine "braucht ein Datum" für den EU-Beitritt und plant mit 2027
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt sich gerade Journalisten auf einer Pressekonferenz.
Auf eine Frage von Euronews sagte er, die Ukraine "brauche ein Datum“ für ihren Beitritt zur Europäischen Union und strebe an, bis 2027 beitrittsbereit zu sein.
"Wir brauchen ein Datum", erklärte er. "Das Beitrittsdatum hängt von all diesen Gesprächen mit unseren Partnern ab, aber – und ich möchte weder den Vereinigten Staaten noch Europa respektlos erscheinen – wir brauchen ein Datum, weil Russland sonst versuchen wird, uns zu blockieren, direkt oder vielleicht über andere Länder."
"Die Ukraine muss technisch bereit sein, 2027 beizutreten – meine Regierung, das Parlament, die Institutionen.

Polens Außenminister Sikorski: Europa sollte Sitz bei Ukraine-Friedensgesprächen bekommen
Polens Außenminister Radosław Sikorski erklärte, Europa müsse einen Platz am Verhandlungstisch bei möglichen Friedensgesprächen zur Ukraine erhalten, da es mittlerweile den weitaus größten Teil der Last des Krieges und der Unterstützung für Kyjiw trage.
Er sagte, es sei natürlich gewesen, dass die USA zu Beginn die Führung in den Verhandlungen übernommen hätten, da sie den Großteil der militärischen Hilfe bereitgestellt und zudem strategische Geheimdienstinformationen geliefert hätten, um Russland in den Tagen vor und zu Beginn des Krieges den Vorwand für einen Angriff zu nehmen.
Doch insbesondere den amerikanischen Gästen wolle er deutlich machen – weil dies in den USA nicht immer ausreichend wahrgenommen werde –, dass inzwischen Europa für diesen Krieg zahle.
Die amerikanischen Ausgaben im vergangenen Jahr seien nahezu bei null gelegen. Europa kaufe amerikanische Waffen, die an die Ukraine geliefert würden. Im US-Kongress gebe es derzeit kein neues Hilfspaket und nicht einmal die Aussicht auf eines.
"Wenn wir zahlen und wenn dieser Krieg unsere Sicherheit betrifft – nicht nur die der Ukraine –, dann verdienen wir einen Platz am Tisch, denn das Ergebnis dieses Krieges wird uns betreffen", so Sikorski.

Polens Außenminister Radosław Sikorski spricht während einer Podiumsdiskussion bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof in München. - AP Photo
Pistorius: "Ball liegt bei Putin"
Zurück zum aktuellen Panel der Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof.
Verteidigungsminister Pistorius betont, dass Deutschland weiterhin Wege suchen werde, um "einen verlässlichen Frieden zu sichern, denn die Zukunft der Ukraine ist nicht nur für die europäische, sondern für die globale Sicherheit grundlegend."
"Der Ball liegt bei Putin. Er ist es, der die Verhandlungen hinauszögert und keine Kompromissbereitschaft zeigt. Er verschiebt die Kosten des Krieges auf sein eigenes Volk, darf sich aber nicht täuschen: Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um die Ukraine als unabhängige, souveräne europäische Nation zu schützen."
Zudem unterstrich er, dass die Ukraine starke und verlässliche Sicherheitsgarantien benötigen werde.
Sohn des ehemaligen Schahs Reza Pahlavi ruft zu Militärschlag gegen Iran auf
Reza Pahlavi, der Sohn des vertriebenen Schahs von Persien rief die USA zu einem militärischen Eingreifen gegen die Regierung in Teheran auf. Bei einer Pressekonferenz am Rande der Sicherheitskonferenz erklärte er, ein solcher Schritt könne Leben retten.
"Mit jedem Tag, der verstreicht, sterben mehr Iraner im Iran", sagte der Sohn des 1979 vertriebenen Schahs von Persien am Rande der Sicherheitskonferenz vor den Journalisten. Nur eine "schnelle Intervention" könne dazu beitragen, mehr Leben zu retten und die Sicherheit in der Region zu stärken. Ziel müsse es sein, die Regierung in Teheran schnell zu entmachten.
Er sehe Anzeichen dafür, dass die iranische Führung kurz vor dem Zusammenbruch stehe.

Der im Exil lebende iranische Kronprinz Reza Pahlavi spricht am Samstag, dem 14. Februar 2026, bei einer Demonstration während der Münchner Sicherheitskonferenz in München zu Unterstützern. - AP Photo
Am Rande: Eine Viertel Million Menschen demonstriert gegen die Mullahs
Auf der Theresienwiese ist die Anzahl der Demonstranten angewachsen. Nach Angaben der Polizei protestieren derzeit über 250.000 Menschen gegen die Führung im Iran. Ursprünglich waren 100.000 Teilnehmer angemeldet. Die Anwesenheit von Schah-Sohn Reza Pahlavi bei der Münchner Sicherheitskonferenz dürfte viele Exil-Iraner ermutigt haben, für ihre Meinung auf die Straße zu gehen. Nach Angaben der Polizei verläuft die Demonstration friedlich.

Anhänger des im Exil lebenden iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi standen am Samstag, dem 14. Februar 2026, unter einer riesigen historischen iranischen Flagge bei einer Demonstration während der Münchner Sicherheitskonferenz. - AP Photo
Grönlandfrage: Pistorius wirft USA Beschädigung der NATO vor
Als Nächstes folgt auf der Hauptbühne ein Panel zum Thema "Europa verteidigen und die Ukraine unterstützen" mit dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius, dem litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda, Polens Außenminister Radosław Sikorski, dem ukrainischen Außenminister Andii Sybiha und der US-Senatorin Elissa Slotkin.
Zu Beginn erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius, es sei nicht ganz überraschend, dass die USA beginnen, sich etwas von Europa abzuwenden: "Um ehrlich zu sein, war es nie vorgesehen, dass die Vereinigten Staaten unsere Sicherheit dauerhaft gewährleisten. Es war immer die Ausnahme."
"Natürlich halten außergewöhnliche Abmachungen nie ewig. Sie sind nicht dafür gedacht."
Er betonte, dass Europa und seine Verbündeten "einer hochgerüsteten und aggressiven Militärmacht mit dem weltweit größten Nukleararsenal gegenüberstehen" und meinte: "Russland wird von roher Macht, Revisionismus und Egoismus getrieben."
"Nirgendwo wird das deutlicher als in seinem brutalen Angriffskrieg in der Ukraine", begründete Pistorius seine Äußerung.
Deutschland reagiere auf die Herausforderung, indem es seine Verfassung ändert, um höhere Ausgaben zu ermöglichen, und das Militär reformiert.
Pistorius griff Rubios Rede vom Vormittag auf und sagte:
"Ja, unsere internationalen Organisationen haben viele Krisen und Konflikte nicht lösen können, aber die Antwort kann nicht sein, dass eine Großmacht allein handelt. Das mag kurzfristig funktionieren, aber in einer Welt mit mehreren konkurrierenden Großmächten wird das langfristig definitiv nicht funktionieren."
Gleichzeitig warf er den USA eine Beschädigung der Nato vor: "Die territoriale Integrität und Souveränität eines Nato-Mitgliedstaates in Frage stellen. Europäische Verbündete von Verhandlungen ausschließen, die für die Sicherheit auf dem Kontinent von entscheidender Bedeutung sind", sagte Pistorius und bezog sich damit auf die Grönlandfrage und den Ausschluss der EU von den Ukraine-Friedensgesprächen.
Keir Starmer traf sich mit Ursula von der Leyen
Keir Starmer und Ursula von der Leyen, die bereits zuvor gemeinsam auf der Bühne in München standen, trafen sich auch am Rande der Konferenz zu einem bilateralen Gespräch.
Laut einer Mitteilung aus Downing Street teilte der britische Premierminister bei diesem Gespräch "seine großen Ambitionen für die künftige Partnerschaft zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU". Er skizzierte seinen Wunsch nach weiterer Integration in Wirtschaft, Verteidigung und Technologie, wobei beide Seiten vereinbarten, "die Arbeit bis zum nächsten UK-EU-Gipfel fortzusetzen".
Zudem verständigten sie sich darauf, die laufenden Verhandlungen zu intensivieren, um ein Abkommen über Lebensmittel und Getränke abzuschließen, das Preise senken könnte, ein Emissionshandelssystem, das Kosten reduziert, und ein Jugendprogramm, das jungen Menschen mehr Möglichkeiten für Arbeit und Reisen im Ausland eröffnet.
In einem Beitrag auf X erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, dass "es selbstverständlich ist, gemeinsam zum Schutz unserer Bürger und gemeinsamen Interessen zu arbeiten". Sie fügte hinzu: "Wir hatten im letzten Jahr einen erfolgreichen Gipfel – lassen Sie uns das Momentum beibehalten und beim nächsten Gipfel liefern."
Good meeting with @Keir_Starmer in Munich.
— Ursula von der Leyen (@vonderleyen) February 14, 2026
Europe and the UK share similar challenges - from intense geoconomic rivalries to threats to our security.
it is natural that we work closer to protect our people and common interests.
We had a successful summit last year - let's keep… pic.twitter.com/McQgGrPQXr
G7-Außenminister bekräftigen Unterstützung für die Ukraine
Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz haben sich die Außenminister der G7‑Staaten – Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und die USA – sowie die EU‑Diplomatin Kaja Kallas getroffen, um ihren unerschütterlichen Rückhalt für die Ukraine zu bekräftigen, während sich der vierte Jahrestag des Kriegs mit Russland nähert.
In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie, dass die Unterstützung der Ukraine weiter fortgesetzt werden soll, insbesondere in Bereichen wie Schutz kritischer Infrastruktur und Energiesicherheit, die durch gezielte russische Angriffe stark belastet sind. Russland trage durch seine Offensive weiterhin große Verantwortung für die humanitäre Lage und die Zerstörung der Energieversorgung; die G7‑Minister verurteilten diese Angriffe und erklärten, dass die Ukraine bei ihrer Verteidigung weiterhin Rückhalt habe.
Darüber hinaus diskutierten sie über andere globale Krisen, darunter die Lage in Gaza, Iran, Venezuela, dem Indo‑Pazifik, Sudan und Haiti, und bekräftigten, dass eine enge Zusammenarbeit unter den G7‑Staaten auch in diesen Bereichen fortgeführt werden soll.

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas trifft am Samstag, dem 14. Februar 2026, zur Münchner Sicherheitskonferenz in München ein. - AP Photo