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Inflation in der Eurozone geht stark zurück, aber Kernrate erreicht mit 5,7% neues Rekordhoch

Die Inflationsrate für Lebensmittel und Alkohol erreichte im März in der gesamten Eurozone 15,4 %.
Die Inflationsrate für Lebensmittel und Alkohol erreichte im März in der gesamten Eurozone 15,4 %. Copyright Michael Probst/Copyright 2017 The AP. All rights reserved.
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Von Stefan GrobeJorge Liboreiro
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Vorläufigen Zahlen zufolge, die am Freitag veröffentlicht wurden, ging die Inflation in der gesamten Eurozone von 8,5 Prozent im Februar auf 6,9 Prozent im März zurück - einer der stärksten Rückgänge der letzten Jahre. Gleichzeitig erreichte die Kerninflation mit 5,7 Prozent einen Höchststand.

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Die Konjunktur in der Eurozone sendet weiterhin gemischte Signale.

Vorläufigen Zahlen zufolge, die am Freitag veröffentlicht wurden, ging die Inflation in der gesamten Eurozone von 8,5 Prozent im Februar auf 6,9 Prozent im März zurück - einer der stärksten Rückgänge der letzten Jahre.

Historischer Höchststand der Inflation in der EU

Gleichzeitig erreichte die Kerninflation mit 5,7 Prozent einen historischen Höchststand, was ein deutliches Zeichen dafür ist, wie sehr sich das Phänomen steigender Preise verfestigt hat und wie kompliziert es ist.

Die Kerninflation schließt die schwankenden Preise für Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak aus und liefert eine genauere Diagnose der aktuellen Wirtschaftslage.

Dieser Indikator wird von der Europäischen Zentralbank genau beobachtet, um über neue Zinserhöhungen zu entscheiden, mit denen die Verbrauchernachfrage gedämpft und die Preise abgekühlt werden sollen.

Eine erneute Zinserhöhung durch die Bank ist nach dem jüngsten Ergebnis so gut wie sicher: Die Kerninflation war seit der Einführung des Euro noch nie so hoch.

"Starker Rückgang der Inflation in der Eurozone. Eine gute Nachricht!" sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni als Reaktion auf die von Eurostat veröffentlichte Schnellschätzung.

"Aber die Kerninflation bleibt hoch, angetrieben durch Lebensmittel und Dienstleistungen."

Zum ersten Mal seit Monaten erlebte der Energiesektor, einer der Haupttreiber für den Preisanstieg, eine deflationäre Entwicklung, die von 13,7 Prozent im Februar auf -0,9 Prozent im März stark zurückging.

Die Gaspreise in Europa sind seit dem Jahreswechsel kontinuierlich gesunken, was für Haushalte und Unternehmen eine willkommene Erleichterung darstellt.

Die Inflation bei Nahrungsmitteln und alkoholischen Getränken stieg jedoch erneut an, und zwar von 15 Prozent im Februar auf 15,4 Prozent im März, die höchste Rate in den wichtigsten Kategorien.

Vor einem Jahr lag derselbe Indikator noch um die 5 Prozent-Schwelle.

Von den 20 Ländern, die die Einheitswährung verwenden, bleiben sechs im zweistelligen Bereich: Lettland (17,3 Prozent), Estland (15,6 Prozent), Litauen (15,2 Prozent), Slowakei (14,8 Prozent), Kroatien (10,5 Prozent) und Slowenien (10,4 Prozent).

Luxemburg hat niedrigste, Spanien die höchste Inflation

Luxemburg hat derzeit mit drei Prozent die niedrigste Inflation in der Eurozone, während sich die Inflationsrate in Spanien von sechs auf 3,1 Prozent im März fast halbiert hat.

Deutschland, die größte europäische Volkswirtschaft, verzeichnete ebenfalls einen Rückgang, und zwar von 9,3 auf 7,8 Prozent auf Jahresbasis. In Frankreich lag die Inflationsrate im März bei 6,6 Prozent und in Italien bei 8,2 Prozent.

Die Zahlen sind immer noch meilenweit von dem von der Europäischen Zentralbank angestrebten Ziel von zwei Prozent pro Jahr entfernt, deren Hauptaufgabe darin besteht, die Preisstabilität zu gewährleisten.

Die aggressiven Zinserhöhungen der in Frankfurt ansässigen Institution haben bei verschuldeten Unternehmen, Banken und Regierungen Ängste vor einer wirtschaftlichen Notlage geweckt.

Doch trotz der jüngsten Turbulenzen auf den Finanzmärkten hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde diese Befürchtung zurückgewiesen und betont, dass die Eindämmung der Inflation oberstes Gebot sei.

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"Es gibt keinen Kompromiss zwischen Preisstabilität und Finanzstabilität", sagte Lagarde Anfang des Monats vor den Europaabgeordneten.

"Wir machen keine Kompromisse bei dem einen wegen des anderen. Wir gehen sie mit unterschiedlichen Instrumenten an".

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