Fast die Hälfte der Europäerinnen und Europäer in den großen Volkswirtschaften will 2026 einen neuen Job suchen. Doch fast vier von fünf fühlen sich dafür nicht gerüstet.
Ein neues Jahr weckt neue Hoffnungen. Im Januar planen viele einen Karriereschritt.
Nach neuen LinkedIn-Daten suchen fast die Hälfte der Europäerinnen und Europäer (47 %) 2026 einen neuen Job. Gleichzeitig fühlt sich die große Mehrheit (77 %) dafür nicht gerüstet. Auch Recruiter haben es schwer. Die meisten sagen, qualifizierte Talente zu finden sei schwieriger geworden.
Wie blicken die Menschen in Europa auf den Arbeitsmarkt? Und in welchen Ländern suchen Beschäftigte am aktivsten nach neuen Chancen?
Laut der Euronews Business vorliegenden Auswertung hat das Vereinigte Königreich den höchsten Anteil an Menschen, die im neuen Jahr eine neue Stelle suchen – im Vergleich zu sieben anderen europäischen Ländern. Mehr als die Hälfte der Befragten im Vereinigten Königreich sagte Ja auf die Frage, ob sie 2026 nach einem neuen Job suchen wollen.
Im Schnitt planen in den sieben befragten europäischen Ländern 47 % eine Jobsuche.
Das Vereinigte Königreich ist das einzige europäische Land über dem globalen Durchschnitt von 52 %, erhoben in 14 Ländern.
Daten der globalen Jobplattform Indeed zeigen zudem, dass Stellenausschreibungen im Vereinigten Königreich weiter unter dem Vor-Corona-Niveau liegen und dieniedrigsten unterEuropas fünf größten Volkswirtschaften sind – Ende 2025. Das belegt den harten Wettbewerb am britischen Arbeitsmarkt.
Auch in Schweden wollen mehr als die Hälfte der Befragten einen neuen Job suchen. In Spanien liegt der Anteil fast genauso hoch.
„Der Arbeitsmarkt verändert sich schnell, und der Wettbewerb bleibt stark“, sagte LinkedIn-Karriereexpertin Charlotte Davies.
In Frankreich ist der Anteil am niedrigsten: Nur 37 % wollen 2026 nach einer neuen Stelle suchen.
Deutschland und Italien liegen unter dem europäischen Durchschnitt, die Niederlande genau darauf.
LinkedIn nannte auf Nachfrage keine Gründe für die Unterschiede zwischen den Ländern.
Vier von fünf fühlen sich für die Jobsuche nicht gerüstet
Obwohl fast die Hälfte in Europa 2026 eine neue Rolle anpeilt, sagen knapp vier von fünf, sie fühlten sich für die Jobsuche nicht vorbereitet. Am stärksten ist dieses Gefühl in Schweden: 83 % geben an, nicht bereit zu sein.
Ähnlich hoch ist der Anteil in Frankreich, im Vereinigten Königreich und in Deutschland – jeweils nahe bei vier von fünf.
Spanien hat mit 67 % den niedrigsten Wert. Italien und die Niederlande liegen nahe am europäischen Durchschnitt.
Die Studie zeigt zudem: Rund zwei Drittel der Recruiter (66 %) sagen, es sei im vergangenen Jahr schwieriger geworden, qualifizierte Talente zu finden.
Durchgeführt wurde die Erhebung von Censuswide. Grundlage ist eine Stichprobe von 10.400 Personen in den sieben europäischen Ländern, die Voll- oder Teilzeit arbeiten. Eingeschlossen sind auch Arbeitslose, die aktuell eine Stelle suchen (Alter 18-79).
KI dominiert die Jobs, die im Aufwind sind
Forscherinnen und Forscher des LinkedIn Economic Graph haben zudem Millionen Jobstarts von Mitgliedern zwischen dem 1. Januar 2023 und dem 31. Juli 2025 ausgewertet, um Wachstumsraten pro Jobtitel zu berechnen. KI-Rollen dominieren klar die Liste der „Jobs im Aufwind“.
In den fünf größten Volkswirtschaften Europas zählen KI-Ingenieur/in und Leitung KI zu den drei am schnellsten wachsenden Rollen. Die dritte unterscheidet sich je nach Land: Dozent/in im Vereinigten Königreich, Logistikanalyst/in in Spanien und Tätigkeiten rund um Umwelt und Gesundheit in den übrigen Ländern.
Frankreich
1. KI-Ingenieur/in
2. Leitung KI
3. Umweltkoordinator/in
Deutschland
1. Leitung KI
2. KI-Ingenieur/in
3. Beauftragte/r für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt
Italien
1. KI-Ingenieur/in
2. Leitung KI
3. Spezialist/in für Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitssicherheit
Spanien
1. KI-Ingenieur/in
2. Leitung KI
3. Logistikanalyst/in
Vereinigtes Königreich
1. KI-Ingenieur/in
2. Leitung KI
3. Dozent/in
Charlotte Davies von LinkedIn betonte, dassKI immer stärker prägt, wie wir arbeiten, wie Organisationen einstellen und wie Menschen ihre nächste Chance finden.