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Europas wichtigste Finanzzentren: Wo lassen sich die besten Geschäfte machen?

Europa bei Nacht aus dem Weltraum betrachtet, mit beleuchteten Städten
Europa bei Nacht aus dem Weltraum betrachtet, mit beleuchteten Städten Copyright NicoElNino/Canva
Copyright NicoElNino/Canva
Von Servet Yanatma
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Unter den Top 10 sind fünf Finanzzentren in den USA, in Europa dagegen nur zwei. Aber wie schneiden die europäischen Städte untereinander ab?

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In der sich rasch entwickelnden globalen Finanzlandschaft stehen die europäischen Städte in einem harten Wettbewerb. Alle wollen sich als robuste Finanzzentren etablieren - denn das ist ein attraktives Label, das entscheidende Investitionen von Unternehmer:innen und erhöhte Aufmerksamkeit von politischen Entscheider:innen mit sich bringen kann.

In einer neuen Rangliste des Global Financial Centres Index (GFCI) liegen sieben europäische Städte unter den 20 wichtigsten Finanzzentren der Welt.

Während die USA mit New York an der Spitze der Liste stehen, führt London in Europa weiterhin die Rangliste an.

Im Vergleich zur letztjährigen Rangliste hat London gegenüber Big Apple leicht aufgeholt und liegt weltweit auf dem zweiten Platz, aber nur knapp vor Singapur und Hongkong auf dem dritten bzw. vierten Platz.

Wie schneiden andere europäische Städte ab und welche Faktoren machen eine Stadt zu einem wettbewerbsfähigen Finanzzentrum?

Genf im Aufwind

Das schweizerische Genf ist die einzige andere europäische Stadt, die neben der britischen Hauptstadt zu den Top 10 gehört.

Mit einer Steigerung um 29 Punkte hat Genf laut GFCI im vergangenen Jahr seine Finanzkonkurrenten überholt und ist von Platz 23 auf Platz 10 geklettert.

Die Schweizer Stadt liegt nur fünf Punkte hinter dem fünften Platz, den San Francisco besetzt.

Analyst:innen führen das regulatorische Umfeld der Schweiz und die geringe Korruption als große Vorteile für die Finanzkraft ihrer Städte an.

Die Finanzhauptstadt der EU überholt Paris

Frankfurt, der Sitz der Europäischen Zentralbank, hat im jüngsten Bericht Paris den Top 3 Platz in Europa abgenommen.

Frankfurt ist als Stadt des Euro bekannt und beherbergt auch die deutsche Zentralbank, die Bundesbank.

Das deutsche Finanzzentrum stieg im GFCI weltweit vom 17. auf den 14. Platz auf, während Paris vom 14. auf den 15 zurückfiel. Allerdings trennt die beiden Städte nur ein Bewertungspunkt.

Frankfurt gehört auch zu den 15 Städten, von denen die Teilnehmer:innen der Umfrage erwarten, dass sie an Bedeutung gewinnen werden.

Die europäischen Städte, die die Top 20 vervollständigen, sind Luxemburg (16.), Zürich (18.) und Amsterdam (19.).

Deutschland mit fünf Städten unter den Top 50

Deutschland ist die stärkste europäische Nation, wenn es darum geht, die Rangliste auf Länderbasis zu betrachten.

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Obwohl keine der Städte in den Top 10 vertreten ist, hat Deutschland fünf Städte in der globalen Top-50-Liste - so viele wie kein anderes europäisches Land.

Neben Frankfurt stieg Berlin von Platz 26 auf Platz 23 auf, während München von Platz 18 auf Platz 26 zurückfiel.

Stuttgart verbesserte sich leicht von Platz 47 auf Platz 46, während Hamburg von Platz 43 auf Platz 49 zurückfiel.

Die Schweiz ist das europäische Land mit drei Städten in den Top 50: Hinter Genf und Zürich liegt Lugano auf Platz 47. Neben der britischen Hauptstadt schafft es Edinburgh auf Platz 34.

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Die anderen europäischen Städte in den Top 50 sind Dublin in Irland (25.), Stockholm in Schweden (40.), Oslo in Norwegen (42.), Mailand in Italien (45.), Madrid in Spanien (48.) und Helsinki in Finnland (50.).

Ihre Einzelergebnisse liegen eng beieinander, was auf mögliche Änderungen im nächsten GFCI-Bericht hindeutet.

Die britischen Kronkolonien schneiden gut ab, aber es gibt ein deutliches Ost-West-Gefälle

Erwähnenswert sind auch die drei britischen Kronkolonien, die jeweils einen Platz unter den ersten 60 einnehmen. Jersey, Guernsey und die Isle of Man liegen auf den Plätzen 52, 58 und 59. Sie sind nicht Teil des Vereinigten Königreichs, sondern sind selbstverwaltete Besitzungen der britischen Krone.

Die GFCI unterteilt Europa in zwei Gruppen: Westeuropa sowie Osteuropa und Zentralasien, was eine deutliche Kluft zwischen Ost und West erkennen lässt.

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Bis zum 60. Platz in der Liste befinden sich alle besten Finanzzentren Europas in der westeuropäischen Gruppe.

Das kasachische Astana liegt auf Platz 60 und nimmt damit den höchsten Platz in der Gruppe Osteuropa und Zentralasien ein. Es folgen Prag auf Platz 79 und Tallinn auf Platz 87.

Außerhalb Europas schnitten die USA mit fünf Finanzzentren in den Top 10 gut ab, was die Stärke der US-Wirtschaft widerspiegelt. Führende chinesische Zentren sind ebenfalls unter den Top 20 zu finden.

Was macht ein gutes Finanzzentrum aus?

Laut GFCI 34 stehen der Ruf und das Geschäftsumfeld einer Stadt in erheblichem Zusammenhang mit ihrer finanziellen Wettbewerbsfähigkeit.

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Dem Bericht zufolge belegen der Korruptionswahrnehmungsindex und der Economic Freedom of the World Index diesen Zusammenhang: Die Bewertung einer Stadt als Finanzzentrum steigt mit der Zunahme der wirtschaftlichen Freiheit und der Abnahme der Korruptionswahrnehmung.

Auch das Branding einer Stadt ist ein wichtiger Faktor, der die Wettbewerbsfähigkeit von Finanzzentren beeinflusst.

Analysten zufolge kann ein positiver Ruf einer Stadt, der durch Faktoren wie Sicherheit, Stabilität, Kulturangebot und Lebensqualität aufgebaut wird, Unternehmen, Fachkräfte und Investoren anziehen.

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