Mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund könnte die AfD erstmals bei Landtagswahlen in Deutschland die absolute Mehrheit erreichen. Entscheidend für die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt ist aber auch das Abschneiden der kleineren Parteien.
An diesem Sonntag sind etwa 1,7 Millionen Menschen im Bundesland Sachsen-Anhalt zur Wahl aufgerufen.
Bis zum Mittag haben deutlich mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als bei der vergangenen Landtagswahl 2021. Die Landeswahlleiterin gab laut MDR bekannt, dass bis 12 Uhr knapp 35 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Zum gleichen Zeitpunkt vor fünf Jahren waren es nur etwa 22 Prozent.
In allen Umfragen vor der Landtagswahl lag die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund mit mehr als 40 Prozent sehr deutlich vor der CDU von Ministerpräsident Sven Schulze.
Damit besteht erstmals in Deutschland die Möglichkeit, dass eine vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Landespartei die Regierungsverantwortung übernimmt. Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt ist Teil des CDU-geführten Innenministeriums von Sachsen-Anhalt.
Der 35-jährige AfD-Spitzenkandidat fuhr am Vormittag zusammen mit seiner Frau Julia auf seinem hellblauen Moped der DDR-Marke Simson Schwalbe beim Wahllokal in der Heimatgemeinde der Familie in Tangermünde vor.
Zahlreiche Journalisten und auch Anhänger von Siegfried Ulrich hatten sich vor dem Wahlbüro in der Förderschule im Landkreis Stendal versammelt.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze von der CDU gab seine Stimme gegen Mittag in der Landeshauptstadt Magdeburg ab. Der amtierende Regierungschef sagte, er hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung.
Wie der MDR berichtet, erklärte Sven Schulze danach vor dem Wahllokal die Zeit des Wahlkampfs sei sehr anstrengend gewesen. Bis zum Wahlabend will der 47-jährige CDU-Politiker einige Stunden mit seiner Familie verbringen.
SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann hat - begleitet von seiner Frau - seine Stimme in Wernigerode im Landkreis Harz abgegeben. Zuletzt waren die Sozialdemokraten in Sachsen-Anhalt laut Umfragen ziemlich sicher, dass sie die Fünf-Prozent-Hürde schaffen und in den Landtag einziehen.
Die Stimmung in Sachsen-Anhalt ist aufgeheizt. Kurz vor der Landtagswahl waren laut ZDF-Politbarometer 26 Prozent der befragten Wahlberechtigten noch unentschlossen.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat angekündigt, dass er nur mit einer absoluten Mehrheit seiner Partei regieren will. Ob die AfD es schafft, eine solche absolute Mehrheit der Sitze im Landesparlament in Magdeburg zu erreichen, hängt vom Abschneiden der kleineren Parteien ab.
Je mehr Parteien über die Fünf-Prozent-Hürde kommen und in den Landtag in Magdeburg einziehen, desto geringer wird die Chance der AfD auf eine absolute Mehrheit der Abgeordneten. Deshalb haben verschiedene Gruppen dazu aufgerufen, taktisch zu wählen. AfD, CDU, Linke, SPD, FDP und BSW sehen diese Wahlempfehlung kritisch. Lediglich die Grünen befürworten die Kampagne.
Sachsen-Anhalts amtierender Ministerpräsident Sven Schulze von der CDU kämpft dafür, im Amt zu bleiben. Eine Koalition mit der AfD lehnt die CDU ab. Die Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz könnte aber mit allen anderen Parteien zusammenarbeiten. Allerdings hat sich die CDU durch eine sogenannte Unvereinbarkeitsklausel in einem Parteitagsbeschluss auch gegen "Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit" mit der Partei die Linke ausgesprochen.
Wahllokale haben bis 18 Uhr geöffnet
Die Wahllokale in Sachsen-Anhalt sind - auch in den Städten Magdeburg und Halle, die beide mehr als 200.000 Einwohner haben - seit 8 Uhr und noch bis 18 Uhr geöffnet.
Nach 18 Uhr werden nur noch Wähler zugelassen, die vor Ablauf der Frist beim Wahllokal eingetroffen waren und eventuell warten mussten.
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