Die Stimmung bei der Münchner Sicherheitskonferenz blieb auch am zweiten Tag angespannt - viele Programme, klare Agenden. Neben dem offiziellen sicherheitspolitischen Gipfel im Bayerischen Hof ist München in diesen Tagen auch eine Bühne für zahlreiche Demonstrationen.
Der zweite Tag der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) 2026 ist zu Ende gegangen. Thema des Tages: die transatlantische Partnerschaft.
Aufatmen im Saal nach Rubios Rede
US-Außenminister Marco Rubio betonte in seiner Ansprache am Mittag, dass die Vereinigten Staaten und Europa untrennbar miteinander verbunden seien. Beide Seiten seien Teil einer gemeinsamen Zivilisation und durch enge historische wie kulturelle Beziehungen verknüpft. Zugleich machte Rubio deutlich, dass Präsident Donald Trump auf Gegenseitigkeit setze. Sollten die Erwartungen nicht erfüllt werden, seien die USA bereit, ihren künftigen Kurs notfalls eigenständig zu verfolgen.
Rubio räumte ein, man habe sich in der Vergangenheit "getäuscht". Der Westen habe den freien, unregulierten Handel übermäßig gefördert und sich einem "Klimakult" verschrieben, ohne die praktischen Konsequenzen ausreichend zu bedenken.
Gleichzeitig hätten die USA und Europa ihre Türen für eine "Welle der Massenmigration" geöffnet. Insgesamt hätten beide Seiten "gemeinsam Fehler gemacht", betonte Rubio, was deutlich mache, dass aus diesen Erfahrungen Lehren gezogen werden müssten, um die transatlantische Partnerschaft künftig zu stärken.
Während Rubios Rede war Merz nicht im Saal anwesend. Am Freitag hatte Merz in seiner Rede vor einer zunehmenden Abschottung der Weltmärkte gewarnt. Handelshemmnisse und Strafzölle seien kein geeignetes Mittel, um wirtschaftliche oder geopolitische Konflikte zu lösen.
Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil zeigte sich nach Rubios Rede zwar von dessen verbindlicher und diplomatischer Tonlage beeindruckt, betonte aber, dass dies kein Grund sei, sich zufrieden zurückzulehnen. Es gebe weiterhin viele offene Differenzen im transatlantischen Verhältnis, die angegangen werden müssten.
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, ließ erkennen, dass Rubios Auftritt im Saal spürbar für Erleichterung sorgte – insbesondere im Kontrast zur wesentlich schärferen Wortwahl des US-Vizepräsidenten im Jahr zuvor.
Vor der Rede Rubios hatte Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, betont, dass der "EU-Gemeinschaftsverteidigung klares Leben eingehaucht werden" müsse.
Von der Leyenforderte am Samstag zudem NATO-Chef Mark Rutte direkt heraus, der zuvor angedeutet hatte, Europa könne weiterhin "träumen", wenn es darum gehe, seine eigene Sicherheit unabhängiger zu gewährleisten. Sie erklärte, dass die Sicherheitslage auf dem Kontinent weitaus differenzierter sei, und rief die europäischen Führungskräfte dazu auf, die gegenseitigen Verteidigungsverpflichtungen innerhalb der EU voranzutreiben.
"Ich glaube, es ist an der Zeit, die gegenseitige Verteidigungsklausel Europas in die Tat umzusetzen", so von der Leyen. "Gegenseitige Verteidigung ist für die EU keine Option, sondern eine Verpflichtung."
Frederiksen: "... dann ist die NATO vorbei"
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wurde indes von Journalisten gefragt, wie wahrscheinlich es sei, dass sie Grönland gegenüber den USA verteidigen müsse. Sie machte deutlich: "Wenn ein NATO-Land ein anderes NATO-Land angreift, ist die NATO vorbei – Game over."
Bei einem späteren Panel sprach sie Russlands Ambitionen in der Arktis an. (Nicht nur die USA, auch Russland hat klare strategische Ambitionen in der Region.)
Es sei "unsere Pflicht, diesen grönländischen europäischen Moment in eine europäische Strategie zu verwandeln", schloss Frederiksen.
Am Abend: Pistorius kritisiert US-Außenpolitik
Beim abendlichen Panel im Hotel Bayerischer Hof übte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) scharfe Kritik am außenpolitischen Kurs der Trump-Regierung.
"Die territoriale Integrität und Souveränität eines Nato-Mitgliedstaates in Frage stellen. Europäische Verbündete von Verhandlungen ausschließen, die für die Sicherheit auf dem Kontinent von entscheidender Bedeutung sind. All dies schadet unserem Bündnis und stärkt unsere Gegner", sagte Pistorius am Samstag mit Blick auf die von Washington geäußerten Ansprüche auf Grönland und die Verhandlungstaktik zur Beendigung des Ukraine-Krieges.
Die USA könnten "nicht alleine in der heutigen Welt aufstrebender Großmächte" handeln. Mit mehr als 30 anderen Staaten in der Nato verbündet zu sein, mache auch die USA "stärker". Gleichzeitig müsse das Bündnis für Europa "Sinn ergeben".
Sonntag: Abstimmungen, Stellungnahmen und letzte Gespräche
Die Konferenz geht am 15. Februar, zu Ende. Zum Abschluss sind erneut hochrangig besetzte Podiumsdiskussionen, Panels und Gespräche zu internationalen Sicherheitsfragen geplant.
Zudem nutzen zahlreiche Delegierte den letzten Konferenztag traditionell für bilaterale Treffen, öffentliche Stellungnahmen und strategische Gespräche, um ihre politischen Positionen abzustimmen.
In unserem Blog unten können Sie alle Einzelheiten zum zweiten Tag des internationalen Treffens nachlesen. Einen Link zum ersten Tag der Sicherheitskonferenz finden Sie hier.
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Das war Tag 2 der Münchner Sicherheitskonferenz
Unsere Live-Berichterstattung von der Münchner Sicherheitskonferenz ist zu Ende!
Was waren die Kernbotschaften?
- Aus Europa kam die Botschaft, dass die europäischen Führungskräfte den USA zugehört haben und bereits daran arbeiten, mehr Verantwortung für die Verteidigung des eigenen Kontinents zu übernehmen.
- Von Wolodymyr Selenskyj kam die Aufforderung, dass Europa an den Friedensgesprächen beteiligt sein sollte und die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen müsse.
- Von den USA hieß es, dass die westliche Zivilisation angegriffen werde und beide Seiten des Atlantiks zusammenarbeiten müssten, um sie zu schützen.
Frederiksen: "Russlands imperiale Ambitionen"
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen schloss das Q&A ab, indem sie Russlands Ambitionen in der Arktis mit dem Krieg Russlands in der Ukraine verglich.
"Es geht um Russlands imperiale Träume – und dasselbe gilt für die Arktis. Es geht nicht um die Arktis, sondern um Russlands imperiale Träume. Der hybride Krieg gegen Europa, der täglich geführt wird, muss gleichzeitig mit dem Krieg in der Ukraine und in der Arktis angegangen werden."
(Russland will sich in der Arktis Ressourcen, Handelswege, militärische Kontrolle und geopolitischen Einfluss sichern.)
"Dabei lassen sich zwei sehr wichtige Lehren ziehen", so Frederiksen weiter. "Als Europäer:innen kann man seine Strategie nicht darauf aufbauen, was andere tun. Gab es also so etwas wie einen europäischen Moment im Januar? Ja, den gab es. Und nun ist es unsere Pflicht, diesen grönländischen europäischen Moment in eine europäische Strategie zu verwandeln", schloss sie.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen spricht am Samstag, den 14. Februar 2026, während einer Podiumsdiskussion auf der Münchner Sicherheitskonferenz . - AP Photo
Grönlands Regierungschef: "Wir sind widerstandsfähig"
Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hat sich zu den Ansprüchen von Donald Trump auf die Insel geäußert – in einem zugleich humorvollen wie ernsten Ton.
"Ich glaube nicht, dass es noch ein Elefant im Raum ist. Er ist ziemlich transparent und das seit 14 Monaten", sagte Nielsen mit Blick auf Trumps Forderungen. Der US-Präsident hatte wiederholt erklärt, die USA bräuchten Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, und angeboten, die Insel zu kaufen.
Mit Blick auf die eigene Bevölkerung betonte Nielsen unter Gelächter im Saal: "Wenn ich an mein Volk denke – wir sind sehr stolz. Wir leben in einer rauen Umgebung. Wir sind widerstandsfähig. Wir leben in einem Land, in dem über viele, viele Jahre niemand leben konnte. Es gibt einen Grund, warum wir diejenigen sind, die geblieben sind."
Zugleich wurde er deutlich: "Es geht hier nicht nur um Grönland. Stellen Sie sich vor, ein Nato-Land würde einen Verbündeten übernehmen, an sich nehmen oder bedrohen. Wo stünde die Welt dann? … Das ist empörend."
Auf die laufenden trilateralen Gespräche zwischen Grönland, Dänemark und den USA angesprochen, sagte Nielsen, der erste richtige Schritt sei ein Dialog. "Aber wir dürfen die Schultern nicht sinken lassen. Der Wunsch, Grönland zu kontrollieren oder zu besitzen, ist da. Doch ich denke, wir gehen die Sache richtig an."

Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen auf der Münchner Sicherheitskonferenz in München, Deutschland, am Samstag, 14. Februar 2026. - AP Photo
Anand: Kanada hat Grönland "schon vor Jahren unterstützt"
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat Russland Teile seiner Infrastruktur weiter nach Norden verlagert. Darauf hat Kanadas Außenministerin Anita Anand hingewiesen und zugleich mehr Zusammenarbeit in der Arktis gefordert – sowohl bei militärischen Fähigkeiten als auch in der Diplomatie.
Anand betonte, dass rund 40 Prozent der kanadischen Landmasse an die Arktis angrenzten. Kanada habe daher nicht erst jetzt mit Investitionen begonnen, sondern in den vergangenen Jahren gezielt Infrastrukturprojekte vorangetrieben, die Beschaffung von Überhorizont-Radarsystemen und Eisbrechern eingeleitet sowie die Modernisierung des NORAD (North American Aerospace Defense Command) gestartet, um die Luftraumüberwachung zu stärken.
"Wir müssen alle das veränderte globale Bedrohungsumfeld anerkennen und verstehen, wie wichtig es ist, uns gegenseitig zu unterstützen und sowohl bei unseren Fähigkeiten in der Arktis als auch in unserer arktischen Diplomatie enger zusammenzuarbeiten", sagte sie.

Kanadas Außenministerin Anita Anand auf der Münchner Sicherheitskonferenz in München, Deutschland, am Samstag, 14. Februar 2026. AP Photo
Grönland-Perspektive: Nielsen bereit, "größere Verantwortung" für die Sicherheit der Insel zu übernehmen
Wir kommen nun noch zu einem Panel mit dem Titel "Spotlight on Arctic Security". Daran nehmen unter anderem die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen sowie Kanadas Außenministerin Anita Anand teil.
Nielsen betonte, die Insel habe über viele Jahre hinweg Frieden und vergleichsweise geringe Spannungen erlebt. Zugleich räumte er ein, dass es heute weltweit kaum noch Regionen gebe, die von niedrigen Spannungen geprägt seien.
Grönland sei daher bereit, mehr Verantwortung für Überwachung und Sicherheit in der eigenen Region zu übernehmen und dabei eng mit Dänemark zusammenzuarbeiten.
Nielsen unterstrich: "Es ist mir ein großes Anliegen hervorzuheben, dass wir Grönländer uns der Nato-Allianz klar verpflichtet fühlen."
Großdemonstration Theresienwiese löst sich langsam auf
Die Polizei München hatte den Demonstranten auf der Theresienwiese schon während der Demo Hinweise zur Abreise gegeben, die Versammlung löst sich nun auf. Die U-Bahnen sind hoffnungslos überfüllt, es gibt Verspätungen und Ausfälle einzelner Halte aufgrund der hohen Fahrgastzahlen.
Hinzu kommen die Einschränkungen im U‑Bahn‑Verkehr in der Innenstadt: Ein zentraler Abschnitt zwischen Maxmonument, Marienplatz und Karlsplatz (Stachus) wurde wegen der Sicherheitskonferenz gesperrt.
Hinweis für die Versammlungsteilnehmer zur Abreise von der Theresienwiese:
— Polizei München (@PolizeiMuenchen) February 14, 2026
Rund um die Theresienwiese liegen verschiedene
U- und S-Bahnhöfe in Laufnähe.
Für einen entspannten Heimweg, bitte alle Stationen nutzen.
An den Gleisen nicht drängeln, passt aufeinander auf.#MSC2026 pic.twitter.com/8L8ygGeDKr
Sikorski zur Reaktion Polens im Falle einer russischen Invasion
Polens Außenminister Sikorski beendete soeben das Panel im Bayerischen Hof mit einer klaren Antwort auf die Frage, wie Polen reagieren würde, sollte Russland polnisches Gebiet angreifen.
"Wenn sie die Grenze überschreiten und anfangen, NATO-Bürger, polnische Bürger zu töten, würden wir erwarten, dass der Nordatlantikrat zusammentritt und den Notfallplan aktiviert. Und danach ist der Plan sehr einfach: Wir gewinnen, sie verlieren."
Selenskyj: Ukraine "braucht ein Datum" für den EU-Beitritt und plant mit 2027
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt sich gerade Journalisten auf einer Pressekonferenz.
Auf eine Frage von Euronews sagte er, die Ukraine "brauche ein Datum“ für ihren Beitritt zur Europäischen Union und strebe an, bis 2027 beitrittsbereit zu sein.
"Wir brauchen ein Datum", erklärte er. "Das Beitrittsdatum hängt von all diesen Gesprächen mit unseren Partnern ab, aber – und ich möchte weder den Vereinigten Staaten noch Europa respektlos erscheinen – wir brauchen ein Datum, weil Russland sonst versuchen wird, uns zu blockieren, direkt oder vielleicht über andere Länder."
"Die Ukraine muss technisch bereit sein, 2027 beizutreten – meine Regierung, das Parlament, die Institutionen.

Polens Außenminister Sikorski: Europa sollte Sitz bei Ukraine-Friedensgesprächen bekommen
Polens Außenminister Radosław Sikorski erklärte, Europa müsse einen Platz am Verhandlungstisch bei möglichen Friedensgesprächen zur Ukraine erhalten, da es mittlerweile den weitaus größten Teil der Last des Krieges und der Unterstützung für Kyjiw trage.
Er sagte, es sei natürlich gewesen, dass die USA zu Beginn die Führung in den Verhandlungen übernommen hätten, da sie den Großteil der militärischen Hilfe bereitgestellt und zudem strategische Geheimdienstinformationen geliefert hätten, um Russland in den Tagen vor und zu Beginn des Krieges den Vorwand für einen Angriff zu nehmen.
Doch insbesondere den amerikanischen Gästen wolle er deutlich machen – weil dies in den USA nicht immer ausreichend wahrgenommen werde –, dass inzwischen Europa für diesen Krieg zahle.
Die amerikanischen Ausgaben im vergangenen Jahr seien nahezu bei null gelegen. Europa kaufe amerikanische Waffen, die an die Ukraine geliefert würden. Im US-Kongress gebe es derzeit kein neues Hilfspaket und nicht einmal die Aussicht auf eines.
"Wenn wir zahlen und wenn dieser Krieg unsere Sicherheit betrifft – nicht nur die der Ukraine –, dann verdienen wir einen Platz am Tisch, denn das Ergebnis dieses Krieges wird uns betreffen", so Sikorski.

Polens Außenminister Radosław Sikorski spricht während einer Podiumsdiskussion bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof in München. - AP Photo
Pistorius: "Ball liegt bei Putin"
Zurück zum aktuellen Panel der Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof.
Verteidigungsminister Pistorius betont, dass Deutschland weiterhin Wege suchen werde, um "einen verlässlichen Frieden zu sichern, denn die Zukunft der Ukraine ist nicht nur für die europäische, sondern für die globale Sicherheit grundlegend."
"Der Ball liegt bei Putin. Er ist es, der die Verhandlungen hinauszögert und keine Kompromissbereitschaft zeigt. Er verschiebt die Kosten des Krieges auf sein eigenes Volk, darf sich aber nicht täuschen: Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um die Ukraine als unabhängige, souveräne europäische Nation zu schützen."
Zudem unterstrich er, dass die Ukraine starke und verlässliche Sicherheitsgarantien benötigen werde.
Sohn des ehemaligen Schahs Reza Pahlavi ruft zu Militärschlag gegen Iran auf
Reza Pahlavi, der Sohn des vertriebenen Schahs von Persien rief die USA zu einem militärischen Eingreifen gegen die Regierung in Teheran auf. Bei einer Pressekonferenz am Rande der Sicherheitskonferenz erklärte er, ein solcher Schritt könne Leben retten.
"Mit jedem Tag, der verstreicht, sterben mehr Iraner im Iran", sagte der Sohn des 1979 vertriebenen Schahs von Persien am Rande der Sicherheitskonferenz vor den Journalisten. Nur eine "schnelle Intervention" könne dazu beitragen, mehr Leben zu retten und die Sicherheit in der Region zu stärken. Ziel müsse es sein, die Regierung in Teheran schnell zu entmachten.
Er sehe Anzeichen dafür, dass die iranische Führung kurz vor dem Zusammenbruch stehe.

Der im Exil lebende iranische Kronprinz Reza Pahlavi spricht am Samstag, dem 14. Februar 2026, bei einer Demonstration während der Münchner Sicherheitskonferenz in München zu Unterstützern. - AP Photo
Am Rande: Eine Viertel Million Menschen demonstriert gegen die Mullahs
Auf der Theresienwiese ist die Anzahl der Demonstranten angewachsen. Nach Angaben der Polizei protestieren derzeit über 250.000 Menschen gegen die Führung im Iran. Ursprünglich waren 100.000 Teilnehmer angemeldet. Die Anwesenheit von Schah-Sohn Reza Pahlavi bei der Münchner Sicherheitskonferenz dürfte viele Exil-Iraner ermutigt haben, für ihre Meinung auf die Straße zu gehen. Nach Angaben der Polizei verläuft die Demonstration friedlich.

Anhänger des im Exil lebenden iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi standen am Samstag, dem 14. Februar 2026, unter einer riesigen historischen iranischen Flagge bei einer Demonstration während der Münchner Sicherheitskonferenz. - AP Photo
Grönlandfrage: Pistorius wirft USA Beschädigung der NATO vor
Als Nächstes folgt auf der Hauptbühne ein Panel zum Thema "Europa verteidigen und die Ukraine unterstützen" mit dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius, dem litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda, Polens Außenminister Radosław Sikorski, dem ukrainischen Außenminister Andii Sybiha und der US-Senatorin Elissa Slotkin.
Zu Beginn erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius, es sei nicht ganz überraschend, dass die USA beginnen, sich etwas von Europa abzuwenden: "Um ehrlich zu sein, war es nie vorgesehen, dass die Vereinigten Staaten unsere Sicherheit dauerhaft gewährleisten. Es war immer die Ausnahme."
"Natürlich halten außergewöhnliche Abmachungen nie ewig. Sie sind nicht dafür gedacht."
Er betonte, dass Europa und seine Verbündeten "einer hochgerüsteten und aggressiven Militärmacht mit dem weltweit größten Nukleararsenal gegenüberstehen" und meinte: "Russland wird von roher Macht, Revisionismus und Egoismus getrieben."
"Nirgendwo wird das deutlicher als in seinem brutalen Angriffskrieg in der Ukraine", begründete Pistorius seine Äußerung.
Deutschland reagiere auf die Herausforderung, indem es seine Verfassung ändert, um höhere Ausgaben zu ermöglichen, und das Militär reformiert.
Pistorius griff Rubios Rede vom Vormittag auf und sagte:
"Ja, unsere internationalen Organisationen haben viele Krisen und Konflikte nicht lösen können, aber die Antwort kann nicht sein, dass eine Großmacht allein handelt. Das mag kurzfristig funktionieren, aber in einer Welt mit mehreren konkurrierenden Großmächten wird das langfristig definitiv nicht funktionieren."
Gleichzeitig warf er den USA eine Beschädigung der Nato vor: "Die territoriale Integrität und Souveränität eines Nato-Mitgliedstaates in Frage stellen. Europäische Verbündete von Verhandlungen ausschließen, die für die Sicherheit auf dem Kontinent von entscheidender Bedeutung sind", sagte Pistorius und bezog sich damit auf die Grönlandfrage und den Ausschluss der EU von den Ukraine-Friedensgesprächen.
Keir Starmer traf sich mit Ursula von der Leyen
Keir Starmer und Ursula von der Leyen, die bereits zuvor gemeinsam auf der Bühne in München standen, trafen sich auch am Rande der Konferenz zu einem bilateralen Gespräch.
Laut einer Mitteilung aus Downing Street teilte der britische Premierminister bei diesem Gespräch "seine großen Ambitionen für die künftige Partnerschaft zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU". Er skizzierte seinen Wunsch nach weiterer Integration in Wirtschaft, Verteidigung und Technologie, wobei beide Seiten vereinbarten, "die Arbeit bis zum nächsten UK-EU-Gipfel fortzusetzen".
Zudem verständigten sie sich darauf, die laufenden Verhandlungen zu intensivieren, um ein Abkommen über Lebensmittel und Getränke abzuschließen, das Preise senken könnte, ein Emissionshandelssystem, das Kosten reduziert, und ein Jugendprogramm, das jungen Menschen mehr Möglichkeiten für Arbeit und Reisen im Ausland eröffnet.
In einem Beitrag auf X erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, dass "es selbstverständlich ist, gemeinsam zum Schutz unserer Bürger und gemeinsamen Interessen zu arbeiten". Sie fügte hinzu: "Wir hatten im letzten Jahr einen erfolgreichen Gipfel – lassen Sie uns das Momentum beibehalten und beim nächsten Gipfel liefern."
Good meeting with @Keir_Starmer in Munich.
— Ursula von der Leyen (@vonderleyen) February 14, 2026
Europe and the UK share similar challenges - from intense geoconomic rivalries to threats to our security.
it is natural that we work closer to protect our people and common interests.
We had a successful summit last year - let's keep… pic.twitter.com/McQgGrPQXr
G7-Außenminister bekräftigen Unterstützung für die Ukraine
Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz haben sich die Außenminister der G7‑Staaten – Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und die USA – sowie die EU‑Diplomatin Kaja Kallas getroffen, um ihren unerschütterlichen Rückhalt für die Ukraine zu bekräftigen, während sich der vierte Jahrestag des Kriegs mit Russland nähert.
In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie, dass die Unterstützung der Ukraine weiter fortgesetzt werden soll, insbesondere in Bereichen wie Schutz kritischer Infrastruktur und Energiesicherheit, die durch gezielte russische Angriffe stark belastet sind. Russland trage durch seine Offensive weiterhin große Verantwortung für die humanitäre Lage und die Zerstörung der Energieversorgung; die G7‑Minister verurteilten diese Angriffe und erklärten, dass die Ukraine bei ihrer Verteidigung weiterhin Rückhalt habe.
Darüber hinaus diskutierten sie über andere globale Krisen, darunter die Lage in Gaza, Iran, Venezuela, dem Indo‑Pazifik, Sudan und Haiti, und bekräftigten, dass eine enge Zusammenarbeit unter den G7‑Staaten auch in diesen Bereichen fortgeführt werden soll.

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas trifft am Samstag, dem 14. Februar 2026, zur Münchner Sicherheitskonferenz in München ein. - AP Photo
Finnlands Präsident Stubb: NATO-Präsenz in der Arktis ist ein "Lichtblick"
Finnlands Präsident Alexander Stubb erklärte, dass eine stärkere NATO-Präsenz und verbesserte Sicherheit in der Arktis eine "positive Begleiterscheinung" der Aktivitäten von Russlands Präsident Wladimir Putin in der Region sei.
"Derzeit besteht die bedeutendste Sicherheitsgruppe in der Arktis aus Finnland, Schweden und Norwegen, und wir konzentrieren uns stark auf diese Zusammenarbeit. Ein konkretes Beispiel: Nächste Woche findet ein Arktis-Übungsszenario mit 25.000 NATO-Soldaten statt, darunter 5.000 aus den USA, in Nordnorwegen und Nordfinnland", sagte Stubb.
"Wir machen das nicht nur als Machtdemonstration, sondern bereiten uns aktiv auf verschiedene Szenarien vor."
Auf die Frage nach der Ernsthaftigkeit einer Gefahr antwortete Stubb, er glaube nicht, dass Russland die Entschlossenheit des Artikels 5 testen werde. "Genau dafür gibt es Abschreckung. Und genau deshalb hat ein Land wie Finnland eine der größten Streitkräfte an der östlichen NATO-Flanke, neben der Türkei, Polen und der Ukraine."

Finnlands Präsident Alexander Stubb spricht am Samstag, dem 14. Februar 2026, während einer Podiumsdiskussion auf der Münchner Sicherheitskonferenz in München. - AP Photo
Dänemarks Frederiksen: "... dann endet die NATO"
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wurde von Journalisten gefragt, wie wahrscheinlich es sei, dass sie Grönland vor den USA verteidigen müsse.
Frederiksen reagierte zunächst scherzhaft: "Es ist so schön, mit Ihnen auf der Bühne zu sein."
Dann stellte sie klar: "Wenn ein NATO-Land ein anderes NATO-Land angreift, endet die NATO – Game over."
Im Gegensatz zu Sánchez betonte sie, dass das überarbeitete NATO-Ziel für 2035 nicht ehrgeizig genug sei und spätestens bis 2030 erreicht werden sollte – und selbst das könnte möglicherweise noch nicht ausreichen.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen spricht am 14. Februar 2026 auf der Münchner Sicherheitskonferenz.- AP Photo
Auf die Frage, ob das US-Interesse an Grönland nun vorbei sei, antwortete Frederiksen: "Leider nicht."
Sie betonte, dass das Interesse des US-Präsidenten unverändert sei und Trump weiterhin "sehr ernsthaft" die Kontrolle über das Gebiet verfolge.
Frederiksen erklärte, dass sie offen für Gespräche über eine Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen in der Arktis sei, es aber offensichtliche Grenzen gebe.
Auf die Frage, ob man dafür einen Preis festlegen könne, entgegnete sie: "Natürlich nicht. Kann man für einen Teil Spaniens, der USA oder sonst irgendwo auf der Welt einen Preis festlegen?"
Sie unterstrich, dass dies auf eines der grundlegendsten demokratischen Prinzipien zurückgehe: die Achtung der Souveränität von Staaten.
Gegen Starmer und Macron: Sánchez lehnt Atomwaffen ab
Zurück zur Konferenz: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach sich gegen eine nukleare Wiederbewaffnung Europas aus.
Er erinnerte daran, dass schon vor 70 Jahren beschlossen wurde, dass nukleare Abschreckung ein zu kostspieliger und riskanter Weg sei, um Konflikte zwischen Nationen zu verhindern. Hohe öffentliche Investitionen und die ständige Gefahr technischer oder menschlicher Fehler hätten mehrfach fast einen umfassenden Atomkrieg zwischen dem Westen und der damaligen Sowjetunion ausgelöst.
"Unsere Vorgänger erkannten, dass die Risiken der nuklearen Abschreckung ihren Nutzen bei weitem übersteigen. Ein System, das absolute Fehlerfreiheit und ständige Korrekturen erfordert, um totale Zerstörung zu verhindern, garantiert keinen Frieden, sondern bleibt ein riskantes Spiel", so Sánchez.
Damit widerspricht er indirekt den Andeutungen von Emmanuel Macron und Keir Starmer, Gespräche über eine gemeinsame europäische nukleare Abschreckung aufzunehmen.
Sánchez erklärte, Spanien erhöhe seine Verteidigungsausgaben, habe Truppen an der östlichen Flanke stationiert und unterstütze Dänemark in der Grönland-Frage – man tue also die richtigen Dinge.
Gleichzeitig betonte er, dass Verteidigungsausgaben nicht das einzige Kriterium für Sicherheit seien. Vielmehr solle der Fokus auf einem "360-Grad-Sicherheitsansatz" für das Umfeld der NATO liegen, nicht nur auf dem Kauf von Waffen.
Ukrainisches Haus: Beifall für disqualifizierten Olympia-Athleten
Euronews-Reporterin Johanna Urbancik ist Gast beim Ukrainischen Mittagessen, das in diesem Jahr von der Victor-Pinchuk-Stiftung im Ukrainischen Haus ausgerichtet wird.
Versammelt sind zahlreiche europäische Führungskräfte, darunter die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der tschechischen Präsident Petr Pavel.
Auch der disqualifizierte ukrainische Skeleton-Pilot Vladyslav Heraskevych war anwesend und hielt den Helm, der ihn bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand disqualifiziert hatte. Dafür erhielt er stehende Ovationen.

"Wenn wir Frieden für die Ukraine und Frieden für Europa wollen, müssen wir zusammenhalten", sagte ein ukrainischer Soldat während seiner Ansprache an das Panel und die Teilnehmenden.
Die EU-Kommissarin für Erweiterung, Marta Kos, ergänzte, dass die Ukraine "viele positive Beiträge" zu Europa geleistet habe. Auf die Frage, ob die Ukraine bis 2027 Mitglied der Europäischen Union sein werde, meinte sie: Nach der derzeitigen Methodik sei ein Beitritt bis Januar 2027 "nicht möglich", aber "wir können nicht länger warten und diskutieren das bereits".
"Navalny vergiftet": Vorwurf von 5 EU-Staaten gegen Moskau
Die Außenministerien von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden und den Niederlanden teilten am Samstag mit, dass die Analyse von Proben des russischen Oppositionspolitikers Alexei Navalny, der vor zwei Jahren gestorben ist, "zweifelsfrei das Vorhandensein von Epibatidin" bestätigt habe. Dabei handelt es sich um ein Gift, das in Pfeilgiftfröschen Südamerikas vorkommt.
Die Länder erklärten, dass "nur der russische Staat über die Kombination aus Mitteln, Motiv und Missachtung des Völkerrechts verfügte", um den Anschlag durchzuführen.
Navalny kämpfte gegen Korruption und den Kreml und war einer der schärfsten Kritiker sowie größten Herausforderer von Präsident Wladimir Putin. Er starb im Februar 2024 in einem Straflager in der Arktis. Seine Witwe Yulia Navalnaya berichtete im vergangenen Jahr, dass zwei unabhängige Labore bestätigt hätten, dass ihr Mann vor seinem Tod vergiftet wurde.
Russische Behörden weisen jegliches Fehlverhalten zurück.

Yulia Navalnaya, Menschenrechtsaktivistin und Ehefrau des russischen Oppositionsführers Alexei Navalny, gab am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag, den 14. Februar 2026, eine Presseerklärung zum Tod und den Umständen des Todes ihres Mannes ab. - AP Photo
Große Demonstration auf der Theresienwiese
Auf der Münchner Theresienwiese protestieren derzeit rund 80.000 Menschen gegen das iranische Regime. Ein Polizeisprecher berichtete von einem weiterhin hohen Zulauf zu der Veranstaltung. Viele Demonstrierende tragen iranische Flaggen, einige halten Porträts von Reza Pahlavi, dem Sohn des letzten Schahs von Persien.

- AP Photo
Die Demonstration unter dem Motto "Menschenrechte und Freiheit für Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk" wird vom Verein The Munich Circle organisiert. Zeitgleich finden Großkundgebungen in Toronto und Los Angeles statt, wobei Menschen weltweit dazu aufgerufen wurden, gegen die iranische Führung zu protestieren. Im Iran selbst hatten zum Jahreswechsel wochenlange Massenproteste stattgefunden, die gewaltsam unterdrückt wurden. Bis zu 30.000 Menschen sollen dabei getötet worden sein.
Auch der in den USA lebende Sohn des 1979 gestürzten iranischen Schahs, Reza Pahlavi, rief über soziale Medien zu dem Protest auf. Er selbst ist Gast der Sicherheitskonferenz. Vor Ort forderte Pahlavi US-Präsident Donald Trump auf, dem iranischen Volk beizustehen. "Es ist Zeit, die Islamische Republik zu beenden", sagte Pahlavi heute am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Nur eine "schnelle Intervention" könne dazu beitragen, weitere Menschenleben zu retten und die Sicherheit in der Region zu stärken.
Es gehe ihm um einen demokratischen Prozess. "Ich strebe keinen Titel an und will mir keine Krone aufsetzen", erklärte Pahlavi.
Daneben finden weitere Demonstrationen mit mehreren Tausend Teilnehmern statt, darunter drei weitere für den Iran, eine "Protest‑Kette gegen die NATO‑Kriegstagung" sowie weitere "Anti-Kriegs" und Friedensdemos, u.a. organisiert von der Partei Die Linke.
Insgesamt erwarten die Behörden im Stadtgebiet bis zu 120.000 Menschen bei den Protesten.
Drei Wünsche des Selenskyj
Selenskyjs Rede bestand aus drei Kernpunkten:
- Die westlichen Partner dürften die Ukraine bei der Luftverteidigung nicht im Stich lassen. Russland greift täglich weiterhin mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen an, während der Nachschub für die Luftabwehrsysteme weitgehend erschöpft ist. Häufig würden dringend erwartete Flugkörper erst kurz vor neuen Angriffswellen geliefert. Selenskyj dankte ausdrücklich Deutschland, Norwegen und den Niederlanden für ihren Einsatz in diesem Bereich.
- Der Druck auf Russland müsse weiter verstärkt werden, unter anderem durch die Lieferung neuer Waffensysteme. Russland verliert an der Front monatlich 30.000 bis 35.000 Soldaten, während es etwa 40.000 neue Soldaten mobilisiert, von denen jedoch nicht alle an die Front kommen. Ziel sei es, die Kosten für Russland weiter zu erhöhen. Sollten die Verluste auf 50.000 Soldaten pro Monat steigen, werde auch Kreml-Chef Putin den Krieg nicht mehr lange aufrechterhalten können.
- Selenskyj sprach sich erneut für eine Aufnahme der Ukraine in die NATO aus. "Es wäre nicht sinnvoll, die stärkste Armee Europas außerhalb der Allianz zu belassen", betonte er und forderte, dass diese Entscheidung nicht Putin überlassen wird. Zugleich bot er an, die im Krieg gewonnenen Erfahrungen mit den europäischen Partnern zu teilen: "Unsere Drohnen-Expertise kann auch euch zugutekommen."
Selenskij: "Großer Fehler, dass Europa nicht am Verhandlungstisch sitzt"
Selenskyj erklärte in seiner Rede, dass es ein "großer Fehler" sei, dass Europa nicht am Verhandlungstisch sitzt.
"Wir Ukrainer versuchen, Europa vollständig in den Prozess einzubinden", sagte er, damit Europas Interessen und Stimme berücksichtigt werden, und weil "Frieden nur auf klaren Sicherheitsgarantien aufgebaut werden kann", für die Europa voraussichtlich den Hauptanteil tragen werde.
Nächste Woche wird die Ukraine an einer weiteren Runde der Friedensgespräche mit den USA und Russland teilnehmen. Der ukrainische Präsident hofft, dass diese Gespräche "ernsthaft" und "hilfreich" sein werden. Zugleich stellte er fest, dass es oft den Anschein habe, als würden die verschiedenen Seiten "über völlig unterschiedliche Dinge sprechen".
"Die Amerikaner kommen häufig wieder auf das Thema Zugeständnisse zurück, und diese Zugeständnisse werden zu oft nur im Kontext der Ukraine diskutiert", so Selenskyj weiter.
"Die Ukraine wird alles tun, um diese Verhandlungen erfolgreich zu machen. Wir haben in diesen Prozess investiert", fügte er hinzu und betonte, dass er "ständig in Kontakt" mit dem amerikanischen Team stehe.
"Die Ukraine will, dass das Ergebnis all dieser Bemühungen echte Sicherheit bringt und Frieden, echten Frieden."
Selenskyj: "Ukraine stärker als Russland machen"
Auf die Frage nach seinen Erwartungen für 2026 beziehungsweise die nächsten sechs Monate antwortete Selenskyj, dass ihn derzeit vor allem "morgen und übermorgen" beschäftige.
Er erklärte, dass die Ukraine die Friedensgespräche fortsetzen werde, idealerweise mit Beteiligung weiterer europäischer Staats- und Regierungschefs.
Außerdem betonte er, dass er weiterhin für den EU-Beitritt der Ukraine eintreten werde, auch wenn einige EU-Führungskräfte seine wiederholten Bitten um ein klares Datum offenbar nicht unterstützen.
Ohne eine klare Zusage werde Putin alles daran setzen, den Beitrittsprozess zu behindern – "durch seine Hände oder die Hände einiger kleiner Länder" – eine Anspielung, die als erneute Spitze gegen Orbáns Ungarn verstanden werden kann.
Selenskyj zeigte sich dankbar für die anhaltende Unterstützung, fügte jedoch hinzu: "Wir können unser Leben nicht allein dadurch retten, dass wir danke sagen", da die Ukraine starke Sicherheitsgarantien benötigt, um nach dem Krieg geschützt zu sein.
Er unterstrich, dass Einigkeit entscheidend sei und die Rolle der USA "wichtig", da sie die Aufgabe hätten, die Ukraine stärker als Russland zu machen.
Selenskij beschreibt Folgen der russischen Dauerangriffe
Der ukrainische Präsident erläutert nun, wie schwierig es ist, in einem fast vierjährigen Krieg die Aufmerksamkeit der Welt auf das Schicksal seines Landes zu lenken. Selenskyj zeigt dem Publikum die verheerenden Auswirkungen der brutalen Angriffe der russischen Armee auf ukrainische Städte. Auf den Bildschirmen werden Zahlen eingeblendet: Im Januar 2026 setzte Moskau über 6000 Drohnen, 158 Marschflugkörper und rund 5500 Gleitbomben gegen die Ukraine ein.

Wolodymyr Selenskyj, spricht am Samstag, 14. Februar 2026, auf der Münchner Sicherheitskonferenz zum Publikum. - AP Photo
Der wichtigste Schutz gegen die russischen Angriffe sei die Einheit Europas. Putin versuche, diese Geschlossenheit zu untergraben, doch das dürfe ihm nicht gelingen.
Selenskyj fordert die Europäer erneut auf, härter gegen die Schattenflotte von Öltankern vorzugehen, die Schmuggel betreiben und das Kreml-Regime finanziell stärken. Würden die Europäer – ähnlich wie die USA – mehr dieser Schiffe stoppen, würden Moskau die Mittel für den Krieg ausgehen.
Live-Blog Münchner Sicherheitskonferenz - Tag 2
Willkommen zum zweiten Tag der Münchner Sicherheitskonferenz! Hier lesen Sie Informationen über aktuelle Ansprachen, Reaktionen und Geschehnisse rund um das internationale Treffen.
🗓️ Yesterday’s discussions are still resonating as we’re already kicking off the second day of #MSC2026. Don’t miss today’s lineup exploring transatlantic security and the global order. pic.twitter.com/0TC2OenOgv
— Munich Security Conference (@MunSecConf) February 14, 2026